Alle 45 Minuten erkrankt allein in Deutschland ein Mensch an Leukämie

Rotary-Club Schwalmstadt startet mit einer Stammzell-Typisierung

Ließen sich typisieren: Kristina Bunk (links) und Tochter Camilla hatten aus der Zeitung von der Aktion erfahren, Grit Gröbel von der DSD (Mitte) informierte. Foto:  Rose

Ziegenhain. Der Rotary-Club Schwalmstadt hat anlässlich seines 40-jährigen Bestehens eine Typisierungsaktion ins Leben gerufen.

Nun könnten sich potentielle Spender im Ziegenhainer Krankenhaus registrieren lassen.

Alle 45 Minuten erkrankt allein in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Für an Blutkrebs Erkrankte ist eine Stammzell-Spende häufig die einzige Chance auf Heilung. „Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich möglichst viele Menschen typisieren lassen“, erklärte Rotary-Präsident Dr. Norbert Hesselbarth, der zusammen mit dem örtlichen Club, Dr. Reinhard Trolp, Schirmherrin Donata Schenck zu Schweinsberg und Heinz Robens von der Deutschen Stammzellspender-Datei (DSD) eine Typisierungsaktion in der Asklepios-Klinik in Ziegenhain geplant hat.

Am Dienstag stellten die Organisatoren ihr Projekt vor. Vorort gab es die Möglichkeit, sich im Ziegenhainer Krankenhaus typisieren zu lassen. Hintergrund des längerfristig angelegten Projekts ist das 40-jährige Bestehen des Rotary Clubs. Zunächst 5000 Euro stiftet der Club für die Organisation mehrerer Typisierungs-Aktionen. Für den Spender entstehen keine Kosten. Die Entnahme erfolge ambulant.

Für die angehende Krankenschwester Melanie Scholl war es deshalb ganz klar, bei der Aktion mitzumachen: „Ich hoffe, ich mache alles richtig“, erkundigte sie sich bei Christina Fischer von der DSD.

Dabei war die Spende denkbar unkompliziert. Mit dem Tupfer strichen sich auch Kristina und ihre Tochter Camilla Bunk zehn Mal über Zunge und Wangenschleimhaut. Dann verschwand das Wattestäbchen in einem Röhrchen, das mit einem Barcode versehen wurde. „In einigen Wochen erhalten sie dann die Bestätigung, dass sie typisiert sind“, erklärte Fischer. Die erste Typisierungsaktion fand jetzt im Krankenhaus statt, es folgte eine in der Knüllkaserne in Schwarzenborn. Am 30. April werden Schüler und Lehrer der Jugenddorf Christophorusschule Oberurff am Projekt teilnehmen.

„Das Schwalmgymnasium und die Melanchthonschule haben ebenfalls Interesse bekundet“, sagte Trolp. Grit Gröbel, Bildungsbeauftragte der DSD verdeutlichte: „Stammzellspender sind Lebenspender. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes so, dass dein Typ verlangt wird.“ Gesucht werde für Patienten immer weltweit. Und zwar nach dem „genetischen Zwilling“.

In Deutschland gibt es insgesamt 27 Spenderdateien. Die Chancen, den Zwilling zu finden, lägen bei Eins zu 300 bis zu Eins zu einer Billion, erläuterte Gröbel. Besonders erfolgreich seien Transplantationen mit Stammzellen junger Spender zwischen 18 und 40 Jahren. Gröbel warb deshalb besonders für Schulprojekte. „Wir wünschen uns noch mehr Partnerschaften mit Schulen.“ Auch Firmen sollten sich für Typisierungsaktionen angesprochen fühlen. „Spender gewinnen häufig Familie dazu. Nach zwei Jahren dürfen Spender und Empfänger entscheiden, ob sie sich kennen lernen möchten.“

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