Kein Platz für Klischees

Der Schwalmstädter Arbeitskreis hilft seit 25 Jahren

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Arbeit über ein viertel Jahrhundert: Klaus Schubert (dritter von links) und neben ihm Jochen Helwig mit (von links) Jashar Gashi, Leart Gashi, Vleron Gashi, Valjeta Gashi und Valdete Gashi bei der Arbeitskreisgeburtstagsfeier vor fünf Jahren.

Schwalmstadt. Mit einem festlichen Empfang erinnerte der Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde  an seine Gründung vor 25 Jahren. Mit allen, die Partner sind und waren, soll aufs Geleistete zurückgeschaut werden.

Denn das Leistungsspektrum ist groß, es reicht von der Hausaufgabenhilfe über Unterstützung bei Sprachkursen bis zur Hilfestellung bei Arztterminen, Umzügen, Wohnungssuche und Behördengängen. Geflüchtete erhalten Begleitung bei der Aufnahme in Kindergärten, Schulen und Vereinen, Brot- und Backwaren, Spenden ortsansässiger Bäckereien werden in die Gemeinschaftsunterkunft Harthberg gebracht. Dort gibt es auch alle 14 Tage einen Kaffeetreff, Fahrdienste werden organisiert, es gibt eine Fahrradwerkstatt. Auch im Angebot: Schwimmkurse, Verteilung von Sach- und Geldspenden, gemeinsames Kochen in der Schule im Ostergrund, Ausflüge und die Betreuung von Familien.

Wichtig ist die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Schwalmstadt, Jobcenter und Sozialamt, Diakonischem Werk, dem Hessischen Diakoniezentrum Hephata, dem Verein für Arbeit und Bildung und vielen weiteren Institutionen.

Die eigene Bezeichnung verstehen die Helfer nach wie vor als Programm, die Namenswahl reflektiere dieses Selbstverständnis. Denn der Arbeitskreis stehe nicht gegen etwas, sondern für etwas – für Toleranz und Menschenwürde. Das sind regelmäßige Aufgaben. Dafür wurde der Arbeitskreis am 1997 mit dem 1. Hessischen Präventionspreis ausgezeichnet.

Begegnungen schaffen

Kontinuität und Verlässlichkeit sind es, die der Arbeitskreis ein viertel Jahrhundert lang aufrecht erhalten hat. Das Kümmern um Asylsuchende und Fremde in Schwalmstadt war stets ein vielschichtiges, so der Arbeitskreis in seinem Flyer über sich selbst. Und: sowohl auf Seiten der Geflüchteten selbst als auch bei den Menschen der Stadt und der Region müsse Differenzierung geübt und Klischeebildung vermieden werden. Das Rezept dafür: Vorleben, dass es auch anders geht. Begegnungen schaffen und Öffentlichkeit herstellen.

Nach wie vor werden Mitstreiter ständig gesucht, besonders für die Betreuung von Familien werden Freiwillige als tatkräftige Unterstützer gebraucht. Die Hilfe kehre zu den Helfern selbst zurück, verspricht der Arbeitskreis: „Oft entstehen freundschaftliche Kontakte, die auch für Sie eine Bereicherung darstellen werden.“

Aufruf zu couragiertem Handeln

Aus der Taufe gehoben wurde der Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde 1993 unter dem Eindruck der Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte in Hoyerswerda und den Brandanschlägen in Mölln und Solingen. Der damalige Schwalmstädter Bürgermeister Gerd-Friedrich Huck hatte zu couragiertem Handeln aufgerufen. 

In der Stadt stand die Eröffnung einer Asylbewerberunterkunft an, und die Menschen sollten freundlich empfangen und begleitet werden, in Schwalmstadt sollten Fremdenfeindlichkeit und Gewalt keinen Ort haben.

Spendenkonto: Unterstützung für Flüchtlinge

Der Arbeitskreis sammelt beständig Spenden, er garantiert, dass nur ihm bekannte Asylsuchende und Flüchtlinge Unterstützung erhalten. Eine Spendenquittung wird von der Stadt Schwalmstadt ausgestellt. 

Konto: Stadtsparkasse Schwalmstadt

Empfänger: Stadtkasse Schwalmstadt

Betreff: 108876/Hilfe für Asylsuchende

IBAN: DE78520534580000010710

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