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Schwalmstädter Unternehmen Ludwig hat eine Ölspurbeseitigungsmaschine

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Von: Matthias Haaß

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Geschäftsführer
Geschäftsführer © Eike Ludwig

Auf der Autobahn sind die Spezialfahrzeuge im Dauereinsatz, um die Straße von Paraffin zu reinigen. Bis Montag solle die Arbeiten abgeschlossen sein.

Schwalmstadt – Nach dem Vorfall auf der A 7 beherrschen seit einigen Tagen Ölspurbeseitigungsfahrzeuge das Bild in den lokalen und überregionalen Medien. Ohne den Einsatz der modernen Technik wäre die Reinigung ein hoffnungsloses Unterfangen. Auch in der Schwalm gibt es solch ein Gerät – wenn auch eine Nummer kleiner. Das Prinzip, wie die Reinigung funktioniert ist aber ähnlich: Mit Hochdruck, Wasser und einem Tensid werden Straßen von Betriebsstoffen oder Chemikalien gereinigt.

Der Kleintraktor mit Sonderausstattung gehört zun Fuhrpark des Abschleppdienst Ludwig in Treysa. Seit 2017 ist das Unternehmen vor Ort. Er habe sich das Ölspurbeseitungsfahrzeug zugelegt, da er darin für sein Unternehmen eine geschäftliche Zukunft sehe, sagt Geschäftsführer Eike Ludwig und hat dabei auch die im Oktober 2024 fertiggestellte A 49 im Blick: „Die Technik ist umweltgerecht, weil alle Schadstoffe dem Entsorgungskreislauf zugeführt werden.“

Eike Ludwig
Eike Ludwig © Matthias Haaß

Der Spezialfahrzeug der Marke Iseki hat eine Arbeitsbreite von 50 Zentimetern bis zu 1,5 Metern. Das reiche in der Regel aus, erklärt Ludwig. Sollte eine Verunreinigung breiter sein, dann müsse man die Straße dann halt Abschnitt für Abschnitt reinigen.

Der Schwalmstädter Unternehmer hat das Gerät jetzt seit einem guten Jahr im Einsatz. Die bislang längste Ölspur war drei Kilometer lang. Ludwig kaufte sein Fahrzeug auf den Gebrauchtmarkt, der Iseki ist Baujahr 2011. Mit dem Sonderfahrzeug werden gleich mehrere Arbeitsschritte auf einmal erledigt. Die Arbeitsgeschwindigkeit beträgt 0,9 Kilometer in der Stunde.

Gründlichkeit geht in diesem Fall vor Schnelligkeit. Und wenn man bedenkt, dass die Alternative oft ein Besenkommando der Feuerwehr in Schrittgeschwindigkeit wäre, dann ist die Straße dennoch schnell wieder sauber, denn der Kleintraktor kombiniert drei Arbeitsschritte in einem Gerät: Ganz vorne hängt eine Frontkehrmaschine mit Vorsprüheinrichtung.

Damit wird ein flüssiges Reinigungsmittel ein sogenanntes Tensid auf die Straße aufgebracht. „Das Tensid löst die Oberflächenspannung auf“, erklärt der Fachmann. Im Grunde vergleichbar mit Spülmittel, das beim saubermachen einer fettigen Pfanne genutzt wird.

Bei dem Iseki kommt das Wasser aber nicht plätschernd aus dem Hahn, sondern wird mit bis zu 250 bar Druck auf die Straße gespitzt. Dadurch werden Verunreinigungen aus den Poren des Straßenbelags herausgelöst. Im Grunde vergleichbar mit einem Hochdruckreiniger oder Dampfstrahler. Um ein optimales Ergebnis zu bekommen, erhitz die Maschine das Wasser dabei auf 60 bis 90 Grad.

Ölspurbeseitigung: Die Arbeitsbereite des Spezialfahrzeugs Iseki TG5 der Firma Ludwig beträgt bis zu 1,5 Meter. Die Straße wird mit Hochdruck und einem Tensid gereinigt.
Ölspurbeseitigung: Die Arbeitsbereite des Spezialfahrzeugs Iseki TG5 der Firma Ludwig beträgt bis zu 1,5 Meter. Die Straße wird mit Hochdruck und einem Tensid gereinigt. © Eike Ludwig

Im letzten Arbeitsschritt saugt die Ölspurbeseitigungsmaschine das Gemisch von Wasser, Tenside und Schmutz wieder auf. In die Tanks des Spezialgeräts des Schwalmstädter Unternehmers passen 400 Liter Wasser und 450 Liter Abwasser.

Die Freigabe der gereinigten Straße erfolge dann durch den zuständigen Straßenbaulastträger – zum Beispiel Hessen Mobil – oder durch die Polizei. (Matthias Haaß)

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