Kostenloser Fahrdienst für Hilfsbedürftige

Unterwegs im Schwalmstädter Bürgerbus: So funktioniert das Konzept

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Den schweren Einkaufskorb nimmt Monika Bierwirth (rechts), Fahrerin des Schwalmstädter Bürgerbusses, den Fahrgästen (von links) Hiltrud Falk und Inge Heyde gerne ab.

Schwalmstadt. Schwalmstadt hat einen neuen Bürgerbus. Wir haben eine Tour begleitet und uns das Konzept erklären lassen.

Acht Fahrgäste finden in dem modernen Bus Platz, der hilfsbedürftige Menschen zu Terminen oder zum Einkaufen fährt. Das Besondere: Der Transport ist kostenlos und es gibt keine Altersbegrenzung. Jeder Hilfsbedürftige könne das Angebot nutzen, sagt Gerhard Hosemann, Sprecher des Bürgerbusses.

Der Bürgerbus ist für Einkaufsfahrten, Arzttermine, Fahrten zur Bank, zur Apotheke, zum Krankenhaus, zur Tafel und zum Friedhof gedacht. Die Fahrten finden am Donnerstag im Stadtgebiet statt und können telefonisch bei Nils Rampe, Seniorenbeauftragter der Stadt, gebucht werden. Terminvereinbarungen sind von 8 bis 17 Uhr möglich, die Fahrgäste werden vor der Tür abgeholt und wieder nach Hause gebracht.

Neun ehrenamtliche Fahrer

Ab Ostern werden zusätzlich Fahrten am Dienstag und Donnerstag angeboten, sagt Hosemann: „An diesen Tagen hat die Tafel geöffnet.“

Der Kleinbus wird von sieben Männern und zwei Frauen ehrenamtlich gefahren. Alle Fahrer sind in Rente oder Pension, so Hosemann.

Anpacken, statt zugucken: Monika Bierwirth hilft Hildegard Kling.

Monika Bierwirth ist eine von den zwei Fahrerinnen und ist seit zwei Jahren im Team. Sie ist einfach gerne mit dabei und freue sich, hilfebedürftigen Menschen helfen zu können. „Und ich kann mir gut Wege merken. Einmal gefahren und für immer gespeichert“, sagt Monika Bierwirth schmunzelnd. 

Man hilft, wo man kann

Man habe nicht nur einen einfachen Fahrservice, sondern den Fahrgästen werde mit dem Beladen des Einkaufs, beim Tragen der Einkaufstüten, beim Ein- und Aussteigen und dem Einladen des Rollators geholfen, sagt Hosemann. In nächster Zeit soll der Bürgerbus außerdem mit einer Rollstuhlrampe behindertengerecht gemacht werden.

Die Fahrgäste sind von Idee und Fahrzeug begeistert. Die 80-jährige Inge Heyde aus Allendorf, die zum ersten Mal mit dem Bürgerbus fährt, will auf jeden Fall wieder dabei sein, denn „das ist eine feine Sache“. Die 73-jährige Hiltrud Falk aus Rommershausen nutzt den Bürgerbus schon regelmäßig, meist für Arzttermine und Einkaufsfahrten, sagt sie.

Bürgerbus-Fahrerin Monika Bierwirth nimmt Hiltrud Falk die Arbeit ab: Sie packt die Einkäufe in den neuen Bürgerbus.

An Tagen, an denen der Bürgerbus nicht im Einsatz ist, kann man einen Taxigutschein nutzen. Dieser könne telefonisch bei Nils Rampe vereinbart werden, erklärt Hosemann: „Für den Taxigutschein fallen ebenfalls keine Kosten an.“ Man möge nur bitte Datum, Uhrzeit und Wohnort parat halten.

Kontakt: Nils Rampe, Stadtverwaltung, Tel. 06691/207157

Von Kathrin Gottfried

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