Schwalmstadt: Hunderte nahmen Abschied von Bürgermeister Dr. Näser

Es war eine Trauerfeier, bei der die mehreren hundert Trauergäste aus Politik, Sport, Wirtschaft und Kirche, aus Vereinen und Feuerwehren und natürlich einem Heer aus Freunden und Wegbegleitern einen Mann förmlich vor Augen hatten, der stets jedermann freundlich begegnet war.

Schwalmstadts Bürgermeister Dr. Gerald Näser, der vor einer Woche mit 52 Jahren an einer Krebserkrankung verstarb.

Der „immer ein Treeser Jung“ geblieben war, wie ein Redner sagte, ein unerschütterlicher Optimist, eine authentische Frohnatur, so ein anderer. Am Trauergottesdienst am Freitagnachmittag nahmen weit mehr Menschen teil, als in dem großen Gotteshaus trotz zusätzlicher Bestuhlung hätten Platz finden können. Viele folgten auf dem Kirchplatz auf bereitstehenden Bänken im schönsten Sonnenschein dem mit Lautsprechern übertragenen, bewegenden Gottesdienst mit Pfarrer Hartmut Wagner. Und sie hörten die erhebende Musik des Blasorchesters Schwalmstadt und der Liedertafel Treysa, denen Näser so verbunden war.

Aus Trauer möge neuer Lebensmut erwachsen, rief Pfarrer Wagner den Hinterbliebenen mit Näsers Ehefrau und den drei Kindern zu. Zu hören waren nicht nur Trauergesänge, sondern etwa auch das strahlende Sommerlied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, eingeleitet von brausendem Orgelspiel von Kajo Freischem. Alles in allem eine Trauerfeier, die „Gerry“ Näsers Lebensfreude hell widerspiegelte, eine Trauerfeier, bei der man gestandene Männer das Taschentuch zücken sah.

Viele Menschen wollten Nachrufe halten, doch nur vier wurden zugelassen. Stadtverordnetenvorsteher Reinhard Otto würdigte Näser als Menschen mit Herz, Engagement, Verstand und Leidenschaft, Schwalmstadt sei um eine bedeutende Persönlichkeit ärmer geworden, „einen bodenständigen Diener der Stadt, einen volkstümlichen Schwalmstädter“.

Landrat Winfried Becker nannte Näser fair, sachlich, respektvoll und freundschaftlich. Für die Christdemokraten in Stadt und Landkreis sprach Europastaatssekretär Mark Weinmeister von einem besonders schweren Verlust, Näsers Leistungen würden nachwirken. „Einen Teil von uns allen“ verabschiedete ein gerührter Jochen Helwig vom ESV-Jahn Vorstand.

Im Anschluss luden die Familie und die Stadt Schwalmstadt in die Festhalle ein. Die Beisetzung war dem engen Familienkreis vorbehalten.

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