So erleben Katholiken die Karwoche in der Schwalm

Die Palmsonntagsprozession wie auf unserem Archivbild in Treysa ist in diesem Jahr ausgefallen. In den Eingangsbereichen unser katholischen Kirchen stehen jedoch Palmzweige zur Abholung bereit. ArchivFotos: Matthias Haaß/Sandra Rose

Eine Palmsonntagsprozession gab es dieser Tage in Treysa zwar nicht, aber dennoch erinnerten sich viele Katholiken an die jahrelange Begleitung von „Esel Willi“ zurück.

Palmsonntag ist der letzte Sonntag der Fastenzeit. Er markiert den Beginn der Karwoche. Man gedenkt dem Einzug Jesu in Jerusalem, wo ihm das Volk mit Palmzweigen zujubelte. „Jesus ritt auf einem Esel, Symbol der Bescheidenheit, in Jerusalem ein“, erklärt Pfarrer Michael Brüne.

Palmsonntag

In den katholischen Palmsonntagsgottesdiensten werden traditionsgemäß Palmzweige, meist Buchsbaum, geweiht, damit die Gläubigen die Zweige mit nach Hause nehmen können, um ihre privaten Kreuze zu schmücken und so den Segen ins Haus zu holen. „Palmzweige sind für viele Gläubigen ein Symbol zur Abwendung von Not“, so Brüne. Auch wenn in diesem Jahr der gemeinsame Palmsonntagsgottesdienst entfallen musste, so stehen im Eingangsbereich der Kirchen doch Palmzweige zur Abholung bereit.

Gründonnerstag

Mit Gründonnerstag beginnt das sogenannte „Triduum paschale“. Es bildet eine zusammenhängende liturgische Feier, beginnend mit dem letzten Abendmahl, ein Gottesdienst, der erst mit der Osternacht endet. An Karfreitag und Karsamstag schweigen die Glocken aus Trauer über den Tod Jesu. „In der Feier des letzten Abendmahles mit Brot und Wein wählt Jesus Symbole für Tod und Auferstehung, die in jeder Eucharistiefeier zugleich Sinnbild seiner bleibenden Gegenwart sind“, erklärt der katholische Seelsorger. Am Gründonnerstag wusch Jesus zudem seinen Jüngern die Füße. Mit dieser Geste zeigte Jesus, dass er der Herr ist, der den Menschen dient, denn die unangenehme Fußwaschung galt als niedriger Sklavendienst. Jesus tat diesen Dienst zum Erschrecken seiner Jünger.

Karfreitag

Der Karfreitag beginnt für viele Gläubige mit dem Betrachten der Kreuzwegstationen. „Der Kreuzweg zeichnet den Weg des Leidens Jesu nach. Um 15 Uhr, zur Zeit der Todesstunde Jesu, steht der Ritus der Kreuzverehrung im Mittelpunkt. Das bis dahin verhüllte Kreuz wird vor der Gemeinde enthüllt. Anschließend verehrt die Gemeinde das Kreuz Jesu und dankt für dessen Leiden.

Karsamstag

Nachbauten des leeren „Heiligen Grabes“ werden zu Karsamstag wie in Neukirchen in manchen Kirchen dargestellt. Um die Auferstehung selbst haben sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Bräuche und Traditionen ausgebildet. Zunächst erhellt das Osterfeuer das Dunkel der Nacht. Das Feuer symbolisiert Christus, das Licht der Welt.

Osternacht

„Wer mir nachfolgt, wird nicht im Dunkeln wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben“, zitiert Pfarrer Jens Körber Jesu Worte. Am geweihten Feuer wird Körber in der Osternacht die Osterkerze entzünden. In diesem Jahr erstmals ohne Gemeinde. Ein Video wird bei YouTube unter „Pastoralverbund Schwalmstadt“ allerdings zu sehen sein. Mit dem Eintauchen der Osterkerze im Taufbecken weihen die Christen ihr Taufwasser.

Osterfest

Die Tradition der Ostereier geht auf das 7./8. Jahrhundert zurück. Auf Eier wurde während der Fastenzeit verzichtet und so freute man sich auf die Eier zum Osterfest. So erhalten auch die Gläubigen an den Osterfeiertagen in Treysa normalerweise ein gefärbtes Osterei nach der Ostermesse. „Ich selbst habe eine große Ostereiersammlung“, verrät Pfarrer Michael Brüne. Die Osterspeisensegnung hat vor allem in Polen große Bedeutung, wurde aber auch in Treysa von vielen Gläubigen immer gern in Anspruch genommen. Zur Osterspeisensegnung bringen die Gläubigen ihre Speisen, oft Osterbrote, zum Segnen mit in die Kirche, um sie im Anschluss im Kreise der Familie am Ostersonntag zu verzehren.

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