Bügermeisterwahl in Schwalmstadt

Schwalmstadt: Tobias Kreuter möchte Bürgermeister werden

Tobias Kreuter
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Möchte Bürgermeister in Schwalmstadt werden. Tobias Kreuter gibt Kandidatur bekannt.

Tobias Kreuter (44) will der nächste Bürgermeister in Schwalmstadt werden. Das teilte er unserer Zeitung am Donnerstag mit.

Schwalmstadt. Tobias Kreuter ist Mitglied der SPD-Fraktion, betont aber, dass er parteilos und unabhängig antritt. Die SPD-Spitzen habe er zwar über seinen Entschluss informiert, sie sei aber eigenständig gefallen. Über Unterstützung werde er sich freuen und sich und seine Ideen auch allen anderen Parteien und Wählergruppen zeitnah vorstellen, doch den Wahlkampf wolle er ohne fremde finanzielle Unterstützung führen.

Kreuter sagte im Gespräch mit der HNA, er denke schon seit mehr als zwei Jahren über den Schritt nach, seit dem Sommer stehe sein Entschluss fest, er habe ihn zusammen mit seiner Ehefrau getroffen. Der Wunsch Bürgermeister zu werden betreffe die ganze Familie erheblich, darüber sei er sich vollständig im Klaren. Bestärkt habe ihn auch, dass ihn in den letzten Monaten immer mehr Menschen unterschiedlicher politischer Herkunft zu dem Schritt ermutigt und aufgefordert hätten.

Der Schwalmstädter Kreuter ist Diplom-Betriebswirt und bei der Deutschen Bundesbank in Frankfurt/M. Bundesbankoberamtsrat, Vater von drei Kindern und als Torwart des FC Schwalmstadt bekannt.

Der Termin der Bürgermeisterwahl wird voraussichtlich (Stand Donnerstagmittag) am Sonntag, 12. Juni sein, am Donnerstagabend soll dies die Stadtverordnetenversammlung festlegen.

Kreuter ist der Erste, der seine Kandidatur öffentlich ankündigt. Amtsinhaber ist seit 2016 Bürgermeister Stefan Pinhard (53, parteilos).

+++ Update vom 18. November, 14:30 Uhr

In einer Pressemitteilung, die wir hier vollständig wiedergeben, äußerte sich der Kandidat am Donnerstagnachmittag ausführlich zu seiner Personen und den Beweggründen der Kandidatur:

Nächstes Jahr im Juni 2022 steht die Bürgermeisterwahl in meiner, unserer Heimatstadt Schwalmstadt an - ich möchte mich um das Amt des Bürgermeisters bewerben. Nachfolgend möchte ich meine Motivation sowie mein Verständnis von der Funktion des Bürgermeisters darstellen, und auch kurz darauf eingehen, welchen beruflichen Hintergrund ich habe, um den Anforderungen an das Amt des Bürgermeisters gewachsen zu sein.

Warum möchte ich Bürgermeister von Schwalmstadt werden?

Ich bin in Schwalmstadt geboren, hier aufgewachsen und habe – auch wenn ich beruflich seit über 20 Jahren in Frankfurt bei der Deutschen Bundesbank arbeite – nie meiner Heimat den Rücken gekehrt. Nach dem Ende meines Studiums in 2001 habe ich mit meiner heutigen Frau Barbara erst in Niedergrenzebach gewohnt, dann haben wir 2008 unser Haus in Treysa gebaut und bewohnen dieses seit-dem mit unseren drei Kinder Magnus, Liv-Grete und Agneta. Meine Motivation liegt in meiner Verbun-denheit zu dieser Stadt, ich möchte, dass Schwalmstadt auch in Zukunft für uns und unsere Kinder ein attraktiver Ort zum Wohnen, Arbeiten und insbesondere Leben bleibt. Weiterhin werde ich seit längerer Zeit von vielen MitbürgerInnen aktiv darauf angesprochen, dass sie sich mich als Bürgermeister vorstellen könnten. Dieser Zuspruch – nicht nur von Freunden und Bekannten aus meinem näheren Umfeld – hat mich darin bestärkt, dass eine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters möglicherweise auch auf Zuspruch bei den BürgerInnen Schwalmstadt stoßen könnte. Bürgermeister in Schwalmstadt zu werden wäre für mich eine Herzensangelegenheit!

Welchen beruflichen Hintergrund habe ich?

Ich habe großen Respekt vor dem Amt des Bürgermeisters, da dieses sehr vielfältig ist und dement-sprechend auch hohe Anforderungen an einen Bewerber stellt. Ich habe bei der Deutschen Bundesbank mein FH-Studium in BWL abgeschlossen und bin danach seit über 20 Jahren als Beamter im gehobenen Dienst in der Bankenaufsicht tätig, hier im Bereich der Regulierung (u.a. beteiligt am Gesetzgebungsprozess, der Auslegung von aufsichtlichen Anforderungen, allgemein ggfs. bekannt unter den Stichworten „Basel 2“ oder „Basel 3“), als Bankenprüfer bei Instituten vor Ort und auch als nebenamtlicher Dozent an der eigenen Fachhochschule der Deutschen Bundesbank. Weiterhin vertrete ich die Deutsche Bundesbank seit mehr als 10 Jahren sowohl national als auch international in verschiedenen Arbeitsgruppen u.a. in der EZB, der europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA und auch bei der Europäischen Kommission.

