Schulessen: Gesund schmeckt nicht immer lecker

Auch der Schulleiter isst nach eigenen Angaben öfters und gerne in der Mensa des Schwalmgymnasiums: Frank Siesenop mit HNA-Mitarbeiterin Michaela Pflug. Foto: Grede

Schwalmstadt. Zu oft Fleisch, zu kurze Pausen und zu selten Gemüse: Schulessen in Deutschland ist laut einer Studie häufig nicht gesund. Wir wagen den Selbstversuch im Schwalmgymnasium.

Es ist 11. 45 Uhr und noch herrscht in der Mensa des Schwalmgymnasiums in Treysa gähnende Leere, doch das wird sich ändern. Denn in der 80-minütigen Mittagspause werden hier jeden Tag 50 bis 70 Menüs von den Mitarbeitern des Unternehmens Hephata ausgegeben.

900 Schüler und Lehrer können diese Mensa nutzen, und heute auch ich. Zur Auswahl stehen wie jeden Montag bis Donnerstag drei Gerichte. Aktuell gibt es Berner Roulade in Rahmsoße mit Kartoffelpüree, Grießbrei mit Kirschkompott und einen großen Salatteller. Ich entscheide mich für die Roulade und lasse mir meinen Teller von Hephata-Mitarbeiterin Susanne Trescher befüllen. Sie zeigt mir auch, wo das Dessert steht und erklärt, dass ich mir einen Beilagensalat am Rohkostbüffet zusammenstellen darf. Zu Trinken gibt es Wasser, das ist gratis. 3,60 Euro hätte mich das Menü gekostet, wenn ich via Internet vorbestellt und meinen Chip aufgeladen hätte. 3,80 Euro, wenn ich es vergessen und mir spontan Essensmarken in der Caféteria gekauft hätte.

Beim Essen leistet mir Schulleiter Frank Siesenop Gesellschaft. Auch er kennt die Studie zum Schulessen, die momentan für Wirbel sorgt und fragt sich, wie praktikabel deren Empfehlungen sind. „Wir müssen versuchen, den Spagat zwischen dem Gesundheitsaspekt und den Schülerwünschen schaffen“, erklärt Siesenop. Das ist nicht einfach, denn wer im Schwalmgymnasium nichts essen möchte, der muss auch nicht.

Würde das Angebot nicht gut angenommen, würde das die Wirtschaftlichkeit und somit letztendlich auch die Sicherung des gesamten Mittagessens infrage stellen. Da müsse man dann auch Kompromisse eingehen, denn sonst würden sich die Schüler andere, meist auch eher ungesunde, Alternativen suchen. Das betrifft besonders die Schüler der Oberstufe, „da würde es mich freuen, wenn das Angebot in Zukunft noch besser angenommen würde“. Denn mit einem mit guten Sachen gefüllten Magen lasse es sich doch besser lernen.

Mein Magen ist am Ende des Essens mehr als gut gefüllt und mit dem Dessert habe ich arg zu kämpfen. Und dabei dürfte ich mir sogar noch einen Nachschlag nehmen. Darauf verzichte ich dann doch. Nicht weil es nicht schmeckt, sondern weil die Portionen doch ganz schön groß sind. Der Geschmack war grundsätzlich gut. Die Soße war etwas stückig und der Kartoffelbrei war mir etwas zu salzig und klebrig. Der Keks zu Mangocreme war leider durchgeweicht. Das Konzept des Salatbuffets hat mir gefallen und die Roulade war lecker. Note: Zwei Minus. (mia)

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