Neue Coronatestzentrum in der Schwalm

Treysa: Bis zu 500 Corona-Tests täglich möglich

Apotheker Kai Krähling demonstriert bei Tochter Lana die richtige Vorgehensweise bei dem Corona-Test.
+
Apotheker Kai Krähling demonstriert bei Tochter Lana die richtige Vorgehensweise bei dem Corona-Test.

Von den ersten Plänen bis zur Umsetzung dauerte es nur knapp zwei Wochen. Am Freitag öffnet in Treysa ein Corona-Testzentrum. Der Gilserberger Apotheker Kai Krähling hatte die Idee.

Schwalmstadt. „Wir brauchen Euch genau jetzt! Helft uns, die Pandemie ein Stück weiter in den Griff zu bekommen und vor allem den anderen Einzelhändlern vor Ort wieder zu öffnen“ – mit diesem Aufruf suchte der Gilserberger Apotheker Kai Krähling in den vergangenen Tagen in den Sozialen Medien Helfer für sein neues Corona-Testzentrum in der Bahnhofstraße in Treysa. Jetzt hat er sein Team zusammen und am Freitag um 9 Uhr geht es los.

Im Kampf gegen das Corona-Virus zählen Tests neben dem Impfen zu einem wesentlichen Baustein. Bislang sind kostenlose Bürger-Testmöglichkeiten aber noch nicht in der breiten Fläche und im großen Maßstab angekommen. Dank der Initiative des 42-Jährigen könnte sich das jetzt zumindest für den südlichen Schwalm-Eder-Kreis etwas ändern. Wie der 42-Jährige gegenüber unserer Zeitung sagte, habe das Testzentrum die Kapazitäten, um bis zu 500 Menschen täglich zu testen: „Je engmaschiger, desto besser.“

Zur Anwendung kommt dabei ein sogenannter POC-Test (Point-Of-Care-Test), zu deutsch Antigen-Schnelltests. Ein aktueller POC-Test bescheinige, dass man für 24 Stunden nicht ansteckend sei, erklärt Krähling.

Der Apotheker ist seit Mitte März Beauftragter zur Durchführung von Bürgertestungen. Bislang testete er in seiner Apotheke, die HNA berichtete. Von der Idee für das Testzentrum bis zur Umsetzung in Treysa dauerte es lediglich zwei Wochen.

Ganze Familie hilft mit

Eine von fünfzehn Testern ist Rosel Turner. Die Testerin freut sich auf den Start am Freitag und sagt: „Was Tübingen kann, das kann die Schwalm auch.“ Es sei wichtig, dass möglichst viele Menschen das kostenlose Angebot annehmen, so Turner: „Wenn jemand einen Beitrag im Kampf gegen Corona leisten will, dann kann er sich jetzt testen lassen.“ Sie sei froh, endlich aktiv zu werden, betont die Testerin: „Wir machen hier ein richtig schönes Testzentrum.“ Anfang der Woche wurde in dem ehemals von Gundlach Sport u. Mode genutzten Laden noch kräftig gewerkelt. Krählings ganze Familie ist eingebunden. Von Kindergartenkind bis zum Senior – alle machen mit.

Während Krählings Töchter den großen Raum als Spielwiese betrachten, streicht Reinhold Krähling, der Vater des Gilserberger Apothekers, noch schnell eine Wand. Man spürt, die selbstgestellten Ansprüche der Initiatoren an das Projekt sind hoch. Trotz FFP2-Maske, sieht man, dass Reinhold Krähling stolz auf das Engagement seines Sohnes ist – seine Augen leuchten, wenn er über das Projekt spricht. Auch Anne Krähling steht voll und ganz hinter der Idee ihres Mannes. Das ganze koste zwar Nerven, aber sie sei total neugierig, wie die Menschen das Angebot annehmen würden.

Familienprojekt: Beim Umbau des leer stehenden Ladens in der Bahnhofstraße half auch Vater Reinhold Krähling tatkräftig mit.

Bis ins Detail hat Kai Krähling den Ablauf in seinem Testcenter durchgeplant. Von der Anmeldung bis zum Ergebnis sollen maximal fünfzehn Minuten vergehen. Jeder der getestet wurde, bekommt ein Zertifikat mit dem Ergebnis.

Kern des Testzentrums sind vier weiße Zelte. Das sei hygienischer und auch die Privatsphäre werde gewahrt, erklärt der Gilserberger Apotheker. Die Räumlichkeiten in der Bahnhofstraße hat Krähling monatsweise gemietet, auch die Zelte besorgte er auf eigene Rechnung. Die Stadt Schwalmstadt unterstützt das Testzentrum mit Bestuhlung, im gegenüberliegenden Schwälmer Brotladen können die Mitarbeiter bis auf Weiteres die sanitären Einrichtungen nutzen. „Alleine hätte ich das so schnell nicht hinbekommen“, betont der 42-Jährige dankbar.

Probe wird nur im vorderen Nasenbereich genommen

Dank der großen Kapazitäten sei das Angebot auch für Firmen, Schulen oder Kindergärten interessant, ist Kai Krähling überzeugt. Bei entsprechender Koordination könnten große Gruppen geschlossen und schnell durchgetestet werden.

Bei dem vom Kai Krähling genutzten Corona-Test handelt es sich um eine Variante, bei der die Probe lediglich im vorderen Nasenbereich genommen wird. Ein tiefer Rachen- oder Nasenabstrich ist nicht erforderlich. Krählings sechsjährige Tochter Lana hat das Prozedere schon mehrfach gemacht. Angst hat sie keine, als ihr Vater die Vorgehensweise für unsere Zeitung demonstriert und sagt: „Das kitzelt etwas.“ Für Kinder wird außerdem eine Testoption angeboten, die dem Lutschen eines Bonbons ähnelt.

Er habe sich für Treysa entschieden, weil die Stadt für den südlichen Schwalm-Eder-Kreis zentral gelegen und damit gut erreichbar sei, erklärt der Apotheker: „Wir machen das so lange, wie wir gebraucht werden.“

Helfer für Testzentrum gesucht: Kontakt unter Tel. 0 15 22/7 02 63 52. (Matthias Haaß)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.