Radeln soll auch in der Schwalm sicherer werden

In der Stadt unterwegs: von links Susanne Klipper (ADFC) und Radverkehrsbeauftragter Ulrich Wüstenhagen zeigen die neuen Schutzstreifen in der Zwalmstraße in Treysa nahe des Kreisels. Foto: Sandra Rose

Seit wenigen Wochen gelten im Straßenverkehr neue Regeln, die insbesondere den Radverkehr sicherer machen sollen. An dem Gesetzesentwurf hat der ADFC maßgeblich mitgearbeitet. 

Mitglied und gleichzeitig Radverkehrsbeauftragter der Stadt Schwalmstadt Ulrich Wüstenhagen und Susanne Klippert, ebenfalls im ADFC aktiv, erklären die neuen Regeln und blicken auf die Infrastruktur für Radfahrer in der Schwalm.

Neu ist beispielsweise ein Mindestüberholabstand – 1,5 Meter innerorts und zwei Meter außerorts. „Mein Eindruck ist, dass viele Autofahrer bereits einen größeren Bogen um die Radfahrer fahren“, sagt Wüstenhagen, der täglich mit dem Rad zur Arbeit fährt. Handreichungen für die Kommune, die festlegen, wie die neuen Regeln kontrolliert werden könnte, gebe es noch nicht. In England etwa kontrollierten Polizisten in Zivil mit spezieller Messtechnik.

Die neue Abstandsregel gelte im Übrigen auch für die von Wüstenhagen geforderten und mittlerweile unter anderem in der Zwalmstraße umgesetzten Schutzstreifen seitlich der regulären Fahrbahn. „Viele Autofahrer wissen nicht, dass der Schutzstreifen nicht zum Fahrstreifen gehört“, erläutert Wüstenhagen.

Für Susanne Klippert ist der Schutzstreifen in der Bahnhofstraße hoch zur Mainzer Brücke „Gold wert“. Viele Radfahrer fühlten sich auf dieser stark befahrenen Strecke dadurch sicherer, oben angekommen allerdings löse sich das Ganze wieder im Mischverkehr auf. Und wer von der Ascheröder Straße auf den Haaße-Hügel abbiegen will, für den stellt sich das immer noch als große Gefahr dar, berichten die Radlobbyisten.

Mittlerweile gebe es eine Machbarkeitsstudie der Stadt, zu der der ADFC Stellung genommen hätte. Hierbei gehe es um eine direkte und eine indirekte Abbiegemöglichkeit, dessen Umsetzung laut Wüstenhagen in 2023 in Angriff genommen werden könnte.

Im Gespräch sei man mit der Stadt auch wegen einer direkten Anbindung des Bahnhofsareals an den Haaße-Hügel. Eine stillgelegte Trasse könnte dazu benutzt werden, Studien aus anderen Orten zeigten, wie es gehen könne. „Das Gelände hat viel Potenzial, aber billig ist die Umsetzung nicht“, sagt der Radverkehrsbeauftragte. „Dennoch sollte die Idee nicht aus dem Fokus gerückt werden“, erklärt Wüstenhagen und beklagt einmal mehr das Tempo in der Verwaltung sowie übergeordneten Behörden. „Die Radfahrer haben sie nicht auf dem Radar. Aber ich sehe es als meine Aufgabe an, auf Sicherheitsmängel hinzueisen.“ Darauf würde allerdings selten eingegangen, erzählt er.

Eine weitere Baustelle sieht Wüstenhagen im Bereich des Horschmühlenwegs – hier fehlt nach wie vor eine qualifizierte Anbindung des Zweirichtungsradweges zwischen Treysa und Wiera (D4 beziehungsweise Radweg Deutsche Einheit). Im Dezember war der Magistrat beauftragt worden, mit Hessen Mobil an einer Lösung zu arbeiten. Schon 2015 habe die Stadt die Behörde auf die Notwendigkeit einer Querungshilfe hingewiesen. „Der Radweg wurde aber 2017 ohne Querungshilfe fertiggestellt“, sagt Wüstenhagen.

Nicht zufriedengeben will er sich mit einer von Hessen Mobil angedachten Kompromisslösung: „Es gibt Pläne für eine Querung stadteinwärts, von Treysa kommend vor der Einmündung. Dort fehlt aber Raum , in dem sich Radfahrer aufstellen können“, beklagt der Radverkehrsbeauftragte.

Auch würden Radfahrer, die Richtung Wiera unterwegs seien, in verkehrter Richtung über die Furt an der Einmündung des Horschmühlenweges geführt. Zudem befände sich der Radler für LKW-Fahrer, die aus dem Horschmühlenweg kämen, im toten Winkel. „Unfälle mit schwerverletzten Radfahrern sind vorprogrammiert“, ist Wüstenhagen überzeugt.

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