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Prozess nach Streit mit Polizist - Verfahren gegen 20-Jährigen eingestellt

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Am Amtsgericht Schwalmstadt wurde einem 20-Jährigen der Prozess gemacht. Er soll einen Polizisten attackiert haben. Das Verfahren wurde nach widersprüchlichen Zeugenaussagen eingestellt. Archiv
Am Amtsgericht Schwalmstadt wurde einem 20-Jährigen der Prozess gemacht. Er soll einen Polizisten attackiert haben. Das Verfahren wurde nach widersprüchlichen Zeugenaussagen eingestellt. Archiv © Lea Beckmann

Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt wurde einem 20-Jährigen der Prozess gemacht. Er soll einen Polizisten attackiert haben. Das Verfahren wurde nach widersprüchlichen Zeugenaussagen eingestellt.

Schwalmstadt – Der Jäger einer kleinen Gemeinde im südlichen Schwalm-Eder-Kreis war mit seiner Frau im Juni 2021 rund um seine Wälder unterwegs. Er sollte mit einer Wärmebilddrohne Wiesen abfliegen, damit kein Wild bei Mäharbeiten zu Schaden kommt. Da hörte er Schüsse aus dem Wald, durch seine Drohne sah der Jäger das Auto des Beschuldigten.

Der 20-Jährige war mit seiner Freundin im Wald unterwegs. Der Jäger fragte den Jugendlichen, ob er geschossen habe. Daraufhin sei es eskaliert, berichtete der Jäger vor Gericht. „Ich bekam sofort eine pampige Antwort, der Angeklagte war aggressiv und beleidigend, das war schon eine bedrohliche Situation.

Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass die Schüsse nur aus einer Schreckschusswaffe kamen.“ Die beiden Jugendlichen schilderten den Jäger und seine Frau ebenfalls als aggressiv. „Er ließ uns nicht aussprechen, wir hatten nicht geschossen. Er führte sich auf, als sei er Polizist“, berichtete die Freundin des Angeklagten. Zudem habe er mit Gewalt gedroht, sollten sie den Ort des Geschehens verlassen.

Als die Polizei mit Maschinenpistolen bewaffnet eintraf, wollten sie den 20-Jährigen durchsuchen. „Der eine Polizist schlug mir meine Flasche aus der Hand. Ich fragte ihn, was das soll, da schlug er mir ins Gesicht und fixierte mich auf dem Boden, mit dem Knie in meinem Nacken“, erzählte der Angeklagte. Er sei zwar frech und provokativ gewesen, doch die Reaktion des Polizisten ginge ihm zu weit und er habe Anzeige gegen ihn erstattet.

Der Beamte schilderte, er habe ihm die Flasche aus der Hand geschlagen, er habe nicht die Idee kommen sollen, sich damit zu wehren. Danach sei der Angeklagte einen Schritt auf ihn zu gegangen und habe die Hände gehoben, sagte der Polizist weiter vor Gericht aus.

Das habe er als Angriff gewertet. „Es sah so aus wie eine Stoßbewegung, kann aber natürlich auch Gestikulieren gewesen sein. In der Situation ging es erst mal um Eigensicherung.“ Beim anschließenden Durchsuchen habe der 20-Jährige zwar einige abfällige Bemerkungen fallen lassen, gewehrt habe er sich aber nicht.

Die Jugendrichterin sah kaum noch Anzeichen für einen Angriff auf den Polizisten. Die Vorwürfe des Jägers und seiner Frau, der Jugendliche habe mit seiner Flasche vor dem Gesicht des Polizisten herumgefuchtelt, bestätigten weder der Angeklagte noch der Polizist. Da das Gericht zu der Bewegung des Angeklagten vor dem Schlag keine unabhängige Aussage habe – der andere Polizist, der vor Ort war, erschien nicht vor Gericht – wurde das Verfahren eingestellt. (Philipp Knoch)

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