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Ärzte, Pflegekräfte und Hebammen übten für den Notfall im Kreißsaal

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Von: Matthias Haaß

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Drei Frauen stehen um eine Neugeborenen-Puppe, die auf einem Tisch liegt.
Im Teamtraining wurden alle im Kreißsaal tätigen Ärzte, Pflegekräfte und Hebammen optimal auf Notfallsituationen während der Geburt vorbereitet. © asklepios/Sabine hoffmann

Im Teamtraining haben Ärzte, Pflegekräfte und Hebammen des Asklepios Klinikums Schwalmstadt sich auf Notfälle im Kreißsaal vorbereitet.

Schwalmstadt – Geburtshilfliche Notfälle sind seltene, aber hochdramatische Ereignisse. In kürzester Zeit müssen Entscheidungen getroffen und unter hohem Stress und zeitlichem Druck umgesetzt werden. Das Kind kann eine echte Notsituation nur wenige Minuten unbeschadet tolerieren, es geht ganz konkret um Leben oder Tod. Umso wichtiger sind realistische und regelmäßige Notfalltraining.

Unter der Leitung von Nicola Scharf, Fachanwältin für Medizinrecht im Konzernbereich Medizinrecht, Versicherungen und Compliance bei Asklepios, übten Ärzte, Pflegekräfte und Hebammen des Asklepios Klinikums Schwalmstadt im Kreißsaal in dieser Woche die richtige Vorgehensweise in einem Notfall.

Das Training ist Teil des S.A.V.E-Konzepts. Die Abkürzung steht für: Sicher Arbeiten Vertrauen Erhalten.

Miriam Schuchhardt, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe, unterstreicht die Wichtigkeit des Teamtrainings: „Das interprofessionelle geburtshilfliche Notfalltraining gibt unserem Team mehr Sicherheit und bereitet uns auf die adäquate Versorgung von Mutter und Kind bei einer Gefahrensituation unter der Geburt vor.“

Übung wird auf Video aufgezeichnet

Wenn im Training Notfälle simuliert werden, steht das Team unter genauso hohem Stress wie in der realen Situation. Um einen optimalen Lerneffekt zu erzielen, habe man alle Notfallszenarios auf Video aufgezeichnet und anschließend mit dem Kreißsaal-Team analysiert, um Verbesserungspotenzial herauszuarbeiten, heißt es in der Mitteilung von Asklepios.

„Wir sensibilisieren die Beteiligten für Fragen wie: Weiß jeder, was er wann und wie zu tun hat? Ist allen klar, wer in der Notfallsituation die Teamleitung übernimmt?“, erläutert Dr. Jochen Thiele, ärztlicher Leiter des Asklepios Instituts für Notfallmedizin, der die Trainings gemeinsam mit seiner Kollegin, Hebamme Antje Düvel, individuell konzipiert.

Fakt ist, um im Notfall optimal agieren zu können, müssen alle Beschäftigten im Kreißsaal in der Lage sein, eine Gefährdung von Mutter oder Kind zu erkennen und sicher zu beherrschen. Bei dem Teamtraining werden Notfälle wie zum Beispiel eine Blutungskomplikation oder eine Neugeborenenreanimation in realer Arbeitsumgebung simuliert.

Auch das Team der Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin des Klinikums Schwalmstadt war bei dem Training dabei. Denn für den Fall der Fälle müssen sowohl das Kreißsaalteam als auch Notfallmediziner, Anästhesisten und Pflegekräfte Hand in Hand arbeiten.

Juristische Fragen werden wichtiger

Hohe Relevanz kommt im Zuge stetig zunehmender rechtlicher Anforderungen der Aufklärung der werdenden Mutter vor und während der Geburt zu. Es werden daher bei jedem Training juristische Workshops zur Aufklärung durchgeführt.

„Es ist enorm wichtig, mit der werdenden Mutter klar sowie in verständlicher Form zu kommunizieren und sie über alle Schritte aufzuklären, ohne bei ihr Angst oder Unsicherheit zu erzeugen“, weiß Chefärztin Schuchhardt aus Erfahrung.

Sophie Bauer, leitende Hebamme der Frauenklinik, resümiert: „Das Training ist essenziell, weil es Sicherheit gibt und gleichzeitig das Team stärkt. Alle Beteiligten lernen die Regeln, nach denen zu handeln ist und können auf Augenhöhe agieren, wenn eine Notsituation eintreten sollte.“

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