Behelfsschutz für Hephata und das DRK

Schwalmstadt: Tausende Masken in Handarbeit

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Mundschutznähen gegen Corona: Die Produktion in private Nähzimmern, aber auch bei Hephata und in Unternehmen ist in dieser Woche im großen Stil angelaufen. Verwendet werden kochfeste Stoffe, An leitungen gibt es zum Beispiel bei Hephata. 

Seit Mittwoch werden in Hephata-Einrichtungen Mund-Nasen-Schutzmasken genäht. Um Klienten und Mitarbeitende zu schützen, will Hephata alle mit einem  Mund-Nasen-Schutz ausstatten.

Aus der Not eine Tugend machen: Das Sprichwort trifft auf die im großen Stil angelaufene Produktion behelfsmäßiger Schutzmasken wahrlich zu. Jetzt werden sie in großer Zahl gebraucht und genäht.

Um Klienten und Mitarbeitende zu schützen, will Hephata alle mit einem waschbaren Mund-Nasen-Schutz ausstatten. „Dafür bitten wir um Materialspenden und gerne auch um Hilfe beim Nähen“, sagt Vorstandssprecher Maik Dietrich-Gibhardt. In mehreren Einrichtungen werde bereits genäht, benötigt werden circa 12 000 Masken.

Zugleich kündigt das Diakoniezentrum an, dass bei bestätigten Infektionen zertifizierte Masken nach medizinischen Standards zum Einsatz kommen.

Masken können Virenausbreitung verlangsamen

Seit Mittwoch werden in Hephata-Einrichtungen Mund-Nasen-Schutzmasken genäht. „Uns ist natürlich bewusst, dass die Schutzwirkung dieser Masken nicht ideal ist – aber besser als nichts sind sie allemal“, sagt Dietrich-Gibhardt. Immerhin habe auch der Berliner Virologe Christian Drosten formuliert, dass die Masken helfen könnten, die Ausbreitung der Viren zu verlangsamen.

Von den zertifizierten Masken nach den Schutzklassen FFP2 und FFP3 gibt es weltweit derzeit bekanntlich viel zu wenige. Auch in der Hephata Diakonie ist die Zahl der vorhandenen Masken begrenzt.

Aktuell gebe es zwar zum Glück außer bei einer Mitarbeiterin, die zwischenzeitlich wieder genesen ist, keine bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb der Hephata Diakonie. „Umso mehr sind wir darum bemüht, dass es möglichst lange nicht zu Infektionen kommt“, so Dietrich-Gibhardt. 

Kochbarer Baumwollwäsche gesucht

Mitarbeitende verschiedener Hauswirtschaftsabteilungen seien fleißig am Nähen, unter anderem in der Berufshilfe und in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Treysa sowie im Wohnpflegeheim Margot-von-Schutzbar-Stift in Wommen laufen die Nähmaschinen. Unterstützung kommt zudem vom Zentralbereich Wirtschaft und Versorgung mit seiner betriebseigenen Wäscherei und Näherei.

Die Organisation von Produktion und Verteilung der fertigen Masken hat Michael Tietze, Leiter des Geschäftsbereichs Soziale Rehabilitation. Um alle ausstatten zu können, würden 12 000 der selbst genähten Masken gebraucht, jeder solle zwei bekommen. „Wir benötigen kochbare Baumwollwäsche wie beispielsweise Bettlaken“, so Tietze, Stoffspenden bitte kontaktarm in den Altkleidercontainer neben dem Speisen- und Versorgungszentrum auf dem Stammgelände in Treysa.

„Die Übergabe fertiger Masken sollte ebenfalls über den Spendencontainer oder per Post erfolgen“, erklärt Tietze. Alles wird vor Gebrauch in den eigenen Abteilungen fachmännisch gewaschen.

Information: Wer ein Paket mit Stoff schicken möchte: Anschrift Hephata Diakonie, Sachspenden, Sachsenhäuser Straße 24, 34613 Schwalmstadt.

Auch fertige Masken sind sehr willkommen, eine Nähanleitung gibt es auf hephata.de, auf Wunsch auch per Post, E-Mail oder Fax, rufen Sie an, Tel. 0 66 91/18-0.

Mundschutz nähen statt Mode verkaufen: Alle Mitarbeiter bei Heynmöller Kleidung sind seit Mittwoch in die Produktion für das Rote Kreuz eingebunden.

Team Heynmöller fertigt Masken in der Schneiderei

Voll auf die Produktion von Stoffmasken ist auch das gesamte Team von Heynmöller Kleidung in Treysa umgestiegen. Wie Geschäftsführer Jörg Diehl berichtet, ist die Nähwerkstatt des – natürlich auch geschlossenen – Modehauses perfekt ausgestattet, um erhebliche Stückzahlen in bester Qualität herzustellen. 

Er habe alle 20 Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückgeholt, um auf den Notstand des DRK zu reagieren und in der Krise etwas beizusteuern. Diehl sieht die vielen Zeichen der Solidarität in diesen Tagen, doch zur fehlenden Schutzausrüstung bemerkt er: „Es ist ja schon ein bisschen traurig, dass so ein hochentwickeltes Land diese Hilfe braucht.“ 

In der Haus-Schneiderei sei ein richtiges Arbeitsband angelaufen, alle seien mit Eifer bei der Sache, sodass rund 200 Masken am Tag fertig werden. Heynmöller Kleidung spendet die Behelfsmasken ans Rote Kreuz.

Ausstattung ist perfekt geeignet 

Die vorhandenen Gerätschaften von den Profinähmaschinen bis Bügelstation seien ja perfekt geeignet für die schnelle und fachgerechte Herstellung. Zwei ausgebildete Schneiderinnen gehören zur Belegschaft und leiten die Kollegen fachmännisch an. 

Geschäftsführer Diehl war von seiner Tochter auf den DRK-Aufruf in Facebook aufmerksam gemacht worden, seit Mittwoch wird m Hause Heynmöller zugeschnitten gebügelt und genäht. Dabei sei die Stimmung gut, erzählt Diehl auf HNA-Nachfrage. 

Sogar Schutzkleidung wäre mögliche

Verwendet werden ans DRK gespendete Stoffe. Inzwischen versuche er, die Kapazität zu erhöhen, weitere Nähmaschinen zu beschaffen. Inzwischen hätten sich auch schon andere Institutionen gemeldet, Krankenhäuser und Pflegedienste, die dringend nach Masken und anderer behelfsmäßiger Ausstattung suchen. 

Immerhin, so räumt Diehl ein, könnten seine Leute sogar Schutzkleidung fertigen, darüber werde er auch nachdenken. „Ich habe ein ganz tolles Team, und wir helfen sehr gerne.

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