Probleme nach einem beruflich bedingten Umzug

Plötzlich stand der Vollstrecker vor der Tür

Verärgert über Behördenverhalten: Martin Bick aus Ziegenhain bekam unerwartet Besuch vom Vollstreckungsbeamten. Foto: Göbel

Schwalmstadt. Normalerweise bekam Martin Bick immer eine Rechnung per Post zugestellt, wenn die jährliche Kfz-Steuer fällig wurde. Diesmal bekam der Ziegenhainer hingegen Besuch von einem Vollstreckungsbeamten. Im Gepäck hatte der einen Vollstreckungsbeschluss über 94 Euro, im Auftrag des Hauptzollamtes Gießen.

Martin Bick fiel aus allen Wolken: „Ich habe im gesamten Jahr keine Rechnung erhalten, keinerlei Zahlungsaufforderung, keine Mahnung.“ Bick bezahlte den offenen Betrag und dachte, damit sei die Sache erledigt. Doch es sollte anders kommen: Eine Woche später klopfte wieder der Vollstreckungsbeamte an, diesmal mit einer Rechnung für das Jahr 2015.

Der ehemalige Gastronom und gebürtige Schwalmstädter zog im vergangenen Jahr aus beruflichen Gründen nach Worms. Seit Anfang des Jahres lebt er wieder in Schwalmstadt. Bei der Anmeldung seines Wagens 2013 in Worms habe er keine Ermächtigung für den Einzug der Kfz-Steuer erteilt. „Ich bin davon ausgegangen, dass ich wie gewohnt eine Rechnung bekomme, die ich dann bezahle“, sagte Bick.

Aufgrund eines von ihm eingerichteten Nachsendeauftrags für die Post sei er auch nicht davon ausgegangen, dass Mahnschreiben ihn wegen seines Umzugs nicht erreichten.

Bick ist verärgert über das Vorgehen des Hauptzollamtes Gießen. „Im schlimmsten Fall kann sich dies negativ auf meine Kreditwürdigkeit auswirken, was zur Folge haben kann, dass man keinen Kredit mehr bekommt oder geschäftliche Verträge schließen darf.“

Damit er im nächsten Jahr nicht wieder Gefahr läuft von einem Vollstreckungsbeamten aufgesucht zu werden, hat Bick vorsorglich telefonisch Kontakt zur für die Kfz-Steuer zuständigen Außenstelle des Hauptzollamtes Gießen in Bad Hersfeld aufgenommen. „Da passierte dann der nächste Knaller“, erzählte Bick. Eine Mitarbeiterin habe ihm versichert, ihm eine Einzugsermächtigung per Post zuzusenden, die er ausgefüllt wieder zurückschicken sollte. Dann würde alles seinen korrekten Weg gehen und die Steuer künftig automatisch vom Konto abgebucht werden.

Doch die Einzugsermächtigung hat ihn bis heute nicht erreicht. Stattdessen erhielt er ein Schreiben, gerichtet an eine Frau Schmidt-Huber, einen Namen, den Martin Bick noch nie zuvor gehört hatte. „Da fragt man sich schon, mit wieviel Eifer die Mitarbeiter dort bei der Sache sind“, zeigt sich Bick verständnislos und schüttelt den Kopf.

Von Daniel Göbel

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