Heidelmann investiert 20 Millionen Euro

Schwalmstadt: Projekt für Generationen

Geschenk der Stadt Schwalmstadt an die Unternehmerfamilie: Die Adresse des Objektes wird den Namen des Vaters von Chefin Ute Bischoff (Foto) tragen, links die Söhne Christian und Till, rechts Volker Bischoff.
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Geschenk der Stadt Schwalmstadt an die Unternehmerfamilie: Die Adresse des Objektes wird den Namen des Vaters von Chefin Ute Bischoff (Foto) tragen, links die Söhne Christian und Till, rechts Volker Bischoff.

Schwalmstadt – Die Firma Heidelmann versteht sich als Familienunternehmen par excellence. Daran ließ Ute Bischoff als frischgebackene Großmutter gleich zu Beginn ihrer Rede keinen Zweifel. Auf dem weiten Baugrund mit 90 himmelhohen Betonsäulen in ihrem Rücken begrüßte sie als allerstes ihre kleine Enkeltochter Mila, die vor wenigen Wochen zur Welt kam und die Zeremonie im Kinderwagen verschlief. Dass die Kleine einmal in fünfter Generation die Verantwortung für viele Beschäftigte tragen wird, daran hat die stolze Oma dennoch keinen Zweifel gelassen.

Denn irgendwie geht alles immer viel schneller, als man denkt. Ute Bischoff, Geschäftsführende Gesellschafterin der Unternehmen Heidelmann, erinnerte daran, dass ihr Vater Hans Heidelmann vor 30 Jahren mit der maßgeblichen Erweiterung der Firma An der Feuerwache begann. Grundsteinlegung für das erste Hochregallager war im Jahr 1989, die Übergabe an Bischoff erfolgte im Dezember 1993.

Seit zum Teil drei Jahrzehnten bestünden auch verschiedene maßgebliche Partnerschaften, solchermaßene Verlässlichkeit stehe ganz vorn an in der Heidelmann-Unternehmensphilosophie. Und so baue Heidelmann nach 2007 auch erneut mit den Firmen Goldbeck und Gringel. Die Ehrengäste von Landrat Winfried Becker über den Chef der Kreissparkasse, Michael von Bredow, Bürgermeister Stefan Pinhard und viele weitere hörten das sicherlich mit Wohlgefallen, und auch, dass man sich bewusst und überzeugt für die Erweiterung in Schwalmstadt entschieden habe, und zwar in unmittelbarer Nähe zum Bestand (sieh Artikel unten).

Zu den sehr guten Botschaften gehörte es dabei, dass aus 250 Arbeitsplätzen 300 werden sollen. Viele Köpfe werden auch für so einen monumentalen Bau gebraucht, immerhin 14 Schippen mit Bauhelmen steckten aufgereiht im Sand zum symbolischen Spatenstich, der aufgrund der Pandemie erst jetzt stattfinden konnte. Schon im Mai 2021 soll das neue Kühllogistikzentrum in Betrieb gehen.

So soll es nächstes Frühjahr aussehen: Der neue Standort ist direkt gegenüber des alten.

Mit der Erweiterung stehen dem Logistikdienstleister dann Lagerkapazitäten von insgesamt 50 000 Palettenstellplätzen in den Temperaturbereichen zwischen –30 und +25˚C zur Verfügung. Zudem entstehen auf dem Gelände ein modernes Verwaltungsgebäude mit 300 Quadratmetern und eine Lkw-Waschhalle.

Die Bauarbeiten durch den Generalübernehmer Goldbeck hatten im März begonnen, der Tiefbau und die Außenanlagen waren direkt an das Schwalmstädter Bauunternehmen Gringel vergeben worden. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf insgesamt mehr als 20 Millionen Euro.

Nächstes Jahr soll dann doppelt gefeiert werden, denn dann wird nicht nur der neue Komplex fertig, sondern das Unternehmen auch 75 Jahre alt sein.

Sonnenstrom für bis zu 25 Grad

Laut der Information des Unternehmens entstehen auf der neuen Fläche (52 000 Quadratmeter) ein Cross-Docking-Kühllager mit angeschlossenem temperaturgeführten Hochregallager, ein Verwaltungs- und Technikgebäude und eine Lkw-Waschanlage. Es ist eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Hochregallagers geplant. Der Neubau umfasst eine 4500 Quadratmeter große Halle für den zwischen +2°C bis +7°C temperaturgeführten Umschlag von Lebensmitteln sowie drei Hochregal-Units mit insgesamt 11 000 Palettenstellplätzen, die jeweils im Temperaturbereich zwischen +2°C und +25°C betrieben werden können. Die Cross-Docking-Halle hat eine Gesamthöhe von 9 Metern, das Hochregal ist 14 Meter hoch. Es gibt ein innovatives Dämm- und Energiekonzept.

Die Kühlung der Logistikbereiche erfolgt über eine Kälteerzeugeranlage mit dem natürlichen Kältemittel Kohlendioxid. Die Fotovoltaikanlage liefert zukünftig fast 29 Prozent des Energiebedarfs des Objekts. Die ganzheitliche Konzeption sichert der Heidelmann-Gruppe für das Gesamtprojekt den Standard KfW 55. Die Kühllogistik GmbH Heidelmann ist ein auf Lebensmittel- sowie Pharmalogistik spezialisierter Dienstleister. Durch die Mitgliedschaft im European Food Network bietet Heidelmannn neben internationalen Ladungstransporten auch die tägliche Distribution von Sammelgut in über dreißig Länder an.

Heidelmann verfüge über 100 eigene Fahrzeuge. Man kooperiere seit fast 25 Jahren mit Dachser-Food Logistics und sei Gründungsmitglied des European Food Network, einem Verbund führender europäischer Lebensmittellogistiker.

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