Exotische Tiernachbildungen erleben und entdecken

Safaritour: Mit dem Handy in den Schwalmwiesen

Familienausflug in den Ferien: Bärbel Hartmann (links) und Frauke Koester (zweite von rechts) sind aus dem Odenwald und Bayern zu Besuch in der Schwalm. Gemeinsam mitWiebke, Ines, Merle und Jörg Koester aus Treysa erkundeten sie „Schwalm statt Safari“.
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Familienausflug in den Ferien: Bärbel Hartmann (links) und Frauke Koester (zweite von rechts) sind aus dem Odenwald und Bayern zu Besuch in der Schwalm. Gemeinsam mitWiebke, Ines, Merle und Jörg Koester aus Treysa erkundeten sie „Schwalm statt Safari“.

Schwalm statt Safari: Zum zweiten Mal lädt die Stadt Schwalmstadt Besucher diesen Sommer zu dem Gratis-Freiluft-Angebot ein. Wir haben es getestet, inklusive Quiz, QR-Codes und der neuen App.

Schwalmstadt – Nilpferd mit Baby, ein schwimmendes Krokodil in der Schwalm und eine Gruppe Erdmännchen erwarten die Besucher von „Schwalm statt Safari“. Abenteurer können sich auch ihren Weg durch ein „Dschungellabyrinth“ aus Mais bahnen. Wir haben für unsere Leser den fünf Kilometer langen Rundweg getestet und dabei andere Besucher nach ihrer Beurteilung gefragt.

Schwalm statt Safari: Wildtierparcours

Bei blauem Himmel geht es an einem Tag unter der Woche mittags los. Die Sonne scheint auf die lebensgroßen Tiere aus Alu-Dibond-Platten. Trotz starren Aluminiums wirken die insgesamt 20 Tiere recht realistisch. Neben einem Quiz und einer App können Qr-Codes genutzt werden, über die es Informationen zu den dargestellten Tieren gibt. Auch ihre Laute können damit abgerufen werden. Gebrüll, Grunzen und Bellen: Von Station zu Station macht es Spaß, einiges über die Arten zu erfahren.

App für erweiterte Realität macht Probleme

Neu dieses Jahr: Durch Scannen der Codes können Tiere in das Rückhaltebecken projiziert werden. Leider funktioniert die App nur mit Glück, viele können sie nicht herunterladen.

„Bei mir funktioniert die App leider nicht“, erzählt Jörg Koester, ein Besucher, den wir ansprechen. Er konnte die Anwendung zwar herunterladen, aber ihm wurde angezeigt, dass er nicht nah genug an den Tieren sei. „Das ist schade, ich hätte sie gerne genutzt“, meint er etwas enttäuscht. Wenn man Glück hat und die App mit dem eigenen Handy kompatibel ist, ist es schade, dass sie nur an drei Tieren genutzt werden kann.

Virtuelle Giraffen: Kira Müller erlebt mittels „Augmented Reality“ Tiere hautnah.

Beim Rundgang fällt auf: Informationen zu den Tieren gibt es nur wenige. „Für die Kleinen ist es schade, dass sie nicht selbst nachlesen können“, findet Frauke Koester, die mit ihrer Familie die Safari besucht. Sie würden sich weitere Infotafeln mit Fakten zu den Tieren wünschen. Und auch uns fällt auf, dass die Inhalte zu wenig Kontext geben, um die Quizfragen zu beantworten. Die Fragen sind spannend, und wir als Besucher würden gerne wissen, welche die richtigen Antworten sind. Die Quizkarten sind in regelmäßigen Abständen bei den Tierexponaten postiert.

Tolle Möglichkeit für einen Ganztagsausflug

Die Nutzer sind aber nicht unzufrieden, gerade in der Coronapandemie mit vielen Einschränkungen sei die Safari eine Option, etwas zu unternehmen. „In Verbindung mit einem Picknick kann es zu einem Ganztagsausflug werden“, findet eine Besucherin, die namentlich nicht genannt werden möchte.

Tiere zum Anfassen: Gabriele Friedrich (59) aus Ziegenhain

Es kann an jedem Punkt „eingestiegen“ werden, Abstandhalten ist an diesem Ferientag keinesfalls ein Problem. Für Leute ohne Ortskenntnis müssten aber geeignete Parkplätze und der genaue Rundweg ausgeschildert sein. Für Kinder ist die Strecke von fünf Kilometern lang, unser Vorschlag: die Safari in kleinere Runden aufteilen, sodass man an einem anderen Tag wieder einsteigen kann. Die Enkelin von Gabriele Friedrich hatte aber auch zu Fuß kein Problem mit der Länge der Strecke. Hoch motiviert lief sie von einem Tier zum nächsten, ohne aus der Puste zu kommen. Für sie ein tolles Erlebnis, und ihre Oma ist auch begeistert: „Ich bin zum dritten Mal hier. Die Safari gefällt mir echt gut.“ Sie wollen wiederkommen. (Kira Müller und Celine Kühn)

Ausflugsmöglichkeit in der Coronapandemie

Was bietet sich den Besuchern und was kostet das die Stadt?

Wie lang dauert Schwalm statt Safari?
In diesem Jahr startete die Aktion passend mit den Sommerferien, enden soll sie mit den Herbstferien.
Was ist neu?
Es gibt einiges mehr als voriges Jahr, einige neue Figuren – auch drei heimische Vogelarten –- die App, die mit etwas Verspätung startete, das „Dschungel-Labyrinth“ in einem Maisfeld. 2020 wurde Schwalm statt Safari zum ersten Mal angeboten. Sie durfte nach einem juristischen Namensstreit nicht Schwalmsafari heißen. Die Route ist dieses Jahr verändert, der Haupteinstieg ist an der Osttangente Treysa, nicht mehr hinter Rohde in Ziegenhain.
Wie groß ist der Aufwand?
Auf HNA-Anfrage nannte die Stadt Schwalmstadt für 2021 bislang Kosten von etwa 20 000 Euro für die Anschaffung der neuen Exponate und das Erstellen der App mit 3D-Animationen. Inoffiziell beträgt das Budget deutlich mehr. Es sei noch Spielraum für kulturelle Veranstaltungen rund um das Angebot und die Gestaltung der Hagebau-Fassade mit großen Transparenten exotischer Tiere. Für den Auf- und Abbau sorgt der Bauhof.
Wer ist Zielgruppe?
Die Stadt teilt dazu auf Anfrage mit, das Einzugsgebiet sei vermutlich zwischen Marburg, Kassel, Alsfeld und Korbach. Man könne per Internet aber Besucher aus allen Bundesländern erreichen. Besonders junge Familien würden, auch mit dem Rad, nach Schwalmstadt kommen. Sie könnten danach auch einkehren oder einkaufen. Am Wochenende ist der Besuch besser, zum Beispiel am gestrigen Freitag waren gegen 14 Uhr keine Safaribesucher unterwegs.
Wo kann geparkt werden und wie viel Zeit braucht es?
Viel Platz gibt es am Haaßehügel und unterhalb der ehemaligen Hazienda.

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