Hohn und Spott für die Politik

Schwälmer Büttenredner karikierten Possen und Pannen

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Die Waldbademeister: Vorn Thorsten Vaupel, dahinter Matthias Nöll.

Ob als Waldbademeister, Putzfrau aus dem Bundestag, junge Mutter oder Johannismann – hinter den Büttenrednern in der Schwalm liegen heute, am Aschermittwoch, intensive Wochen

Doch was waren in diesem Jahr die Themen in der Bütt? Wir haben uns die Reden von Bürgermeister Thorsten Vaupel aus Frielendorf sowie Udo Lohr, Dr. Bernd Adam und Kathrin Lohr aus dem Treeser Karneval angesehen.

Der Politprofi

Klar, dass in Lohrs Plauderei aus dem Bundestag eine nicht fehlen durfte – AKK: „Das Sturmgewehr aus dem Saarland ist jetzt zuständig für unsere Landser, mit ihrem Fachpersonal Käpt’n Iglo und Paul Panzer. Aber wie lange bleibt sie die Nr. 1 der CDU? Kein Scherz, noch haben wir Februar, aber bald haben wir... Merz.“

Kommentiert die große Politik: Udo Lohr steht seit 40 Jahren in der Bütt.

Auch über Verkehrsminister Andreas Scheuer wusste der Treysaer flott zu berichten: „The Master of the Mautdesaster, verprasste hirnlos Steuerzaster, aber das holen wir alles, Schein für Schein, mit der neuen Bonpflicht wieder rein.“ Und den Brexit kommentierte Lohr so: „Wenn die Briten darauf pochen, in Zukunft ihr eigenes Süppchen zu kochen, dann gönnt ihnen doch den Schuss ins Knie, denn kochen konnten die noch nie.“ Für die Absetzung der Lindenstraße konnte nur Eine verantwortlich sein: „Das war allein Frau Merkels Bestreben, Mutter Beimer muss weg, es kann nur eine Mutti geben.“

Die Mutti

Übers Muttis ein parlierte Kathrin Lohr, feierte damit Premiere in der Bütt: „Jetzt muss man sagen, Männer haben ja die tolle Eigenschaft der selektive Wahrnehmung – kurz gesagt: wenn was ist, weiter pennen.“ Vorher hätten ihr immer alle gesagt, ein Kind würde Licht ins Leben bringen: „Ja toll – nachts um 1, um 3 und um 5 Uhr.“

Premiere: Kathrin Lohr erzählte im ironischen Ton übers Muttersein.

Die Waldbademeister

Kurzerhand zum Waldbademeister – hierzu kann man sich in der Gutshof-Akademie in Großropperhausen ausbilden lassen – wurde Thorsten Vaupel. Gemeinsam mit Matthias Nöll karikierte er lokale Themen. 

Da erfuhren die Zuhörer, dass Waldbademeister schlicht eine Aufsichtsperson sei, der gestresste Großstädter in Kontakt mit der heimischen Flora – und natürlich auch den geplanten Windrädern – bringe: „Im Badeabschnitt Waltersberg bei Linsingen hängen die Idioten regelmäßig an den Pfeilern der Windräder, freuen sich und denken, sie könnten Schwingungen der Bäume spüren“, so Vaupel.

Allerdings gibt es bekanntlich nicht nur große Pläne für den Wald, sondern auch für manch anderes Areal, darunter entlang der Bundesstraße: „Es ist durchgesickert, dass der Bürgermeister dort das Gewerbegebiet mit Kleinflughafen, die „Area B254“ ansiedeln will. Allerdings ist das noch geheimer als die „AreA49“ in Schwalmstadt. Nicht mal der Gemeindevorstand und Kerstin Zinn wissen davon“, witzelte Vaupel.

Der Johannismann

Auch Bernd Adam fand reichlich Lokalkolorit zum Aufspießen, etwa das Gewerbegebiet Area 49: „Doch wer in Deutschland will was bauen, sollte erst nach einem Grundstück schauen. In der Reihenfolge hat man sich mal wieder geirrt, mach niemals die Rechnung ohne Landwirt.“ 

Kritischer Blick aufs Stadtgeschehen: Dr. Bernd Adam als Treeser Johannismann.

Zwei Urteile – das um eine durchgezogene Linie in der Zwalmstraße und das gegen Bürgermeister Klemens Olbrich, beschäftigten den Johannismann: „Justiz und Richter packen das Unrecht am Schopf, doch für mich steht seit Donnerstag das Recht auf dem Kopf. Ob eine Lücke im Strich oder ein Zaun den‘s nicht gibt. Im Namen des Volkes? Da komm ich nicht mit.“

Reichlich fragwürdig fand Adam auch die Pläne des Stadtmarketings: „Für schlappe 20 000 Euro Vorplanungsposten stehen vielleicht Plastikdinos in den Schwalmwiesen Posten.“

Von Sandra Rose

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