Prozesse wegen Hehlerei in Treysa

Angeklagter Mann beschimpfte Zeugen als „Dreckschwein“

Treysa. Ein Angeklagter aus Schwalmstadt verließ laut schimpfend das Amtsgericht in Treysa. Die Tür zum Verhandlungssaal ließ er mit einem lauten Knall ins Schloss fallen.

„Sie waren ein williger Abnehmer“, mit diesen Worten hatte der Strafrichter zuvor den Mann zu einer Geldstrafe von 1050 Euro verurteilt. Der Richter sah es als erwiesen an, dass der 57-Jährige wissentlich einen Laptop gekauft hatte, der zuvor gestohlen worden war. Seine Beteuerungen, dass er nicht wusste, dass es sich um Diebesgut handelte, ließ der Richter nicht gelten. Der Angeklagte, der ohne Anwalt vor Gericht erschienen war, zeigte sich weder bei der Vernehmung noch bei der Urteilsverkündung einsichtig.

Stattdessen unterbrach er mehrfach den Richter und beschimpfte Zeugen. Als er den vermeintlichen Verkäufer der Hehlerware dann aber mit „du Dreckschwein“ begrüßte, wurde es dem Richter schließlich zu bunt: Mit den Worten „Jetzt ist Schluss“ verhängte er ein Ordnungsgeld über 150 Euro gegen den Angeklagten, was dieser nur mit „machen se doch“ kommentierte.

Schulden beim Angeklagten

Bei der Vernehmung hatte der Schwälmer zugegeben, dass er den Verkäufer kannte und auch wusste, dass dieser immer wieder Diebesgut aus Einbrüchen verkauft hatte. Zusätzlich hatte der polizeibekannte Mann bei dem Angeklagten noch Schulden und war voriges Jahr mit seiner Tochter zusammen.

„Das wusste ich aber erst später“, beteuerte der Angeklagte. Seine Tochter habe ihm den Laptop „von einem Freund“ zum Verkauf angeboten, da habe er nicht nachgefragt. „Ich habe ihr vertraut“, so der 57-Jährige. Die Tochter ist heute 15 Jahre alt, sie verweigerte vor Gericht die Aussage.

Selbst die passwortgeschützten Benutzerkonten auf dem Laptop hätten ihn nicht stutzig gemacht, sagte der Angeklagte: „Ich habe nur Solitär gespielt. Der Rest interessiert mich nicht“, antwortete der 57-Jährige knapp. Er hätte eh keine Ahnung, wie das alles funktioniert.

Weitere Indizien

Dazu kamen allerdings noch weitere Indizien: Der Verkäufer selbst bestätigte das Geschäft mit dem Angeklagten. Außerdem sagte ein Polizeibeamter vor Gericht aus, dass eine Telefonüberwachung des Verkäufers die Ermittler zu dem Angeklagten geführt hatte. Der Laptop wurde schließlich bei einer Hausdurchsuchung von der Polizei sichergestellt. Es handelte sich um einen Laptop der Marke Sony, den Wert der inzwischen veralteten Computer schätzte der Richter auf rund 150 Euro.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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