Langjähriger Präsident der Bundesanstalt für Arbeit

Politiker der Nächstenliebe: Bernhard Jagoda wird beigesetzt

Zu seinem 70. Geburtstag: Die HNA-Archivaufnahme von Bernhard Jagoda zeigt ihn im Garten seines Hauses. Nach Treysa war der in Oberschlesien Geborene als Kind gekommen.

Schwalmstadt. Mit einem Requiem mit Trauerfeier wird am Donnerstag in seiner Heimatstadt Abschied genommen von Bernhard Jagoda.

Am Freitag war der langjährige Präsident der Bundesanstalt für Arbeit im Alter von 74 Jahren in seinem Haus in Treysa verstorben. Das Requiem hält Generalvikar Gerhard Stanke (Bistum Fulda), es gibt zehn Konzelebranten, berichtete Pfarrer Michael Brüne weiter.

„Über 50 Jahre war Bernhard Jagoda Mitglied der Christlich Demokratischen Union. Sein beruflicher Weg führte ihn von der Verwaltung seiner Heimatstadt Treysa im Jahr 1970 in den Hessischen Landtag, wo er sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion war“, ist auf der Internetseite der CDU Schwalm-Eder ist zu lesen. Schon damals habe er sich einen großen Namen in der Politik gemacht.

1980 wechselte er als Abgeordneter in die Bundespolitik. 1987 wurde er Mitglied der Bundesregierung als Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, „in den Jahren der Wiedervereinigung erwarb Bernhard Jagoda sich hervorragende Verdienste“. Mit Recht sei er der Baumeister der sozialstaatlichen Einheit Deutschlands genannt worden.

„Für Bernhard Jagoda war sein politisches Handeln als Abgeordneter des Hessischen Landtages und des Deutschen Bundestages, als Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie als Präsident der Bundesanstalt für Arbeit durch seinen Glauben als katholischer Christ und durch eine besondere sozialpolitische Verantwortung geprägt“, wird der CDU-Kreis- und Bezirksvorsitzende, Bundestagsabgeordneter Bernd Siebert, zitiert.

Jagodas Tod sei für die Menschen in der Region ein großer Verlust, seine vielfältigen Verdienste und Ehrungen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, bezeugten, mit wie viel Engagement, Leidenschaft und Erfolg er sich für sein Land und seine Heimat eingesetzte, so Siebert.

In einer Fülle von Nachrufen und Traueranzeigen danken Jagoda etwa das Bistum Fulda und der Katholikenrat, die Kirchengemeinde mit ihren Gremien, die Christdemokraten aller Ebenen, der Rotary Club sowie die Führungskräfte der Bundesagentur für Arbeit. Agenturchef Frank-J. Weise wird heute in Treysa erwartet.

Zu seinem 70. Geburtstag sagte Jagoda der HNA-Berichterstatterin als „bekennender Optimist“: „Wir sehen zu oft nur das Schlechte, wenn wir unsere Talente nutzen, ist die Zukunft eine Chance, keine Gefahr.“ Von einem Pauschalverdacht gegenüber Arbeitslosen hielt er gar nichts, „jeder Mensch empfindet Schmerz, wenn er sich nicht gebraucht fühlt“. Seinerzeit schon warb er für Arbeitszeitmodelle.

Diesen letzten runden Geburtstag feierte Jagoda fröhlich im Kreise vieler, vieler Freunde, Sport- und Klubkollegen, Nachbarn und Weggefährten und natürlich seiner geliebten Familie mit Ehefrau Margot, seinen beiden Kindern und seinen Enkelkindern. (aqu)

• Requiem mit Trauerfeier 25. Juni, 13 Uhr, Heilig-Geist-Kirche, Steinkautsweg 1, Beisetzung im Anschluss auf dem Friedhof.

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