Keine Spur von Euphorie

Schwalm: Interesse an Fan-Artikeln ist im Vergleich deutlich geringer

Inhaber Daniel Karwacki registriert in seinem Sportladen Intersport Karwacki in Neukirchen einen verringerten Absatz an EM-Fan-Artikeln.
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Inhaber Daniel Karwacki registriert in seinem Sportladen Intersport Karwacki in Neukirchen einen verringerten Absatz an EM-Fan-Artikeln.

Es kommt einfach keine richtige EM-Stimmung bei den Fans auf, Public-Viewing wie früher ist nicht möglich und in die Stadien dürfen nicht so viele Zuschauer wie sonst.

Schwalm – Die Pandemie dämpft das Erleben des europäischen Fußballturniers erheblich. Und das schlägt auch durch auf den Absatz von sonst beliebten Fanartikeln.

Die ungewöhnlich niedrige Nachfrage spürt etwa Daniel Karwacki, Inhaber des Sportgeschäfts Intersport Karwacki in Neukirchen: „Es läuft einfach nicht so gut wie sonst die Jahre zu einer EM oder WM.“ Er verkauft hauptsächlich Deutschland-Trikots, Hosen und Stutzen. Ein paar Trikots von Kroatien hat er aber auch im Sortiment. Dennoch sei der Umsatz der Fanartikel in seinem Laden um zehn Prozent im Vergleich zur letzten EM 2016 zurückgegangen. Die Regeln ließen nunmal kein richtiges Public-Viewing zu, sodass mancher Fan auf die Anschaffung eines Trikots als passendes Outfit dafür verzichte.

„Der schlechtere Verkauf hängt aber auch zum großen Teil einfach mit der Nationalmannschaft zusammen, weil sie nicht mehr die Leistung abruft, die sie mal hatte“, meint Karwacki. Die Euphorie sei verschwunden. Das macht der Händler daran fest, dass er bisher kaum ein mit einer Deutschlandflagge geschmücktes Auto sieht, „die Fans sind einfach frustriert“.

Immerhin gehe es aufwärts nach der Flaute durch das erste Spiel gegen Frankreich, „nachdem Deutschland dann allerdings gegen Portugal mit 4:2 gewonnen hatte, haben wir mehr Fanartikel verkauft“. Und als sich die Nationalelf ins Achtelfinale geschossen hatte, legte die Nachfrage ebenfalls moderat zu. Aber: „Einen richtig großen Verkaufs-Boom werden wir nur dann haben, wenn Deutschland ins Viertel- oder Halbfinale kommt“, erwartet Karwacki. Auch er hofft natürlich, dass Deutschland heute Abend gegen England erfolgreich ist. „Ich denke, es wird ein knappes Spiel, aber ich glaube wir gewinnen im Elfmeterschießen mit 8:7“, so sein Tipp. Und Karwacki ist der Meinung, dass es die Deutschen im Falle eines Sieges am Dienstagabend ins Finale schaffen, „nach England kommen nur noch leichte Gegner“.

Bernd Gundlach, Inhaber von Intersport Gundlach in Treysa, bedruckt Deutschland-Trikots.

Im weiteren Schwälmer Fachgeschäft für Sportartikel, bei Intersport Gundlach in Treysa, werden natürlich auch Fan-Artikel bereitgehalten. Inhaber Bernd Gundlach nennt den Verkauf aus diesem Segment im Vergleich zu den vorherigen WM- oder EM-Turnieren etwas geringer, aber dennoch wolle er nicht klagen, „verhältnismäßig läuft es wirklich gut“. Neben Biergläsern und Deutschlandketten werden natürlich Trikots der deutschen Nationalmannschaft verkauft, gerne im Laden individuell bedruckt, „das wird gut angenommen“.

Auch Bernd Gundlach stellte fest, dass nach der Niederlage gegen Frankreich weniger Fan-Artikel verkauft wurden. Als Deutschland dann gegen Portugal gewonnen hatte, sei die Nachfrage wieder gestiegen. Auf die Partie gegen England am Dienstagabend schaut er optimistisch: „Ich denke Deutschland gewinnt mit 3:2.“ Für ihn ist Deutschland eine Turniermannschaft, „wenn wir England besiegt haben, kommen wir mindestens ins Halbfinale und dann ist das Finale auch zum Greifen nah“. (Lea Beckmann)

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