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Fernradweg R 4 blockiert – Hessen Forst verweist auf komplexe Abläufe

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Kalkhaufen versperrt komplett den Fernradweg R 4: Die ADFC-Ortsgruppe findet es nicht Ordnung, dass es weder eine Umleitung noch eine Sicherheitsabsperrung gab.
Kalkhaufen versperrt komplett den Fernradweg R 4: Die ADFC-Ortsgruppe findet es nicht Ordnung, dass es weder eine Umleitung noch eine Sicherheitsabsperrung gab. © Susanne Molis-Klippert

Die angekündigte Kalkung des Stadtwaldes sowie von Privatwäldern im Raum Schwalmstadt hat begonnen, ein Hubschrauber ist im Einsatz. Das dafür am alten Munitionsdepot bei Rörshain abgelagerte Kalksandgemisch ruft jetzt die ADFC-Ortsgruppe auf den Plan.

Schwalmstadt. Sprecherin Susanne Molis-Klippert bemängelt mit Nachdruck, dass man hier ein ebenso typisches wie ärgerliches Problem sehe: Weder für Fußgänger noch für Radfahrer sei an genau dieser Stelle noch ein Durchkommen möglich, „wenn es erforderlich ist, so in den Radverkehr einzugreifen, ist eine Umleitung das Mindeste“. Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) ist der Meinung, dass es geeignetere Stellen gegeben hätte. Kritisch sei auch zu bewerten, dass die vollflächige Zuschüttung des Weges, der als Fernradweg R 4 auch von übergeordneter Bedeutung sei, nicht abgesichert worden sei, es habe durchaus Unfallgefahr bestanden.

In diesem Punkt hat Hessen Forst inzwischen nachgebessert, auf Anfrage der HNA hieß es aus dem zuständigen Forstamt Jesberg, dass diese sich noch mit der Ordnungsbehörde der Stadt Schwalmstadt abgestimmt habe, die mit Warnbaken auf die kurzfristig eingeschränkte Nutzbarkeit des R 4 hinweisen werde.

Bürgermeister will das Thema in Radverkehrsbeirateirat bringen

Denn, so Hessen Forst-Bereichsleiter Christian Hiestermann, der Haufen werde in Kürze verschwunden sein. Es sei darüber informiert worden, dass es kurzfristig zu Einschränkungen kommen könne, so in unserer Zeitung und auf der Seite der Stadt. Das müsse grundsätzlich akzeptiert werden und komme etwa auch bei Holzerntemaßnahmen regelmäßig vor. Die Kalkung selbst werde nur etwa alle 15 Jahre durchgeführt. Dabei sei der Ablauf sehr komplex und zeitlich straff organisiert. Aufgrund hoher Sicherheitsansprüche müssen laut Hiestermann gerade die Ladeplätze gezielt und nach scharfen Kriterien ausgewählt werden. Die Beladung der Kalkbehälter während des Fluges erfolgt mittels Radlader und die Anlieferung des Materials „just in time“. Die Kalkhaufen verschwänden normalerweise binnen Stunden oder weniger Tage. Im aktuellen Fall habe es wegen Nebels Verzögerungen gegeben, seit Donnerstagnachmittag werde aber geflogen, der Haufen somit in Kürze beseitigt sein.

Vermittelnd äußerte sich Bürgermeister Tobias Kreuter im Gespräch mit der HNA. Das Waldgesetz des Landes räume forstwirtschaftlichen Belangen einen gewissen Vorrang ein und das Ganze finde nur in großen Abständen statt. Dennoch solle das Thema in der nächsten Sitzung des Radverkehrsbeirates beleuchtet und besprochen werden.

Gekalkt werden ca. 1000 Hektar Kommunal- und Gemeinschaftswald.

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