Nager breiten sich aus - Kammerjäger im Einsatz

Ratten tummeln sich am Walkmühlenzentrum in Treysa

Kein bisschen scheu: HNA-Redakteurin Sylke Grede hatte diese Woche am helllichten Tag keine Mühe, die Nager an der Wiera direkt am Walkmühlenzentrum abzulichten. Es handelt sich vermutlich um Wanderratten. Fotos: Grede

Treysa. Am Walkmühlenzentrum in Treysa tummeln sich seit Wochen Ratten. Die Nagetiere leben auf dem Grundstück in Richtung Bahnhofstraße, auch in den Beeten dort, und an der Wiera.

Vor Menschen zeigen sie wenig Scheu.

„Wir wurden vor zwei Wochen von Kunden darauf aufmerksam gemacht, dass mehrere Ratten auf dem Grundstück vor unserem Geschäft herumlaufen“, sagte Matthias Post vom Computer-Geschäft, das sich auf dem Areal befindet. Daraufhin habe man sich an den Grundstücksverwalter in Frankfurt gewandt, die Firma Kintyre. Auch ein Drogeriemarkt liegt an der betroffenen Stelle. Der für das Grundstück zuständige Sascha Sohns von Kintyre bestätigte das Problem und sagte: „Über unseren Dienstleister ISS Facility Services wurde bereits eine Schädlingsbekämpfungs-Firma beauftragt.“

Laut der Firma ISS wurden schon Köder ausgelegt. Da das Problem aber nicht vom einem auf den anderen Tag gelöst werden könne, komme die Schädlingsbekämpfungsfirma momentan wöchentlich, um die Köder auszutauschen. Es gehe zunächst darum, das Problem einzudämmen.

Doch woher kommen die Ratten auf einmal? „Es ist möglich, dass die Tiere sich durch Bauarbeiten rund um das Walkmühlenzentrum gestört fühlen und deshalb aus den Kanälen gekommen sind“, sagte Doris Heinmüller vom Ordnungsamt.

Genug Nahrung ist vorhanden: Ratte am Walkmühlenweg.

Die Bekämpfung der Ratten liegt in erster Linie im Aufgabenbereich der Grundstückseigentümer. Da sich die Nager aber auch auf den Bürgersteigen und im Bereich der Wiera aufhalten, wurde auch die Stadt tätig. Laut Bauhofleiter Edgar Steuernagel wurden in den entsprechenden Bereichen bereits Köder ausgelegt.

Der Leiter des Wildparks Knüll, Wolfgang Fröhlich, vermutet, dass es sich bei den Nagern um Wanderratten handelt.

Hintergrund: Nur, weil Ratten Krankheiten übertragen könnten, muss die Stadt nicht eingreifen. So besagt Paragraph 17, Absatz 2 des Infektionsschutzgesetzes: „Wenn Gesundheitsschädlinge festgestellt werden und die Gefahr begründet ist, dass durch sie Krankheitserreger verbreitet werden, so hat die zuständige Behörde die zu ihrer Bekämpfung erforderlichen Maßnahmen anzuordnen (...).“ Die Maßnahmen sind eben nur dann zu ergreifen, wenn Krankheitserreger auch wirklich nachgewiesen werden können. „Die Tatsache, dass Ratten Krankheiten übertragen könnten, reicht leider nicht für ein Eingreifen aus“, sagt Doris Heinmüller vom Ordnungsamt.

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