Pappel mussten weichen

Die Schwalm fließt bald im naturnahen Bett

Treysa. Von einem Kahlschlag in den Schwalmwiesen berichtete uns Ute Lorenz. Ihr und weiteren Lesern war die Fällung von Bäumen im Rückhaltebecken – erst einmal negativ – aufgefallen.

Tatsächlich beginnt damit die geplante Renaturierung der Schwalm (HNA berichtete) im Rückhaltebecken Ziegenhain/Treysa, teilte Peter Kugler, Betriebsleiter beim Wasserverband Schwalm, auf unsere Anfrage mit. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde mussten vor dem Start des Projekts 14 sogenannte Hybridpappeln weichen.

Kugler erklärt, dass es dafür mehrere Gründe gibt. Zum einen sei anstelle der Pappeln eine standortgerechtere Uferbepflanzung geplant, zum anderen seien die Pappeln alt und von Stürmen stark in Mitleidenschaft gezogen gewesen. „Es geht hierbei auch um die Verkehrssicherheit, darunter verläuft ein Fußweg“, so Kugler.

Hybridpappeln sind laut des Betriebsleiters alles andere als standortgerecht. Sie gehörten nicht ans Ufer. Ihre Blätter seien ledrig, das Laub lege sich auf den Flusssohlen ab, wo es aber nicht zersetzt werden könne. Was also wie Zerstörung aussieht, sei für den Naturschutz bestimmt. Die Schwalmwiesen sind zudem FFH-Gebiet, zum Schutz der Boden- oder Wiesenbrüter. Laut Kugler verhinderten die Pappeln eine weitere Ansiedlung der Vögel. „Wiesenbrüter halten Abstand zu solch hohen Bäumen, weil sie darin Raubvögel fürchten.“ Naturschützer Jürgen Holland-Letz hatte seinerzeit bei der Vorstellung des Projektes klargestellt, dass die Renaturierung letztlich aus dem „Kanalcharakter“ der Schwalm wieder einen Lebensraum mache.

Als Uferbepflanzung nicht geeignet: Entlang der Schwalm im Rückhaltebecken wurden die Hybridpappeln gefällt.

Im Uferbereich wird die Schwalm voraussichtlich ab Sommer aufgeweitet. Dazu hat der Wasserverband acht Hektar Land hinzugekauft. Extensiv bewirtschaftet werden sollen die Ländereien aber weiterhin.

Wie lange die Arbeiten im Rückhaltebecken dann dauern werden, kann Peter Kugler noch nicht sagen. Das hänge stark vom Wetter ab. Sei es trocken, könne die Aufweitung binnen drei Wochen gelingen.

Von der Renaturierung des Flusses sollen nicht nur die Vögel profitieren, sondern auch die Pflanzen und Tierwelt im Wasser.

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