80 Anlieger betroffen 

Dammschutz für Hochwasser in Schwalmstadt: Anlieger sollen Bäume fällen

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Archivbild: Hochwasser-Rückhaltebecken Treysa

Schwalmstadt. Aufgrund des Hochwasserschutzes müssen in Schwalmstadt entlang der Damm- und Deichanlagen am Hochwasserrückhaltebecken Bäume und Sträucher beseitigt werden.

Anderenorts sei bei vielen Dammbrüchen Bewuchs mitverantwortlich gewesen, dem gelte es vorzubeugen, erklärt Peter Kugler vom Wasserverband Schwalm. Die Entfernung von Gehölzen auf Deichen ist laut Kugler eine anerkannte Regel der Technik und wird auch im Hessischen Wasserschutzgesetz explizit gefordert. Bislang gibt es laut Regierungspräsidium Kassel aber noch keine Schäden am Schwalmstädter Damm.

80 Anlieger sollen Bäume und Sträucher auf eigene Kosten fällen

Betroffen sind nicht nur Grundstücke von Wasserverband und Stadt, sondern auch Privatgärten. Mit einem Schreiben forderte das RP achtzig Anlieger – von denen allerdings rund 40 in einer Seniorenanlage unter einer Adresse leben – auf, Bäume und Sträucher am Deichfuß innerhalb von fünf Metern auf eigene Kosten zu entfernen. Der Ziegenhainer Manfred Link gehört zu den Angeschriebenen und will sich juristisch wehren. 

„Die Politik spricht ständig von Naturschutz und jetzt soll hektarweise alles niedergerissen werden“, protestiert der Ziegenhainer: „Es hat sich Jahrzehnte bewährt, es ist nie etwas passiert.“ 

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Eine vertiefte Sicherheitsprüfung habe gezeigt, dass Handlungsbedarf bestehe, gibt dagegen Peter Kugler zu bedenken: „Es sollte im Interesse der Anlieger und aller Einwohner der gesamten dahinterliegenden Ortslagen sein, dass alles getan wird, um die Sicherheit der Hochwasserschutzeinrichtungen zu erhalten.“

Sollten Anlieger der Aufforderung bis Ende Februar 2020 nicht nachkommen, werden die Fällarbeiten kostenpflichtig angeordnet, heißt es in dem Brief des Regierungspräsidiums. Gegen die Anordnung könnten Gartenbesitzer natürlich klagen, erklärt Peter Kugler: „In vergleichbaren Fällen sind solche Klagen vor dem Verwaltungsgericht jedoch regelmäßig gescheitert.“

Schon 100 Mal Einstau im Becken

Das Hochwasserrückhaltebecken Treysa-Ziegenhain ist seit 50 Jahren in Betrieb. Bereits 100 Mal musste nach Angaben des Betreibers Wasserverband Schwalm Hochwasser in unterschiedlichen Höhen eingestaut werden. 

Das Becken war bislang schon dreimal bis zum Rand mit 8 Millionen Kubikmeter Wasser gefüllt. Noch seien an dem Bauwerk keine Schäden durch Bewuchs festgestellt worden, sagte ein RP-Sprecher auf Anfrage: „So lange will auch niemand warten.“

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