Wieder Uhren in der Schule aufgehängt

Im Schwalmgymnasium in Treysa gilt Handyverbot

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Nur noch in den Pausen: Celina Steinhoff, Moritz Schwalenstöcker und Fabian B. Fenner (von links) vom Schwalmgymnasium akzeptieren, dass sie ihre Smartphones nur im Aufenthaltsraum für Oberstufenschüler nutzen dürfen.

Schwalmstadt. Das Schwalmgymnasium in Treysa hat die Nutzung von Handys verboten.  Einzig die Jugendlichen in der Oberstufe dürfen die Handys im Aufenthaltsraum nutzen.

Im Kollegium habe man über das Thema diskutiert, sagt Schulleiter Frank Siesenop.

Schon längst sind die neuen Medien aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob Handys oder Smartphones jedoch ins Klassenzimmer gehören, darüber sind sich weder Lehrer und Schüler noch Eltern einig. Zwar sollen Schulen neue Medien in den Unterricht miteinbeziehen, schwierig ist die Kontrolle vor Missbrauch.

Im Unterricht gelte am Schwalmgymnasium die Regel, dass das Smartphone nach einem konkreten Lehrerauftrag genutzt werden darf -etwa zur Recherche. Die Vielzahl der Schüler habe das Verbot positiv aufgenommen, sagt der Schulleiter. Die Oberstufenschüler am Schwalmgymnasium Celina Steinhoff, Moritz Schwalenstöcker und Fabian B. Fenner sind geteilter Meinung: „Es gibt eine Vertre-tungsplan-App, aber die kann ich dann nur im Aufenthaltsraum einsehen“, sagt Steinhoff.

Siesenop sagt: „Das Verbot hat den schönen Nebeneffekt, dass sich Schüler in den Pausen wieder unterhalten.“ Es gehe darum, eine sinnvolle Nutzung zu vermitteln. Das Verbot sei von den Eltern größtenteils begrüßt worden. Generell müssten aber auch Eltern stärker in die Pflicht genommen werden. Das Verbot von Handys an der Schule habe dazu geführt, dass wieder Uhren aufgehängt wurden. „Schüler tragen heute keine Armbanduhren. Sie schauen, um die Zeit zu erfahren, auf ihr Smartphone.“

Auch die Lehrer seien angehalten, das Handy nur im Lehrerzimmer zu nutzen. Im Unterricht würden zum Teil Tablets verwendet, etwa für die Notenverwaltung.

Klare Regeln gibt es auch in der Carl-Bantzer-Schule in Ziegenhain. Schüler dürften Handys in der Schultasche mitbringen. In Rücksprache mit dem Lehrer dürfe etwa ein erfreuliches Ereignis wie die gute Note den Eltern per Handy mitgeteilt werden.

Ebenso möglich sei die Nutzung für angesagte Recherche, verdeutlicht die stellvertretende Schulleiterin Gabriele Rode. „Aber tatsächlich kontrollieren lasse sich die Nutzung längst nicht mehr“, ist sie überzeugt. Von strikten Verboten hält auch Schulleiterin Heidrun Elborg wenig: „Man muss Nutzen, aber auch Grenzen aufzeigen.“ Dafür gebe es an der Schule ein Medienkompetenz-Konzept.

Um Fälle von Mobbing in Sozialen Netzwerken kümmere sich eine Schulsozialarbeiterin. Smartphones seien Fluch und Segen zugleich: „Diesen Prozess müssen Lehrer und Eltern gleichermaßen begleiten“, erklärt Rode. „Wo die Lösung liegt, wissen wir selbst noch nicht.“

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