VdK kritisiert mögliche Gesetzänderung

Ralf Geisel über eine Senkung der Pflegehilfsmittelpauschale

Sozialverband VdK kritisiert mögliche Senkung der Pflegehilfsmittelpauschale von 60 auf 40 Euro.
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Sozialverband VdK kritisiert mögliche Senkung der Pflegehilfsmittelpauschale von 60 auf 40 Euro. (Symbolbild)

In einer Forderung kritisiert der Sozialverband VdK die mögliche Senkung der Pflegehilfsmittelpauschale von 60 auf 40 Euro.

Schwalm – Insbesondere in Zeiten einer Pandemie zeige dies, dass die ambulante Pflege vergessen werde. Wir haben mit Ralf Geisel, hessische Landesvorsitzender des Verbands privater Anbieter sozialer Dienste, über das Thema gesprochen.

Herr Geisel, wie wichtig ist die Pflegemittelpauschale für die ambulante Pflege?
Für alle Betroffenen ist es ein elementarer Bestandteil zur Vermeidung von Infektionen. Die Pauschale wird ja für zum Beispiel Handschuhe, Desinfektionsmittel und Mundschutz verwendet. Viele Produkte werden unumgänglich für die Körperpflege von Betroffenen benötigt. Neben dem Schutz vor dem Coronavirus beugt man so auch anderen Infektion wie etwa den Krankenhauskeimen (MRSA) vor.
Was würde es bedeuten, wenn die Pauschale bei 40 Euro liegt?
Die Pauschale wurde während der Pandemie deshalb angehoben, da es in kurzer Zeit zu einer Verknappung kam, die zu einem massiven Preisanstieg führte. Inzwischen ist der Markt wieder gesättigt, die Beschaffungskosten sind aber weiterhin außerordentlich hoch. Für 40 Euro würde der Kunde maximal zwei bis drei Produkte bekommen, die auch nach etwa zehn Tagen verbraucht wären.
Welche Auswirkungen hat die Senkung der Pauschale für Betroffene?
Angehörige und Betroffene müssen genauer schauen, ob man sich für 40 Euro noch ausreichend schützen kann. Natürlich kann man alles kaufen. Doch es gibt Menschen, die sich das nicht leisten können. Alle Entscheider kennen die Preise. Es ist mir unbegreiflich – hier wird bewusst der Schutz der Betroffenen riskiert. Das ist eine Situation, die man so nicht stehen lassen kann.
Eigentlich sollte während einer Pandemie nicht an etwas so Essenziellem gespart werden.
Das ist richtig. Sollte man aus Kostengründen gezwungen sein, Handschuhe mehrfach zu nutzen, verbessert dies nicht das Infektionsgeschehen. Man muss immer davon ausgehen, dass Menschen in der ambulanten Pflege ein hohes Alter und ein geschwächtes Immunsystem haben. Wird nun bei der Pauschale gespart, ist das in einer Pandemie trotz Impfungen ein falsches Signal seitens der Politik

(Fabian Busjaeger)

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