Amtsgericht Schwalmstadt

Rucksack in Teich geworfen: Gericht verurteilt drei Männer wegen Unterschlagung

Wegen gemeinschaftlicher Unterschlagung mussten sich drei Angeklagte aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht verantworten.
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Wegen gemeinschaftlicher Unterschlagung mussten sich drei Angeklagte aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht verantworten.

Wegen gemeinschaftlicher Unterschlagung mussten sich drei Angeklagte aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht verantworten.

Treysa - Der Staatsanwalt warf ihnen vor, im April 2020 gegen 16 Uhr einen herrenlosen Rucksack an einer Bushaltestelle gefunden und mitgenommen zu haben. Bei einem Verwandten der Täter hätten sie den Rucksack durchsucht, das Geld aus einer Brieftasche genommen und den Rucksack mit dem restlichen Inhalt am Abend in einem Teich des Ortes versenkt.

Der jüngste Angeklagte, ein 15-jähriger Schüler, gab den Sachverhalt sofort zu. Er habe den Rucksack gesehen und auf Aufforderung des mitangeklagten 28-Jährigen mitgenommen, sagte er. Sie hätten das Geld entnommen und seien zu einem Lebensmittelmarkt gegangen, um sich davon Essen und Trinken zu kaufen. Der 28-Jährige jedoch bestritt, etwas mit der Unterschlagung zu tun zu haben, während der dritte Angeklagte, ein 25-jähriger Mann erklärte, er habe den Rucksack zwar nicht selbst an sich genommen, aber er habe ihn später in den Teich geworfen.

Die Rucksackbesitzerin sagte als Zeugin aus, dass sie den schwarzen Rucksack bei einem Spaziergang an der Haltestelle vergessen habe. Kurz danach habe sie die drei Angeklagten an dem Ort gesehen. Als ihr später einfiel, dass der Rucksack stehen geblieben sei, sei sie sofort zur Bushaltestelle geeilt, jedoch habe sie ihn dort nicht gefunden. Sie sei deswegen zum Lebensmittelgeschäft gefahren, wo sie die drei Angeklagten und die Lebensgefährtin und Kinder eines der Männer angetroffen habe. Die kleine Tochter des 28-Jährigen habe auch sofort gesagt, dass der Papa einen schwarzen Rucksack mitgenommen habe, erinnerte sich die Zeugin. „Ich habe ihnen gesagt, sie dürften das Geld behalten, sollten mir aber den Rucksack zurückgeben, da darin alle meine Papiere, Bankkarten und Brillen waren“, beschrieb sie die Situation. Jedoch hätten alle so getan, als wüssten sie von nichts.

Am Abend sei sie zu dem Jüngsten gefahren, der habe auch alles zugegeben, deswegen habe sie erneut die Lebensgefährtin des 28-Jährigen angerufen. „Ich sagte ihr, behalt das Geld und stell mir den Rucksack einfach vor die Tür“, berichtete die Geschädigte, doch die Frau sei daraufhin ausfallend geworden. Deswegen habe sie dann Anzeige erstattet. Insgesamt sei ihr ein Schaden von 630 Euro entstanden.

Die Richterin sah die Tat durch das Geständnis von zwei Angeklagten und der Zeugenaussage als erwiesen an. Sie verurteilte den 15-Jährigen zu 50 Sozialstunden. Die beiden anderen Angeklagten müssen jeweils 100 Sozialstunden ableisten und erhielten eine Geldstrafe über 150 Tagessätze zu je 15 Euro, also 2250 Euro. Die erwachsenen Täter seien bereits mehrfach vorbestraft, die Geldstrafe in dieser Höhe sei das letzte Warnsignal, so die Richterin. „Wenn noch einmal etwas passiert, wird es keine Geldstrafe und auch keine Bewährung mehr für Sie geben“, sagte die Strafrichterin.

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