Kultursommer Nordhessen

Saxophonquartett gastierte mit Hommage an Leonard Bernstein in Treysa

Gewitter beendete Open Air: Publikum und Musiker zogen in das Haus für Gemeinschaftspflege um.

Treysa. Im Rahmen des Kultursommers Nordhessen gastierte am Samstagabend das sonic.art Saxophonquartett in der Altstadt. Trotz der dunklen Wolken starteten die Musiker in der Totenkirche.

Unter dem Motto „Hommage an Leonard Bernstein“ anlässlich des 100. Geburtstages des Komponisten begann das Quartett mit der Ouvertüre zu „Candide“. Die leise verspielte Melodie schuf eine wunderbare Stimmung in der alten Kirche. Doch schon beim zweiten Stück des Abends, der Suite after „Porgy and Bess“ von George Gershwin, verschlechterte sich das Wetter und der erste Regenguss fiel auf die Zuhörer, außerdem kündigte ein tiefes Donnergrollen ein nahendes Gewitter an. Die Konzertleitung entschied, in das Haus für Gemeinschaftspflege umzuziehen. So packten die vier Musiker, die Mitglieder von „Kultur vor Ort“ und rund 150 Zuhörer ihre Sachen zusammen und nach einer guten halben Stunde konnte das Konzert fortgeführt werden.

Adrian Tully, Sopransaxophon, Alexander Doroshkevich, Altsaxophon, Claudia Meures, Tenorsaxophon, und Annegret Tully, Baritonsaxophon, begannen erneut mit einem temporeichen Stück von Bernstein, dem „Slava!“. Im Gegensatz dazu standen die ausgesprochen ruhigen, fast schon träge zu nennenden Kompositionen „Three Preludes“ von Gershwin und das „Adagio“ von Samuel Barber. Der Abend endete mit einigen Liedern aus der berühmten „West Side Story“ von Bernstein.

Die Musiker spielten hervorragend und beherrschten offensichtlich ihr Handwerk, jedoch kam im Haus für Gemeinschaftspflege keine echte Konzertstimmung auf. Die biedere Einrichtung mit dunklen grünen Gardinen, kleinen alten Fotos der Treysaer Altstadt an den Wänden und einem verlorenen Ficus Benjamini befremdete. Die Akustik des Raumes enttäuschte und die Atemluft schwand spürbar. Die niedrige Decke im vorderen Teil verschluckte die Feinheiten der Instrumente und in dem bühnenlosen Saal waren die Musiker ab der dritten Reihe nicht mehr zu sehen. Schade, dass als Alternativort nicht die Stadtkirche gewählt worden war, denn so war der Genuss der hervorragend spielenden Saxophonisten doch deutlich eingeschränkt. Das Publikum applaudierte trotzdem herzlich.

Wie schön das Konzert im richtigen Rahmen hätte sein können, ließ sich erahnen, als die Musiker ihre Zugaben stehend spielten, so dass die Instrumente nuancierter zu hören waren und die Spielfreude auf den Gesichtern der Künstler sichtbar wurde.

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