Heidelmann investiert am Standort 20 Millionen Euro

Schwalmstadt: Kühllogistik mit höchster Effizienz

Die Baustelle aus der Luft: Die Schwalmstädter Firma Heidelmann Kühllogistik baut zwei neue Lager- und Umschlaghallen im Gewerbegebiet Saure Wiesen, im Mai soll das Areal eröffnet werden.
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Die Baustelle aus der Luft: Die Schwalmstädter Firma Heidelmann Kühllogistik baut zwei neue Lager- und Umschlaghallen im Gewerbegebiet Saure Wiesen, im Mai soll das Areal eröffnet werden.

Erst im September 2019 waren die Planungen fertiggestellt und beschlossen, vor gut einem Jahr war Baubeginn in den „Sauren Wiesen West“ an der Bundesstraße zwischen Ziegenhain und Treysa. Kommenden Monat nun soll der Betrieb in den beiden neuen Hallen der Firma Heidelmann starten.

Schwalmstadt – Die Hallen mit über 7000 Quadratmetern bieten ein Hochregallager und eine Warenumschlaghalle, dazu 300 Quadratmeter Büro-, Technik- und Aufenthaltsräume für Mitarbeiter und Fahrer sowie eine Lkw-Waschanlage und Parkplätze. Über 20 Millionen Euro investiert das mittelständische Familienunternehmen in das Projekt an der Hans-Heidelmann-Straße, die an den Gründer des Unternehmens erinnert.

Der Blick in die Gebäude vermittelt einen Eindruck der Dimension, die sich von außen nicht erschließt. In der 100 Meter langen und 45 Meter breiten Halle sind Arbeiter verschiedener Gewerke mit der Endmontage beschäftigt. Montiert sind in dem neun Meter hohen Bauwerk Kühl- und Lüftungsanlage. Sie sollen dafür sorgen, dass in der sogenannten Cross-Docking-Halle, die Waren-Umschlaghalle, konstante Temperaturen zwischen zwei und sieben Grad Celsius herrschen. „Die Temperatur ist für den Umschlag von Lebensmitteln notwendig“, erklärt Till Bischoff von der Geschäftsführung. Dabei sei es nötig, beim Umgang mit Lebensmitteln und Pharmaprodukten einen durchgängigen Temperaturnachweis zu erbringen.

Auf dem Betonboden fehlen nach Angaben von Bischoff noch die Einteilungen der Fahrwege der Förderfahrzeuge und Stapler, „die alle mit neuester Batterietechnologie ausgestattet“ sein werden. Auch die Einteilungen für die Waren, die für die Lkw gestimmt sind, fehlten noch.

Wahrlich gigantisch sind die Ausmaße des angrenzenden Hochregallagers. Auf einer Fläche von 100 mal 24 Metern sind drei getrennte Bereiche mit unterschiedlichen Temperaturen untergebracht. Erreicht werden kann das 14 Meter hohe Lager über automatische Rolltore. Im Lager selbst herrschen Temperaturen zwischen 2 und 25 Grad. LED-Lampen sorgen für Licht. Gesteuert werden sie über Bewegungsmelder, so dass nur dann Licht brennt, wenn im jeweiligen Bereich gearbeitet wird, erklärt Christian Bischoff, zuständig für Qualitätsmanagement und Technik.

Christian (links) und Till Bischoff von der Geschäftsführung auf dem Dach der Halle über der Kälteanlage.

Die unterschiedlichen Temperaturbereiche seien auf die Anforderungen der Kunden ausgerichtet. So sind beispielsweise im Pharmabereich andere Temperaturen nötig als im Bereich von Süßwaren. Dort lagere unter anderem Rohware, die zur gewünschten Zeit direkt an die Produktion, geliefert wird, erklärt Christian Bischoff.

Überhaupt stecken die neuen Gebäude voller Technik. Herzstück ist die Kälteanlage. In einem riesigen Raum mit einem schier unübersehbaren Geflecht an isolierten Rohren, Behältern und elektrischen Leitungen sorgen die Maschinen mit einer Leistung von zwei Megawatt, die mit dem natürlichen Kältemittel Kohlendioxid betrieben werden, für die nötigen Temperaturen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert knapp 30 Prozent des Strombedarfs. „Bei dem Projekt haben wir auf Nachhaltigkeit gesetzt“, sagt Till Bischoff und weist auf das Dämm-, Energie- und Lüftungskonzept hin. Damit erreichen die Gebäude einen Kfw-55-Standard.

Effizienz und Sparsamkeit stehen bei der Lkw-Waschanlage ebenfalls an erster Stelle. „70 Prozent des Wassers werden aufbereitet und wieder verwendet“, so Christian Bischoff.

Ergänzt werden die beiden Hallen von einem 300 Quadratmeter großen Gebäude mit Büro- und Besprechungsräumen. Dazu gibt es Sanitär- und Duschräume sowie Schlaf- und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Fernfahrer. Dass auch dort der Lüftungs- und Kühlanlagen für ein gutes Arbeitsklima sorgen, sei selbstverständlich, sagen Till und Christian Bischoff. 100 bis 120 Lkw-An- und Abfahrten täglich wird es geben. (Rainer Schmitt)

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