Protest gegen Verkauf

Schwalmstadt: Naturschützer demonstrierten gegen Hotel und Fitnesscenter 

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Bei ihrer Kundgebung: Kinder der Naturschutzgruppe Waschbärbande an der Totenkirche Treysa. 

Treysa. Dass auch Kinder Demokratie können, bewies die Naturschutzjugendgruppe „Waschbärbande“ von BUND und Nabu Schwalm-Eder. Die Kinder hatten zum Protest gegen die Bebauung des Naturlehrgebietes aufgerufen, zahlreiche Schwalmstädter versammelten sich auf dem Vorplatz der Totenkirche.

Sie fürchten, dass nach einem Verkauf der Grünfläche unterhalb des Treysaer Europabads das dortige Naturlehrgebiet zerstört wird. Dort trifft sich die Kindergruppe seit Jahren, um spielerisch Pflanzen und Tiere besser kennenzulernen. Auch unter den Zuhörern bei ihrer Kundgebung: Bürgermeister Stefan Pinhard. Der wiederum stellte sich den teils erbost vorgetragenen Fragen der Protestierenden.

Rund 150 Menschen waren dem  Aufruf  der Naturschutzjugendgruppe Waschbärbande gefolgt, einen Tag vor der Ausschusssitzung am Dienstag (19.6., 19 Uhr, Rathaus Ziegenhain), in der es wieder um einen Verkauf der Grünfläche unterhalb des Europabads an Investor Eberhard Unger geht. 

Für die Kindergruppe, die zum BUND und Nabu Schwalm-Eder gehört und das Naturlehrgebiet seit Jahren dazu nutzt, Pflanzen- und Tierarten zu erkunden, sprachen Finn Friedewald (12) und Mia Sophie Junk (10). „Wir sind nicht gefragt worden“, riefen sie ihren Zuhörern entgegen. Und: Wer das Gelände als düster und tot bezeichne, der könne es noch nie besucht haben. Ein Satz, für den die jungen, engagiert auftretenden Redner viel Applaus ernteten.

Nach der Ansprache der Kinder ergriff Bürgermeister Pinhard das Wort und stellte sich den Fragen der Protestierenden. Was folgte, hatte in Teilen Züge eines Kreuzverhörs unter freiem Himmel. Viele äußerten ihre Sorgen bezüglich der Verkehrsentwicklung, sollte, wie zu hören war, ein Hotel auf die Fläche gebaut werden. Und immer wieder kam die Frage, wieso gerade dort gebaut werden solle und nicht an anderer Stelle in Schwalmstadt. 

Pinhard war sichtlich bemüht, sich allen Fragen – denen der Kinder wie denen der Erwachsenen – zu stellen. Viele zeigten sich jedoch lautstark ungehalten angesichts der doch recht vagen Antworten ihres Bürgermeisters. Der verwies wiederholt darauf, dass man die gesamte Entwicklung einer Stadt voranbringen müsse und es letztlich Aufgabe der Politik sei, eine Entscheidung zu treffen. Auch sprach er sich dafür aus, eine Alternative für das Naturlehrgebiet zu suchen.

Am Donnerstag (21.6.) soll in der Stadtverordnetenversammlung über einen Verkauf abgestimmt werden. Eine Verschiebung könne nur durch die Fraktionen erwirkt werden, sagte Pinhard.

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