Kältewelle in Nordamerika

Fast minus 40 Grad: Schwälmer berichtet über den Extremwinter in den USA

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Klirrend kalt und teils dabei strahlend sonnig: Friedemann Stübing vor dem Hallenbad-Sportkomplex in De Kalb Illinois beim Frühsport am Donnerstagmorgen.

Illinois/Schwalm. Eine Kältewelle hat den Mittleren Westen der USA im Griff. Der Schwälmer Friedemann Stübing lebt seit über 25 Jahren in den USA und berichtet von der extremen Kälte.

Friedemann Stübing nimmt es mit Humor und lässt sogar einer kindlichen Experimentierfreude freien Lauf: Auf einem Foto, das ihn in der Dämmerung hinter dem Eigenheim in DeKalb (Illinois) zeigt, haucht er Atemwolken in die minus 32 Grad frische Morgenluft, „ich wollte mal ausprobieren, ob ich Schnee machen kann“.

Der 59-jährige Unidozent berichtete uns sozusagen aus dem Auge des Winter-Infernos, das die USA heimsuchte. De Kalb, wo er seit über 25 Jahren mit seiner Familie lebt, ist eine mittelgroße Stadt 100 Kilometer westlich von Chicago. 

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Bundesstaaten rufen Katastrophenfall aus

Eine Kältewelle hat den Mittleren Westen der USA fest im Griff. Extreme Temperaturen von fast minus 40 Grad Celsius forderten bereits Todesopfer. Viele Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. Mindestens drei Bundesstaaten riefen den Katastrophenfall aus.

Das Extremwetter entwickelte sich laut Stübing seit vergangenem Sonntag: „Da bekamen wir eine gute Menge Neuschnee und sinkende Temperaturen.“ Seine Uni, die Northern Illinois University, blieb geschlossen – zur Schneeräumung bis zunächst mittags. Dann zeigte sich, dass man der Massen nicht Herr wurde, alle Seminare bis zum frühen Abend seien ausgefallen. 

Hier liegt DeKalb:

Stübing bot stattdessen seinen Online-Kurs an, den er erst vor Kurzem entwickelt hatte. „Dann sanken die Temperaturen noch mehr ab, und die Uni sowie alle Schulen waren Mitte der Woche zu. Viele kleinere Betriebe und Geschäfte ersparten ihren Angestellten die bitteren Außentemperaturen. Manche machten erst später auf oder früher zu.“

Besserung in Sicht

Auch am Donnerstag und Freitag sei es nochmal bitterkalt gewesen, „aber es soll sich schon in den nächsten Tagen ändern“. Temperaturen über Null Grad Celsius würden ab dem heutigen Samstag erwartet. „Wegen der Schneeschmelze auf dem dem fest gefrorenen Boden könnte das wiederum zu Überschwemmungen führen.“ 

Eine ausnehmend ernste Situation habe in jedem Fall geherrscht, „die Leute wurden über Radio und Fernsehen immer wieder gewarnt und es wurde angeraten, vorzusorgen und Mittwoch und Donnerstag möglichst nicht raus zu gehen. Falls doch müsse man sich dringend entsprechend einmummeln.“ Es sei seltsam gewesen, die Stadt in Froststarre zu erleben, wenn man kurz draußen war, „kaum ein Mensch zu sehen, kaum Verkehr. Die Leute hielten sich an die Warnungen.“

Die Familie Stübing hatte das auch getan, zum Beispiel für Tage Lebensmittel eingekauft. „Wir ließen über Nacht Wasserhähne tröpfeln und hielten alle Vorhänge geschlossen – außer auf der Südseite, wo die Sonne spürbar den vorderen Teil des Hauses wärmer machte, als den hinteren.“ So sei es zumindest im besonnten Wohnzimmer schön warm gewesen. Einem Familienmitglied, der Hündin Kaiya, gefiel das Wetter sogar ausgezeichnet, sie ist ein Husky-Malamut-Schäferhund-Mix.

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