Bei meiner Tätigkeit für die Deutsche Bundesbank habe ich gelernt, wie wichtig eine strukturierte Arbeitsweise ist, wie man Netzwerke aufbaut und diese auch pflegt, um die Interessen der Deutschen Bundesbank erfolgreich vertreten zu können. Zusammenfassend habe ich sowohl im betriebswirtschaftlichen, verwaltungstechnischen als auch juristischen Bereich viele Erfahrungen sammeln können, die für das Amt des Bürgermeisters hilfreich sein könnten.

Warum denke ich, dass Schwalmstadt einen neuen Bürgermeister braucht?

Schwalmstadt hat viel Potenzial, um sich erfolgreich entwickeln zu können. Mit dem bald fertig gestellten Autobahnanschluss sowie dem ICE-Bahnhof in Treysa besitzen wir eine sehr gute Verkehrsanbindung mitten im Herzen Deutschlands. In unserer Stadt haben wir in den meisten Bereichen noch eine gute ärztliche Infrastruktur inklusive der Klinik in Ziegenhain, viele Kindergärten mit engagierten ErzieherInnen, mit den Grundschulen, der Gesamtschule, der Realschule und dem Gymnasium alle Schulformen vor Ort, große, mittlere und kleine Unternehmen, ein umfangreiches Vereinsleben, gute Restaurants, Kneipen und noch vieles mehr – eigentlich alles, um in Schwalmstadt zufrieden leben und zuversichtlich in die Zukunft schauen zu können.

Ein Bürgermeister ist nicht allein für die Entfaltung des Potenzials einer Stadt verantwortlich, hier gibt es viele Beteiligte. Er ist allerdings ein zentraler Akteur dahingehend, dass er durch sein Amt und seine Person dafür sorgen kann, dass alle Beteiligten im besten Falle an einem Strang ziehen. Um dies zu erreichen, ist umfassende Koordination und intensive Kommunikation ein sehr wichtiger Be-standteil. Weiterhin ist es wichtig, Entscheidungen gut und strukturiert vorzubereiten, zu diskutieren und dann auch zügig und effizient umzusetzen. Ich habe hier in den letzten Jahren sowohl durch meine politische Arbeit als Stadtverordneter als auch durch sehr viele Gespräche im privaten Bereich den Eindruck erhalten, dass diese wichtigen Funktionen durch unseren Bürgermeister leider nicht aus-reichend wahrgenommen worden sind. Dies wirkt sich leider auch auf die Entwicklung unserer Stadt aus, diese ist nach meiner Auffassung viel zu langsam, so dass uns z.B. andere Nachbargemeinden hier in den letzten Jahren einen bzw. mehrere Schritte voraus sind. Ich trete an, um dies zu ändern!

Wie möchte ich das Amt des Bürgermeisters ausüben?

Ich möchte nicht ein Bürgermeister für die Mehrheit, sondern für alle BürgerInnen in Schwalmstadt sein. Aus diesem Grund werde ich als unabhängiger und parteiloser Kandidat antreten, da nur so gewährleistet ist, dass man die Interessen Schwalmstadts glaubwürdig vertreten kann. Ich möchte als Bürgermeister Schwalmstadts dafür sorgen, dass

• die Familienfreundlichkeit noch mehr als zentrales Element bei allen Entscheidungen berück-sichtigt wird;

• das Vereinsleben als zentraler Teil unseres sozialen Zusammenlebens besser gefördert und unterstützt wird;

• wir die Attraktivität Schwalmstadts ausbauen, so dass bereits hier ansässigen Unterneh-men/Gewerbetreibende ihr Geschäft weiter erfolgreich betreiben können – dies wäre auch sehr hilfreich bei der Suche nach Unternehmen, die in Schwalmstadt neu investieren wollen – beides würde wohnortnahe Arbeitsplätze sicherstellen;

• sich durch strukturiertes Arbeiten und gute Kommunikation die Außendarstellung und somit auch die Attraktivität Schwalmstadts verbessert;

• politische Diskussionen gut vorbereitet, zügig geführt und Entscheidungen auch konsequent umgesetzt werden;

• durch intensives Netzwerken zusammen mit Vertretern in Kreis, Land, Bund und Europa die Möglichkeit erhöht wird, dass vermehrt Fördermittel für Schwalmstädter Projekte generiert werden, damit diese auch tatsächlich finanziert und umgesetzt werden können.

Ich möchte als Bürgermeister meinen Teil dazu beitragen, dass Schwalmstadt nicht nur für heute, sondern auch langfristig gut für die Zukunft aufgestellt ist. Daher freue ich mich darauf, mich Ihnen, den BürgerInnen Schwalmstadts, in den nächsten Wochen und Monaten vorstellen zu können. Bei diesen Gesprächen möchte ich Ihnen nicht nur meine oben genannten Ideen und Vorstellungen näherbringen, sondern es ist mir auch sehr wichtig zuzuhören, wie sie die Situation in Schwalmstadt wahrnehmen – was läuft gut, was muss anders gemacht bzw. verbessert werden. Gerne nehme ich ihre Ideen und Anregungen bei der Ausformulierung meines Wahlprogramms auf. (aqu)

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