Autorin kann es nicht lassen

Sabine Rohn kämpfte um das Erscheinen ihres zweiten Buchs

Sabine Rohn: Die Mengsbergerin mit Haushund und Hauskatze in ihrem Garten, in den Händen hält sie das druckfrische Buch.
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Sabine Rohn: Die Mengsbergerin mit Haushund und Hauskatze in ihrem Garten, in den Händen hält sie das druckfrische Buch.

Sabine Rohn alias Nina Saro, 54, ist Wiederholungstäterin. 2012 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, Titel „Der Terror in mir“. Damals legte sie sich aus Vorsichtsgründen ihr Pseudonym Nina Saro zu.

Mengsberg – Das Buch erschien als Online-Publikation. Es war die „Verarbeitung der Ängste, die ich hatte, während mein Mann auf einem seiner Kampfhubschraubereinsätze in Afghanistan war“, erzählt sie.

Leider stellte sich der gewünschte Verkaufserfolg nicht ein. Beim zweiten Werk soll deshalb nun alles besser laufen. „Der Wunsch eines jeden Autoren ist es doch, seine Arbeit in einer Buchhandlung stehen zu sehen“, so die Mengsbergerin. Deshalb folgte sie dem Aufruf von Sebastian Fitzek.

Der erfolgreiche Psychothriller-Autor bietet weniger erfahrenen Schriftstellern an, ihn für Fragen auf dem Weg zum gedruckten Buch zu kontaktieren. Sabine Rohn tat das, und musste auf Fitzeks Antwort nicht lange warten. Sein Rat: Finger weg von Verlagen, die viel Geld für den Druck verlangen.

Sabine Rohn vergaß das nicht und begann 2019, fünf Jahre, nachdem die Idee zur neuen Geschichte geboren war, mit der Niederschrift. Dazu setzte sie sich in ihr Wohnmobil und fuhr mit Laptop und Hund allein für zehn Tage an die Ostsee. In dieser Zeit schrieb sie 50 der insgesamt 250 Seiten.

Worum geht es?

„Schreiben passiert bei mir aber auch schon mal zuhause nebenbei im Wohnzimmer, während Musik läuft oder der Fernseher“, erzählt sie. So füllten sich die Seiten, bis am Ende die Geschichte von „Opfer der Schuld“ rund war. Worum geht es? Alles dreht sich um Markus, Karen und Vivien.

Die repräsentieren nach außen alles, was eine glückliche Familie ausmacht. Oder doch nicht? Denn der beliebte Lehrer und Familienvater Markus verbirgt ein sehr frivoles Geheimnis: Eine Fetischbesessenheit fesselt ihn, treibt ihn in eine Affäre, und die endet in einer Katastrophe.

Es folgt der Absturz in die soziale Isolation und wirtschaftlichen Abstieg, mehr sei hier nicht verraten. Nina Saro geht es um den schonungslosen Blick hinter Kulissen eines Familien- und Dorfidylls, quasi ein Familienthriller, in dem sie ein Sittenbild zeichnet und hinterfragt. Eine eigene Geschichte wurde dann ihre Suche nach einem Verlag, sie kontaktierte einen nach dem anderen. Von vielen erhielt sie erst gar keine Rückantwort.

Angebote zwischen 4000 Euro und 10 000 Euro

Insgesamt bekam sie sieben Angebote, die zwischen 4000 Euro und 10 000 Euro lagen. Im Hinterkopf hallte immer der Hinweis Fitzeks. Letztlich entschied sie sich aus dem Bauch heraus für den Vindobona Verlag aus Österreich, der anfangs auch 4500 Euro für den Druck des Manuskriptes verlangte – ohne Lektorat.

Mutig antwortete Sabine Rohn und äußerte ihr konkretes Gegenangebot: 1000 Euro zu zahlen und bei den ersten 2000 verkauften Exemplaren auf die Tantieme zu verzichten. Der Verlag ging darauf ein. Nach endlosem Mailverkehr mit Österreich und dem Lektorat über einen Bekannten ist das Buch nun überall dort erhältlich, wo es Bücher gibt.

Für die Pferdeliebhaberin, die zusammen mit ihrem Mann einen Bauernhof mit Pferdepension betreibt und mit ihrer Familie für vier Jahre in Südfrankreich lebte, könnte damit ein weiterer großer Traum in Erfüllung gehen. Und vielleicht schafft es ihr Buch irgendwann auch noch fest in das Sortiment der Buchhandlungen. (Vanessa Schnücker)

Das Buch

250 Seiten, 18,40 Euro

Bestellung: office@voíndobonaverlag.com

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