Rumänienhilfe weiter aktiv

Pandemie trifft besonders die Kinder – es fehlt am Nötigsten

Leisten seit vielen Jahren Aufbauhilfe: Heinz, hier mit Hund Maxi, und Inge Thiel (rechts) mit rumänischen Freunden bei einem ihrer Hilfstransporte. Im Februar ist Heinz Thiel gestorben, der Verein wird seine Arbeit aber fortsetzen.
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Leisten seit vielen Jahren Aufbauhilfe: Heinz, hier mit Hund Maxi, und Inge Thiel (rechts) mit rumänischen Freunden bei einem ihrer Hilfstransporte. Im Februar ist Heinz Thiel gestorben, der Verein wird seine Arbeit aber fortsetzen.

Vorweihnachtszeit, das war für viele Menschen in der Region auch die Zeit, Päckchen für die Schwälmer Rumänienhilfe zu packen – nach dem Tod von Heinz Thiel, Initiator der „Schwälmer Rumänienhilfe“, wird es nun zwar keine Hilfstransporte mehr geben. Aber: Der Verein macht weiter.

Schwalmstadt. „Den Verein aufzulösen ist keine Option für uns gewesen. Wir wollen im Sinne und Andenken meines Mannes weitermachen. Schließlich haben die Kinder und Jugendlichen sonst niemand anderen“, sagt Inge Thiel. Die 72-Jährige bleibt die Vorsitzende des Vereins und unterstützt gemeinsam mit den anderen zehn Mitgliedern weiterhin die beiden Einrichtungen in Siebenbürgen/Rumänien. Ihr Mann Heinz war am 13. Februar im Alter von 75 Jahren gestorben.

„Leider haben wir nicht mehr die Möglichkeit, Hilfstransporte zu fahren. Das sind 1700 Kilometer und zum Teil herausfordernden Straßenverhältnissen“, sagt Thiel. „Mir blutet das Herz, gerade jetzt zu Weihnachten, dass wir nicht mehr selber Päckchen oder Sachspenden transportieren können. Doch wir sammeln weiter Geld, das unsere Partner vor Ort dann in unserem Sinne einsetzen.“ Die Partner kennt Inge Thiel seit Jahrzehnten. Sie waren schon in der Vergangenheit, wenn sie selbst nicht in Rumänien sein konnte, ihre Verbindung. Aus Telefonaten mit ihnen weiß sie, wie es nach anderthalb Jahren Corona-Pandemie dort aussieht: „Der Bedarf ist nach wie vor hoch. Die Kinder und Jugendlichen waren für ihre Herkunftsfamilien schon vorher eher eine Last. Wenn die Schulen und Heime jetzt in noch größere Schieflagen geraten, haben die Kinder keine Option. Die Spenden, die wir noch auf dem Vereinskonto hatten, haben sehr geholfen.“

In dem Kinderheim und der Förderschule mit Internat leben 200 Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren. Hilfe ist an fast an allen Ecken des Alltags nötig. „Wir werden künftig mit den Spenden vor allen Dingen lang haltbare Lebensmittel, Holz zum Heizen, Hygiene- und Medizinartikel, Schul- und Spielsachen vor Ort kaufen. Hinzu kommen die baufälligen Gebäude, in denen die Kinder leben. Das behalten wir im Blick“, erklärt Thiel. Dank der Spenden konnte 2018 ein neuer Heizungskessel für ein Gebäude des Heims, in dem die kleinen Kinder und die Mädchen bis 14 Jahren wohnen, gekauft werden. Doch das Wasser kam trotzdem nicht warm aus dem Hahn: Zum einen sind die Leitungsrohre überaltert und teilweise defekt, zum anderen fehlte das Geld zum Heizen. Meistens wurden nur an einem Tag pro Woche Heizung und Wasser warm.

Deswegen kamen im Jahr 2019 Solarmodule, finanziert durch Spenden, auf das Dach des Gebäudes. Auf anderen Gebäuden fehlen sie noch. „Die Solarmodule haben wir schon eingelagert. Mal sehen, wann und wie wir diese nun nach Rumänien bringen“, so Inge Thiel.

Eigentlich hatte ihr Mann sich das für Ende 2020 vorgenommen, im Januar waren sie das letzte Mal gemeinsam in Rumänien gewesen, im Oktober wurde er schwer krank. Inge Thiel: „So lange ich fit bleibe, mache ich weiter. Es wird jetzt eine andere Arbeit sein, nicht mehr so oft vor Ort, sondern aus Deutschland begleitend, aber genauso wichtig und nötig.“

Kontakt: Schwälmer Rumänienhilfe, Wilhelm-Helwig-Straße 19, Treysa, Tel. 0 66 91/96 65 32, E-Mail an hithiel@t-online.de (sro)

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