Gute Luft im Klassenzimmer

Marion Temme ist die neue Leiterin der Carl-Bantzer-Schule in Ziegenhain

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Buntes Motiv fürs Büro: Das selbst gemalte Bild einer Schülergruppe wird künftig als Leihgabe das Schulleitungszimmer von Marion Temme in der Ziegenhainer CBS schmücken.

„Es ist wie nach Hause kommen“, sagt Marion Temme und fühlt sich sichtlich wohl zwischen Schülerschaft und Kollegengespräch. Viel gibt es zu organisieren für die 59-Jährige, die erst vor Kurzem die Leitung der Ziegenhainer Carl-Bantzer-Schule übernommen hat. 

Für die Aufgabe ist die zupackende, gebürtige Westfälin aber bestens gerüstet – zuvor arbeitete Marion Temme sechs Jahre lang in der Bildungsverwaltung am Staatlichen Schulamt in Fritzlar.

Dabei kam Temme erst relativ spät im Schuldienst an. Nach ihrem Lehramtsstudium mit den Fächern Biologie und Englisch waren die Stellen rar, Temme wechselte in die Industrie, wurde Assistentin der Geschäftsleitung und machte ihren Fachbetriebswirt im Marketing. 

„Aber der Schuldienst hat mich nie losgelassen, ich habe mich dann doch noch einmal in Nordrhein-Westfalen beworben“, erzählt Temme. Ausgerechnet in Witten an der Ruhr – „einem Krisengebiet“ – stieg die Lehrerin in den Schuldienst ein.

Lehrerstelle in Schwalmstadt

Die niedrige Verbeamtungsgrenze war es, die schließlich den Ausschlag gab, sich auf eine Lehrerstelle in Hessen zu bewerben. „Ich dachte, Kassel ist von Dortmund gar nicht so weit weg. Dann wurde es Schwalmstadt und eine Kollegin vom Schulbuchverlag sagte zu mir, ich sei mir schon bewusst, dass ich nach Hessisch-Sibirien gehe“, erzählt Marion Temme. 

In der CBS bot sich bald die Möglichkeit, eine Vakanzvertretung in der Schulleitung zu übernehmen: „Es war die perfekte Kombination, Lehrer zu sein, aber auch mit Erwachsenen zu arbeiten.“ 2007 wechselte Temme als stellvertretende Schulleiterin an die Ohetalschule nach Verna, schließlich als Schulleiterin an die Erich-Kästner-Schule nach Homberg.

Digitalisierung ist ein wichtiger Baustein

Mit Themen wie Inklusion und der Beschulung für geflüchteten Kindern beschäftigte sich Marion Temme ab 2013 im Schulamt. „Es war eine sehr spannende Erfahrung, aber immer wenn ich Schulluft geschnuppert habe, war Wehmut dabei“, sagt die 59-Jährige, die in Treysa lebt und in ihrer Freizeit gern liest, Rad fährt und sich um ihre 84-jährige Mutter kümmert.

Den Wiedereinstieg in die CBS haben ihr Kollegen und Schüler leicht gemacht: „Endlich habe ich wieder Kinder vor der Nase“, freut sich Temme, die die Schule im Team weiterentwickeln möchte. Weiter ausbauen wolle sie beispielsweise die Berufsorientierung. Ein wichtiger Baustein sei die Digitalisierung: „Ich möchte die Lehrer noch stärker mitnehmen und begeistern“, sagt sie. 

Tablet-Klassen auf dem Prüfstand

Unter der Leitung von Heidrun Elborg wurden bereits Tablet-Klassen eingerichtet. Die sollen auf den Prüfstand: „Ich möchte wissen, wie zufrieden Schüler, Eltern und Lehrer damit sind“, erläutert die 59-Jährige. Auch das Ganztagsangebot soll genauer unter die Lupe genommen werden, ebenso die Schulbücherei.

Als Marion Temme in der vergangenen Woche ihre Schlüssel im Schulamt abgab, sei sie ein wenig wehmütig gewesen: „Aber ich weiß, dass ich mit dem Schritt, wieder in die Schule zu gehen, einfach meinem Herzen folge.“

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