Männer stritten sich um zehn Euro

Schlag mit einem Stein: 40-Jähriger wird zu Bewährungsstrafe verurteilt

Treysa. Ein Schlag mit einem Stein brachte kürzlich einen 40-jährigen Mann aus dem Altkreis Ziegenhain vor das Amtsgericht Schwalmstadt. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Mann im letzten Sommer Streit mit einem Bekannten.

Der Streit eskalierte und der 40-Jährige schlug seinem 23-jährigen Opfer mit einem 15 mal 15 Zentimeter großen Stein hinterrücks gegen die Schläfe. Unmittelbar vor der Tat habe der Angeklagte noch gesagt: „Ich schlag dir gleich einen Spaten durch das Gesicht und spalte dir den Kopf“, zitierte der Staatsanwalt aus der Anklageschrift. Mit einer großen Kopfplatzwunde musste der 23-Jährige in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Der von einer Pflichtverteidigerin begleitete Angeklagte gab die ihm vorgeworfene Tat ohne Umschweife zu und beschönigte nichts: „Es war so gewesen, wie es vorgelesen wurde.“ Auslöser des Streits am Sonntagabend sei ein Vorwurf des 23-Jährigen gewesen, erzählte der 40-Jährige: „Es ging eigentlich um 10 Euro, die ich geklaut haben sollte. Das war aber nicht so. Ich wollte ihn eigentlich nur zu Rede stellen.“ Der Spruch mit dem Spaten sei aber nicht so gefallen, wie es in der Anklageschrift stehen würde, stellte der Mann fest. Vielmehr habe er gesagt: „Ich nehme gleich was und hau dir Spacken auf den Kopf.“

Letztlich tue ihm die Sache sehr leid und er habe dem Opfer auch aus eigenem Antrieb bereits Schmerzensgeld angeboten. „Er geht mir aber aus dem Weg. Kann ich aber auch verstehen“, erklärte der augenscheinlich von seiner Tat selbst erschrockene Angeklagte.

Das Tatopfer war sich auf Nachfrage auch nicht mehr ganz sicher, welcher Worte bei dem Streit letztlich genau fielen: „Spacken könnte auch sein.“ Jedenfalls habe er nicht damit gerechnet, dass die Sache so eskaliert, sagte der schüchtern wirkende 23-Jährige.

Einige Zeit nach der Tat habe sich der 40-Jährige entschuldigt und tatsächlich eine Art Schmerzensgeld angeboten, bestätigte der Zeuge die Aussage des Angeklagten. Die Verletzung über dem Auge habe mit mehreren Stichen genäht werden müssen, würde ihn aber abgesehen von einer Narbe letztlich nicht beeinträchtigen, so der junge Mann weiter: „Mir geht es nur darum, dass der Steinschlag gesühnt wird.“

Man könne von großem Glück reden, dass nicht noch mehr passiert sei, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer: „Das hätte auch tödlich enden können, und wäre sicher nicht unter zwölf bis 15 Jahren ausgegangen.“

Kurzer Prozess

Am Ende der verhältnismäßig kurzen Verhandlung verurteilte das Gericht den 40-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von einem Jahr. „Ein Disput über zehn Euro ist keine Provokation“, stellte der Vorsitzende Richter in seiner Begründung fest. Die Strafe wurde für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Darüber hinaus muss der Angeklagte 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und 800 Euro Schmerzensgeld an das Opfer zahlen. (zmh)

Rubriklistenbild: © dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.