Bauliche Schwierigkeiten

Noch vor Freigabe: Schon Schäden am Kreisel in Treysa

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Nicht alle kriegen die Kurve ordnungsgemäß: Noch bevor er überhaupt fertig gestellt ist, haben Laster Teile des neuen Kreisels an der Bahnbrücke beschädigt.

Treysa. Seit Mai 2016 wird am Kreisel an der Hazienda gebaut. Offenbar dauert es noch Wochen, bis eine Freigabe möglich ist, unterdessen gibt es auch bauliche Schwierigkeiten.

Noch ist der neue Kreisel in Treysa im Bau, trotzdem zeigt er schon erste Beschädigungen. Zum Teil sind sie durch Lkw-Fahrer verursacht, deren Auflieger auf die schon eingebauten, schrägen Bordsteine geraten. Zugleich wurden vom Innenkreis Begrenzungssteine wieder entfernt, weil sie sich gelöst hatten. Das bestätigte auf HNA-Anfrage Bauamtsleiter Alexander Inden.

Öffentlich angesprochen wurden die Probleme in der jüngsten Bauausschusssitzung. Thomas Kölle (FWG) schilderte, dass Laster reihenweise über die frisch gesetzten Bordsteine walzen und fragte nach den Problemen mit dem Innenkreis.

Schäden feststellen 

Auf unsere Anfrage antwortete Bauamtsleiter Inden kurz nach der Bauausschusssitzung: „Wir prüfen derzeit die Ursachen für den Schaden am Innenkreisring. Es gibt hierzu aber noch kein abschließendes Ergebnis und zunächst sollte der Magistrat informiert werden. Wie der Schaden behoben wird, ist auch noch nicht entschieden.“ Zugleich betonte er, dass die Planung mit Hessen Mobil als Baulastträger abgestimmt und von dort auch freigegeben sei, „der Kreisverkehr ist auch für große Lkw problemlos zu befahren“.

Vier Ein- und Ausfahrten 

Das bezweifelt Thomas Kölle. Zwar sei die Bauweise des Kreisels an der Bahnüberführung dem des Kreisels an der Wierastraße sehr ähnlich, es bedeute jedoch einen erheblichen Unterschied, dass der eine drei, der im Bau befindliche jedoch vier Zu- und Abfahrten hat. Möglicherweise seien die „Schleppkurven“ nicht angemessen dimensioniert, offensichtlich seien jedenfalls Schäden entstanden.

Derzeit kein Asphalt 

Zugleich wurde in der Sitzung deutlich, dass sich die Fertigstellung des Kreisels noch hinziehen wird, allein schon deshalb, weil die Asphaltmischwerke in der Regel nicht vor dem 1. März öffnen. Wenn es die Witterung zulässt, könne es aber mit Vorbereitungsarbeiten auf der Baustelle weitergehen. Weiterhin gilt damit, dass es kein präzises Eröffnungsdatum gibt. Wie schon vor Weihnachten gemeldet, wird das Bauwerk „im Frühling“ freigegeben.

Im Mai könnte es dann soweit sein, rund ein Jahr nach Baubeginn Mitte Mai 2016. Viel zu lang, meint etwa Rafet Kurnaz.

Täglich bekomme man die Auswirkungen der Baustelle zu spüren, berichtete auf unsere Anfrage ein Sprecher von Autoteile Unger (ATU), Markus Meißner: „Wir spüren, dass weniger Kunden kommen“. Das versuche man durch besondere Angebote abzufedern. Man freue sich darauf, dass die Baustelle einmal ein Ende haben werde, „und dann sind wir für unsere Kunden noch besser erreichbar“.

Nicht alle kriegen die Kurve ordnungsgemäß: Noch bevor er überhaupt fertig gestellt ist, haben Laster Teile des neuen Kreisels an der Bahnbrücke beschädigt.

Der stadtbekannte Unternehmer Rafet Kurnaz betreibt die Tankstelle am Ortsausgang seit 1999 und kennt die Frequenzen genau. Er sagt: „Wir haben durch die Kreiselbaustelle Umsatzeinbußen von 20 Prozent, bei Lkw-Diesel sogar von 30 Prozent.“ Sein Betrieb werde daran zwar nicht zu Grunde gehen, aber ihm gehe es wie allen Unternehmern am vorderen Abschnitt der Friedrich-Ebert-Straße mächtig gegen den Strich, dass sich alles so hinzieht. Er kritisiert, dass die Bahnhofstraße und der Kreisel von ein und der derselben Firma parallel gebaut werden. Seiner Meinung nach wäre der Kreisel bei einem höheren Personaleinsatz wesentlich weiter, seinen Informationen nach hätte die Kreiselbaustelle innerhalb von Monaten abgewickelt sein können.Eine Schadensbegrenzung hätte es laut Kurnaz bedeutet, die noch unfertige zweite Hälfte des Kreisels über den Winter wenigstens provisorisch freizugeben. „Dazu hätte man die vorbereitete Fahrbahn nur schottern brauchen, das Material hätte ich sogar spendiert.“

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