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Rotkreuzlerin Annika Horn erhält Einsatzmedaille

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Annika Horn und ihr Kollege Markus Schmerer stehen Arm in Arm nebeneinander. Sie halten die erhaltenen Medaillen in der Hand.
Ehrung für Einsatz im Ahrtal: DRK-Bereitschaftsleiterin Annika Horn wurde mit der Einsatzmedaille Inland ausgezeichnet, auch ihr Kollege Markus Schmerer (ebenfalls auf dem Foto) und die Freiwilligen Felix Baum und Dawid Greiff. © DRK Ziegenhain

Annika Horn setzt sich gern für andere ein, seit vielen Jahren ist die 31-Jährige Bereitschaftsleiterin des Deutschen Roten Kreuz im Ortsverein Ziegenhain.

Schwalmstadt – Jetzt wurde sie für ihr ehrenamtliches Engagement vom Land ausgezeichnet – und zwar für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal.

Im vergangenen Jahr erhielt die junge Frau Post vom hessischen Ministerium, darin die Einladung zum Tag des Ehrenamtes für den September dieses Jahres. „Ich bin von einer normalen Versammlung ausgegangen“, erzählt sie.

Vor Ort wurden sie und ihre Kollegen dann aber mit einer besonderen Auszeichnung überrascht. Zusammen mit ihren Kollegen Markus Schmerer, Felix Baum und Dawid Greiff bekam Annika Horn vor 2000 Helferinnen und Helfern und deren Familien die Einsatzmedaille Inland verliehen. Sie und Schmerer nahmen sie persönlich entgegen, die anderen beiden konnten nicht teilnehmen.

Einsatz bei Hochwasserkatastrophe im Ahrtal

Die Einsatzmedaille Inland wurde anlässlich des Einsatzes im Ahrtal ins Leben gerufen und an alle hessischen Helfer verliehen, die in dem Gebiet tätig waren. Zuvor gab es lediglich die Einsatzmedaille Ausland, die beispielsweise für den Einsatz während der Waldbrände in Griechenland vergeben wurde.

An den Einsatz kann sich die 31-Jährige lebhaft erinnern, auch an die Anspannung. „Sobald die Piepser der Ehrenamtlichen im Katastrophenschutz angehen, müssen wir innerhalb von einer halben Stunde einsatzbereit sein“, erklärt sie. Dazu gehöre das Packen von persönlichen Sachen, die Absprache mit der Familie und dem Arbeitgeber.

Dass deren Zustimmung nicht selbstverständlich ist, betont Horn immer wieder und zeigt sich dankbar für das große Verständnis in ihrem näheren Umfeld.

Vor Ort hat sie zusammen mit ihren Kollegen die Betroffenen unterstützt, viel gesprochen, Nähe gezeigt. Dabei kam ihr ihre Ausbildung als psychosoziale Notfallseelsorgerin gelegen.

Der Einsatz im Ahrtal stellte bisher den Höhepunkt ihrer Einsatzgeschichte dar. Zuvor war sie neben vielen Ereignissen vor allem bei dem Chemieunfall in Homberg und in der Flüchtlingshilfe für Geflüchtete aus der Ukraine und aus Syrien aktiv. Für die Zukunft müsse man sich als Helfer aber eben auch vermehrt auf solche Naturkatastrophen einstellen, ist sie überzeugt.

ein zweiter Job in Vollzeit

Annika Horn startete mit ihrem fünften Lebensjahr im Jugendrotkreuz. Mit 16 trat sie dem DRK-Ortsverein Ziegenhain bei, seit 2015 ist sie Bereitschaftsleiterin. Innerhalb des Katastrophenschutzes übernahm sie die Aufgabe der Gruppenführerin.

„Das alles ist eine zusätzliche Vollzeitstelle“, erklärt die 31-jährige, die im Hauptberuf als Heilerziehungspflegerin im Schichtdienst in einer Kinder- und Jugendwohngruppe arbeitet. „Ich glaube, ich bin ein Workaholic“, beschreibt sie sich selbst schmunzelnd.

2011 hatte sie zusätzlich noch das Jugendrotkreuz in Ziegenhain neu aufgebaut, dessen Leitung sie aber aus Zeitgründen abgeben musste.

Arbeit beim DRK liegt in der Familie

Unterstützt wird sie bei all dem von ihrem Lebenspartner, der ihr, wie in vielen anderen Familien auch, „den Rücken freihält“. Eine Belastung, die oft vergessen werde, betont sie. Die Arbeit im Roten Kreuz liegt quasi in der Familie: Auch Mutter Edeltraut ist seit vielen Jahren als Vorstandsmitglied aktiv. Mit Blick auf die Zukunft vermutet Horn: „Ich denke, meine Kinder werden auch irgendwann beim Roten Kreuz sein.“

Im Gespräch mit ihr wird schnell klar, dass sie für ihre Aufgabe lebt. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, die wir in Ziegenhain haben.“ Ihr Antrieb sei, anderen Menschen zu helfen, für sie da zu sein, wenn Hilfe benötigt wird und ihnen Sicherheit zu geben, erklärt Annika Horn. Diesen Antrieb sehe sie bei ihren vielen Kollegen. Deshalb werde sie auch nicht müde, für das Ehrenamt zu werben. (Jannik Ohrndorf)

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