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ADFC Schwalmstadt will Stadt für Rad durchlässiger machen

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Von: Matthias Haaß

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Radwege in Schwalmstadt: Querung am Horchmühlenweg
Der Standort der neuer Querung am Horchmühlenweg ist zwar nicht optimal, dafür ist sie sicher. © Sandra Rose

Schwalmstadt. In den vergangenen Jahren hat das Fahrrad immer mehr an Beliebtheit gewonnen. Durch E-Bikes sind die Zweiräder in allen Altersklassen und gesellschaftlichen Schichten angekommen.

Schwalmstadt. Der Trend wird sich zukünftig weiter verstärken. Je mehr Räder auf der Straße unterwegs sind, desto eher kommt es mit anderen Verkehrsteilnehmern zu Problemen. Von 2017 bis 2021 registrierte die Polizei im gesamten Schwalm-Eder-Kreis 158 Unfälle zwischen Radfahrern und Autofahrern.

Darauf weist der ADFC Schwalmstadt hin. In der Vergangenheit sei es auch im Stadtgebiet an neuralgischen Stellen durchaus zu gefährlichen Situationen gekommen. Der ADFC hat in einer E-Mail an die HNA Redaktion für Schwalmstadt beispielhaft sieben Gefahrenstellen aufgelistet: Unter anderem den Kreuzungsbereich Wiegelsweg/Dittershäuser Straße/Friedrich Ebert Straße.

Dort verläuft der Schwalmradweg. Wer die Friedrich Ebert Straße sicher überqueren möchte, muss zunächst einen kleinen Umweg fahren, um zu dem gut 120 Meter entfernten Fußgängerüberweg zu kommen. Radfahrer die aus Richtung Wiegelsweg komme, fahre dann teilweise auf dem Bürgersteig und das sei ja eigentlich nicht erlaubt, so die Sprecherin des ADFC Susanne Molis-Klippert

Sprecherin des ADFC Schwalmstadt Susanne Molis-Klippert
Sprecherin des ADFC Schwalmstadt Susanne Molis-Klippert © Sandra Rose

„Da wird der Radfahrer im Stich gelassen.“

Seitdem ein Bäcker mit Café in der ehemaligen Sparkasse eingezogen ist, nutzen Radfahrer und auch Fußgänger die gefährlicher Variante und laufen beziehungsweise fahren schnell über den ungesicherten Kreuzungsbereich. Nicht zu vergessen: Es handelt sich dabei um eine Bundesstraße. Schon jetzt ist dort viel Verkehr und mit Eröffnung der A 49 bis Treysa wird sich die Situation ab Sommer nach Ansicht des ADFC noch verschlimmern. „Da wird der Radfahrer im Stich gelassen.“

Wer mal einen Moment an der Straße gestanden hat, kann das nachvollziehen – ein Unfall an der Gefahrenstelle ist wohl nur eine Frage der Zeit. Das sei nicht nur für Radtouristen ein Problem, sondern betreffe auch den Alltagsradverkehr, betont Molis-Klippert.

Die Problematik hat auch die Stadt erkannt. Der Schwalm-Radweg wurde lange vor den heutigen Qualitätsstandards des Landes ausgewiesen, Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhardt: „Heute entspricht die Querung sicherlich nicht den Qualitätsstandards, hat aber auch Bestandsschutz.“ Im Zuge der künftigen Sanierung der Friedrich-Ebert-Straße müsse dieser Bereich geordnet werden, meint der Bürgermeister.

Dabei ließe sich eine solche Gefahrenstelle wohl relativ schnell beseitigen. Die gesicherten Querungen müssen da sein, wo auch die Wege sind, meint die Vertreterin des ADFC. Gefordert ist dabei nicht unbedingt eine aufwendige Ampelkonstruktion. Bereits eine besser wahrnehmbare Markierung, Beschilderung und Geschwindigkeitsbeschränkungen können entscheidend zur Sicherheit beitragen. Stefan Pinhard gibt hingegen zu bedenken, dass mehr Markierungen nicht per se mehr Sicherheit bedeuten.

ADFC will sich einbringen

Ziel des ADFC ist die Entschärfung von Gefahrenstellen und eine größere Durchlässigkeit der Stadt für Radfahrer. Dazu fordert der Verein für Schwalmstadt eine hauptamtliche Kraft, die sich der Thematik dauerhaft annimmst. ADFC-Sprecherin: „Die Aufgabenvielfalt kann ehrenamtlich gar nicht geleistet werden.“

Dass der ADFC sich einbringt und Vorschläge macht, zeigt sich unter anderem bei der Aufarbeitung von Unfällen – auch tödlicher – in jüngster Vergangenheit. In einer akribisch ausgearbeiteten Analyse hat der ADFC beispielhaft einen tödlichen Unfall „An der Feuerwache“ in Ziegenhain betrachtet. Dort war im vergangenen Jahr eine Radfahrerin mit einem Lkw zusammengestoßen. Um solch ein tragisches Unglück in Zukunft zu verhindern, wurden nicht nur die erkannten Sicherheitsmängel erfasst, sondern auch detaillierte Verbesserungsvorschläge gemacht.

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