Bewerbung müsste im Herbst stehen

Schwalmstadt: Landesgartenschau im Visier

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Wallgraben am Sparkassenplatz: Das historische Gewässer würde ein Zentrum einer Landesgartenschau 2027 in Schwalmstadt sein, wenn es nach den Freien Wählern und dem Förderverein Kulturlandschaft geht .

Schwalmstadt nimmt die Ausrichtung der achten Hessischen Landesgartenschau im Jahr 2027 ins Visier. Die Entscheidung über eine Bewerbung muss spätestens im Herbst fallen.

In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung wurde als erster Schritt eine sogenannte Willenserklärung mehrheitlich gebilligt. Die SPD-Fraktion stimmte mit Nein.

Bis Ende März muss der Magistrat mit Bürgermeister Stefan Pinhard an Spitze nun ans Umweltministerium nach Wiesbaden schreiben. Pinhard machte in der Sitzung dabei keinen Hehl daraus, dass der Magistrat rein gar nichts von dem Vorschlag hält. Nach Informationen der HNA lehnte das Gremium eine Bewerbung einstimmig ab. 

Bürgermeister sieht unkalkulierbares Risiko

Pinhard: „Eine Landesgartenschau wäre für uns finanziell ein unkalkulierbares Risiko.“Schwalmstadt fehle ganz einfach das Geld, und dies besonders vor dem Hintergrund von immer kostspieligeren Aufgaben wie Kitas und Feuerwehrbedarfe.

Die Freie Wähler (FW) hatten die Idee kurz vor Weihnachten vorgestellt. Eine Gartenschau würde Wohn- und Lebensqualität steigern und für einen landes- und bundesweiten Bekanntheitsgrad sorgen. 

Freie Wähler: Mikroprojekte als Chance

Im Zuge des Bewerbungsverfahrens müsste vom Stadtmarketing unter Bürgerbeteiligung ein Konzept für eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden, so die Freie Wähler im Dezember. Im Stadtparlament plädierte FW-Fraktionschef Thomas Kölle jetzt dafür, erst einmal Informationen einzuholen. Kölle sprach von Mikroprojekten, die es zu entwickeln gelte, „ich sehe es als Chance“.

Willenserklärung kann zurückgenommen werden

Bindend ist die Willenserklärung der Stadt noch nicht, sie könnte – nach einer ausführlichen Diskussion – wieder zurückgenommen werden. Die Zeit könnte laut der Fraktion genutzt werden, um mehr Informationen zu sammeln und zu einer „soliden Entscheidungsfindung“ zu kommen, ob sich Schwalmstadt wirklich bewerben will.

Verein wirbt für Landesgartenschau

Wo der Magistrat „hohe und unkalkulierbare finanzielle Risiken und eine enorme Arbeitsbelastung“ sieht, ist der Förderverein Kulturlandschaft Schwalm schon in die Vollen gegangen. In einem Brief an alle Entscheidungsträger vom Bürgermeister bis zu den Fraktionsspitzen wirbt er dafür, sich über Erfahrungen von Ausrichtern schlau zu machen. 

DerVerein hat auch schon einen Themenabend angesetzt am 31. März, genaueres folge noch. Und die Details im Vorfeld einer Bewerbung, Stichwort Willenserklärung, hat offensichtlich auch der Förderverein recherchiert. 

Entscheidung muss im Herbst fallen

Landschaftsplaner Jörg Haafke in dem Schreiben weiter: „Wir sehen eine Landesgartenschau über den unmittelbaren wirtschaftlichen Faktor hinaus als Motor für eine zielführende Stadtentwicklung an.“ Es gehe um signifikante Fortschritte für den Lebens-, aber auch den touristischen Wert der Stadt.

Die Entscheidung über eine Bewerbung muss laut Haafke im Herbst fallen. Für ihn steht der Wallgraben im Zentrum, denn der sei Kulturdenkmal und touristischer Anziehungspunkt. Es solle ausgewertet werden, was die Landesgartenschau für Städte wie Bad Hersfeld, Bad Schwalbach, Bad Wildungen oder Gießen für Langzeiteffekte gebracht habe.

Von Anne Quehl

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