Stauden sind eine gute Alternative

Schwalmstadt ist aktiv gegen das Insektensterben

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Blühfläche bei Ascherode: Insgesamt waren im Stadtgebiet 15 Blumenkreise an acht Standorten angelegt worden. Ein sehr guter Anfang, sagt das Ehepaar Holland-Letz. Nicht genug finden die Grünen, auf deren Antrag die Aktion zurückgeht. 

In vielen Gärten ging es im Sommer bunter zu, auch durch die HNA-Aktion „Der Landkreis blüht“. Schwalmstadt zeigte sich deutlich farbenfroher –mehrjährige Stauden sind pflegeleichter.

Wunderschön sahen sie aus, und auch jetzt, im Oktober, blüht es teils noch farbenfroh, wo sonst bestenfalls Gras war. Pflanzenkennerin Hiltrud Holland-Letz lobt die öffentlichen und privaten Blühflächeninitiativen des zurückliegenden Sommers ausdrücklich.

 Nicht zuletzt durch die HNA-Aktion mit ungezählten Tütchen kostenlosen Wildsamens war es in vielen Gärten bunter – und besser für Biene und Co. 

„Wirklich ein Gegenentwurf zu den hässlichen, Steingärten‘, die den Boden versiegeln und auch dazu beitragen, dass die Insekten so gravierend abnehmen, findet die Niedergrenzebächerin.

Doch leider vergehe die Pracht nun nach einem Jahr erst einmal, da sich nicht alle einjährigen Blühpflanzen gleichmäßig selbst versamen. Eine oder zwei Arten werden sich nach Hiltrud Holland-Letz‘ Erfahrung durchsetzen. Die Folge: „Entweder man ist unzufrieden, gibt auf oder erneuert die Anlage.“

Mehrjährige Stauden pflegeleichte Alternative

Als viel pflegeleichtere Alternative möchte sie allen mehrjährige Stauden ans Herz legen, „weil sie sich leicht versamen und eine dauerhafte Blüte über mehrere Jahre versprechen“. 

Ganz besonders möchte sie auf einige hinweisen, die in ihrem Garten schon seit Jahren fleißig blühen und sich versamen. „Vor allem sind es Wildstauden, die keine züchterischen Veränderungen erfahren haben und daher von Insekten und Vögeln eifrig besucht werden.“

Zugleich appelliert sie zusammen mit ihrem Mann Jürgen Holland-Letz, zur Vielfalt der rapide abnehmenden Kleintierwelt beizutragen und in den Gärten Nahrung und Entwicklungsmöglichkeiten zu belassen. 

Man sollte unbedingt abgeblühte Stängel stehen lassen, weil Insekten darin Eier ablegen, Raupen und Puppen von Schmetterlingen können darin überwintern.

Pflanzengerippe gegen das Insektensterben

„Schön sehen sie nicht aus, die grauen, tot erscheinenden Pflanzengerippe, aber im Innern ist Leben. Auch so kann man im Kleinen etwas gegen das Insektensterben tun.“

Zudem seien fast alle Wildstauden hitzeresistent und vertragen Trockenheit. Jede „Unkrautecke“ nütze Insekten und Spinnentieren mehr als Steinwüsten, so das Ehepaar Holland-Letz. Besonders empfehlen sie Gärtnern

. Eisenkraut (Verbene bonariensis),Blüteblau-lila, blüht bis zum Frost, in milden Wintern überlebend, sehr beliebt beim Taubenschwänzchen

. Lanzeneisenkraut (Verbene hastata), wie Eisenkraut, aber frosthart

. Sonnenhut (Echinacea purpurea), rot, 50 Zentimeter hoch, Blüte Juni bis September

.  Fenchel (Foeniculum vulgare) Juli bis September, bis zwei Meter hoch, liefert Tee und ist ein Insektenmagnet, schön auch in Sträußen

.  Rote Spornblume (Centranthus ruber), rot, 50 Zentimeter hoch, blüht nach Rückschnitt erneut

.  Dost (Eupatorium rugosum), bis 1 Meter hoch, August bis Oktober

. Gamander (Teucrium chamaedrys), 35 Zentimeter hoch, Blüte Juli bis zum Frost

. Muskatellersalbei (Salvia sclarea), 50 Zentimeter hoch, weiß/lila, Lieblingspflanze der Holzbiene

. Mutterkraut (Tanacetum parthenium), 30 bis 50 Zentimeter, weiß, zieht als Rosenbegleiter zuverlässig die Blattläuse auf sich, Therapeuticum schlechthin

.  Sonnenhut (Rudbeckia fulgida), gelb, bis 1,50 Meter, August bis Oktober, zweijährig.

Diese Stauden blühen erneut, wenn man alles Verblühte bald entfernt: Spornblume, Dost, Gamander, Muskatellersalbei, Mutterkraut. Wichtig, über den Winter reife Samen belassen.

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