Schwalm

Trotz Frost: Sträucher sind meist noch zu retten

Besonders immergrüne Pflanzen wie Bambus und Kirschlorbeer waren betroffen, berichtet Ulrike Steinbrecher vom Pflanzencenter Warmke.
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Besonders immergrüne Pflanzen wie Bambus und Kirschlorbeer waren betroffen, berichtet Ulrike Steinbrecher vom Pflanzencenter Warmke.

Leben und Arbeiten im Garten – viele zwischen Schwalm und Knüll lieben das. Wir besuchen in unserer Reihe Menschen mit grünem Daumen. Extreme Frostschäden treiben die Gärtner aktuell um.

Schwalm – Mancherorts sind es ganze Hecken, die nach dem extremen Frost braune Blätter aufweisen, anderswo nur einzelne Sträucher inmitten einer Reihenpflanzung oder nur einzelne Blätter: Viele Pflanzen, die als winterhart gelten, hat es in diesem Jahr erwischt. Besonders stark ist dies beim Kirschlorbeer zu beobachten – und stellt so manchen Gartenbesitzer vor ein Rätsel.

Karen Schwalm aus Sebbeterode hat bereits vor einigen Jahren eine kleine Hecke mit Kirschlorbeerbüschen gepflanzt, „doch so schlimm verfärbt wie in diesem Jahr haben sie sich noch nie“, so die Gartenbesitzerin. Zwei der Pflanzen in ihrer Hecke sind komplett braun verfärbt, andere nur gesprenkelt – „ich habe damals unterschiedliche Sorten gepflanzt“, meint sie sich zu erinnern.

Besonders immergrünen Pflanzen wie Kirschlorbeer oder Bambus habe der extreme Kälteeinbruch zugesetzt, sagt Ulrike Steinbrecher vom Pflanzencenter Warmke in Ziegenhain. Die extreme Trockenheit im Sommer, der relativ milde Winter und dann der kurze extreme Frost haben die Pflanzen weniger widerstandsfähig gemacht. Dies sei besonders bei vielen immergrünen Ziersträuchern auffällig.

Beim Kirschlorbeer sei dies stark sortenabhängig. Als besonders robust gegenüber Frost gelten die Sorten „Novita“ oder „Etna“, so Ulrike Steinbrecher. Allgemein gilt: Oft ist nicht die Kälte die Ursache für ein Erfrieren der Pflanzen, sondern ein Wassermangel nach extremen Temperaturschwankungen.

Manchmal sind es ganze Sträucher, manchmal nur einzelne Blätter oder Triebe, die sich braun verfärbt haben: Gartenbesitzerin Karen Schwalm aus Sebbeterode.

Der Kirschlorbeer verdunstet gerade bei schnell ansteigenden Temperaturen viel Wasser über die Blattflächen. Wenn vorher wie in diesem Winter strenge Kälte dafür gesorgt hat, dass der Boden tief durchgefroren ist, kann die Pflanze nicht ausreichend Wasser aus dem Boden beziehen, um den Wasserbedarf zu decken.

Doch rät die Pflanzenexpertin zu Geduld und genauem Hinsehen: Einige Sträucher haben im unteren Bereich noch grünes Blattwerk – bis zur Schneegrenze. Der Schnee habe die Pflanzen geschützt und sich als Isolierung erwiesen, so Steinbrecher. Viele Kirschlorbeerbüsche bilden bereits wieder kleine Knospen, werfen die welken Blätter ab und treiben neu aus. Nur selten müssten die Pflanzen ersetzt werden.

Unten grün, oben braun: Nur oberhalb der Schneegrenze sind die Blätter verfroren, der Schnee am Boden wirkte isolierend für die Sträucher.

Sie empfiehlt, die beschädigten Pflanzen zu entblättern und erfrorene Triebe zurückzuschneiden. Wie weit, zeigt ein kleiner Test, so Steinbrecher: „Einfach mal mit der Fingerkuppe an der Rinde etwas schaben, dann sieht man, ob er unter der obersten Schicht noch grün ist.“ Verfrorene Triebe seien hingegen tief braun.

Mit dem Griff zur Heckenschere sollte noch gewartet werden, weiterer Frost könnte die Pflanzen erneut schädigen. Spätestens nach zwei bis drei Jahren erreiche der schnellwüchsige Zierstrauch wieder seine alte Pracht.

Müsse dennoch eine Pflanze ersetzt werden, sei es empfehlenswert, die Erde auszutauschen, so Ulrike Steinbrecher: „Denn es tut einem Strauch immer gut, wenn er in frische Erde gepflanzt wird.“ (Kerstin Diehl)

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