Stadtpolitiker gibt Ämter auf

Protest gegen Bürgermeister Pinhard: CDU-Fraktionschef Schenk schmeißt hin

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Stefan Pinhard:  Der Schwalmstädter Bürgermeister in seinem Amtszimmer.

Schwalmstadt. Die Bombe platzte zum Schluss: CDU-Fraktionschef Karsten Schenk legt seine Posten im Stadtparlament nieder – aus Protest gegen die Amtsführung von Bürgermeister Stefan Pinhard.

Mit einer langen Erklärung legte der fast dienstälteste Schwalmstädter CDU-Politiker am Ende der Stadtverordnetensitzung dar, was ihn zu diesem Schritt getrieben hat. Schenk: „Ich möchte wachrütteln, noch solch ein Jahr möchte ich der Stadt nicht zumuten, und schon gar nicht fünf Jahre.“

Stadtverordnetenvorsteher Reinhard Otto (CDU) hatte Schenk zur Überraschung sicher der meisten im Saal das Wort für eine persönliche Erklärung erteilt. Etliche Minuten torpedierte Schenk am Rednerpult die Arbeit Pinhards in dessen erstem Amtsjahr seit Dezember 2016. Schenk: „Es kann so in der Verwaltungsspitze nicht weitergehen.“

Pinhard hörte sich das gegen ihn gerichtete Trommelfeuer äußerlich kaum gerührt an. Laut HNA-Informationen kam es später noch zum Gespräch zwischen den beiden Männern, und der Verwaltungschef nahm wie immer am Dämmerschoppen nach der Sitzung teil.

Unmittelbar nach Schluss der Sitzung bekräftigte Schenk im Gespräch mit dieser Zeitung, dass er sich keinen anderen Rat mehr wusste, um Bewegung in die festgefahrene Situation zu bringen. Ein Bürgermeister-Abwahlverfahren wäre laut Schenk eine äußerst ungewisse Angelegenheit – vergleichbar mit einem Bürgerbegehren. Er selbst wäre bereit, nach einer Ära Pinhard wieder in die Stadtpolitik zurückzukehren.

Offenbar war Schenks Überraschungscoup teilweise schon vorab durchgesickert, seine eigene Fraktion war definitiv informiert. Andere wie der Grünenfraktionschef Dr. Jochen Riege harrten noch lange im Saal aus, um sich im Gespräch über die neue Situation klar zu werden.

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