Vor Schrottplatz bewahrt

Premiere am Lokschuppen: Fest bei den Eisenbahnfreunden Treysa 

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Klein zieht Groß: Die im vergangenen Jahr von den Eisenbahnfreunde erworbene Diesellok wurde von Lokführer Heiko Altmann aus dem Schuppen gezogen und erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. 

Vor dem Schrottplatz bewahrt haben die Eisenbahnfreunde Treysa die sogenannte Jung-Lok, die über viele Jahre ihr Dasein in der Gießener Sammler- und Hobbywelt fristete.

„Der Besitzer des Museums ist verstorben und so wurde die Sammlung aufgelöst. Wir übernahmen die Lok und retteten sie für eine vierstellige Spende für eine gemeinnützige Organisation vor dem Schrottplatz“, erzählt Karl Budenheim, zweiter technischer Vorstand der Eisenbahnfreunde, die am Sonntag zum Tag der offenen Lokschuppentür im Rahmen des Tages der Industriekultur einluden.

Der neu erworbene Schatz benötigt jedoch noch jede Menge Pflege und Wartung, gab es den Motor doch nur im ausgebauten Zustand dazu. „Im Museum wollte man Motor und Lok getrennt voneinander zeigen. Jetzt bedarf es einer Generalüberholung, die viel Zeit und Geld kostet“, so Mark Nemeti, der den zahlreichen Besuchern auch die alte Dampflok gemeinsam mit Heizeranwärter Julian Haupel erklärte. „Das ganze Material wird nur von Dampf angetrieben“, machte der Lehrling seinen Besuchern im Lokführerstand immer wieder klar.

Die Jung-Lok, die ohne Motor natürlich nicht fahrbereit war, wurde mit einer weiteren Lok am Besuchstag aufs Drehkreuz gezogen und all die Eisenbahnfans hielten den Moment des Rangierens in unzähligen Fotos fest.

Knapp 50 Tonnen wiegt der leicht verblasste rote Koloss, mit dem nach erfolgreicher Restaurierung auch Dienstleistungsaufträge für den aktiven Bahnverkehr erledigt werden können. „Es ist eine 60 Jahre alte Streckendiesellok, die 60 Stundenkilometer fahren kann. Wir könnten damit beispielsweise Bauzüge fahren und so auch Gelder für weiteren Projekte generieren“, erklärte Karl Budenheim.

Finanzielle Unterstützung benötigen die Eisenbahnfreunde ebenso, wie sie auch tatkräftige Helfer für die Restaurierungsarbeiten an den alten Schmuckstücken brauchen.

„Allein für die Überholung des Fahrwerkes, die wir nicht selbst machen dürfen, benötigen wir bei der Dampflok 250.000 Euro. Eine reguläre Dampfloküberholung kostet schnell mal eine Million“, weiß Marc Nemeti.

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