Viele Läden am Marktplatz geschlossen

Einzelhandel unter Druck: Schaufenster gähnend leer

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Schöne Fassaden, kaum Läden: Rund ums Rathaus herrscht viel Leerstand. Foto: Rose

Der traditionelle Einzelhandel steht stark unter Druck, das lässt sich auch an der Situation in der Oberstadt von Treysa ablesen. Neben alt eingesessenen Lokalen wie dem Markteck, der etablierten Stadtapotheke und dem Frisör herrscht rundherum gähnende Leere oder ein häufiger Wechsel.

Nach mehreren Jahren des Leerstandes konnte immerhin der frühere Schlecker-Markt wieder reaktiviert werden, hier hat jetzt das Arbeitsamt seinen Sitz. „Bei privater Vermietung bleibt die Stadt schlicht außen vor“, sagt der Erste Stadtrat Detlef Schwierzeck. Die Betreiberin des Yoga-Studios habe ihre Räume vergrößern wollen und sei deshalb innerhalb der Stadt umgezogen: „Insgesamt ist der Leerstand ein Thema. Aber sowohl das Yoga-Studio als auch die Wunderbar haben eher ein Nischenprodukt angeboten.“

Nach wie vor sei die Bahnhofstraße die Hauptgeschäftsstraße. „Eine Vielfalt an Geschäften wird es am Marktplatz nicht geben, hierfür sind die Ladenlokale zu klein und die Frequenz an Fußgängern zu gering“, so Schwierzeck. Die Oberstadt soll als Ergänzung dienen, „der Schwerpunkt auf Büros und Dienstleistungen“ liegen.

Genau deshalb habe man das Arbeitsamt als Behörde dort einrichten wollen: „Es gibt 20 Beschäftigte und etliche Kunden.“ Der Mehr-Betrieb durch die Agentur für Arbeit werde jedoch nicht zu einer Renaissance der Oberstadt führen, erklärt der Erste Stadtrat. Was den Bereich des Marktplatzes und der Totenkirche angeht, setze die Stadt verstärkt auf Veranstaltungen. Der Stadtmanager arbeite an einem neuen Konzept.

Um über die Belebung der Oberstadt zu sprechen, werde es noch diesen Monat einen Termin mit den Altstadtfreunden und der Ortsvorsteherin geben, ein runder Tisch sei geplant.

Die Gesprächsbereitschaft ist fraglos da, wie Georg Schlamann, Vorsitzender der „Altstadtfreunde“ (Veranstalter der Kellernacht), sagt: „Es erschreckt uns auch, dass immer mehr leersteht. Wir haben als Altstadtfreunde vor, wie aktuell bei Asterods neben dem Markteck einige leerstehende Ladenlokale mit interessanten Hinweisen für Touristen zu füllen, aber mit der Vielzahl haben wir nicht gerechnet.“

Von Sandra Rose

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