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Stadtparlament macht den Weg frei für Sparkasse Borken-Schwalmstadt

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Von: Anne Quehl

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Das Foto zeigt die Stadtsparkasse in Treysa.
Das gewohnte Bild bleibt: Blick auf die Stadtsparkasse in der Treysaer Bahnhofstraße. Das Institut verschmilzt mit der Sparkasse Borken, für die 7000 Schwälmer Kunden soll sich aber nichts ändern. © Henry Valentin/Stadtsparkasse

Die Stadtsparkassen von Schwalmstadt und Borken fusionieren. Ihre Zustimmung gaben die Parlamente der beiden Städte, denn diese sind die Träger der Institute.

Schwalmstadt – Während die Zustimmung zum Zusammenschluss zum 1. Juli 2023 in Borken einstimmig war, gab es seitens der CDU-Fraktion in Schwalmstadt skeptische Anmerkungen. Allerdings nur in Bezug auf die Modalitäten.

Denn die künftige Sparkasse Borken-Schwalmstadt trägt zum Einen den Namen des etwas kleineren Partners vorn, zum Anderen wird Borken der Sitz, Schwalmstadt „nur“ die Hauptniederlassung.

Das entspreche nicht der ausdrücklich angestrebten Fusion „auf Augenhöhe“, kritisierte CDU-Fraktionschef Karsten Schenk. Es müsse umgekehrt sein, da Schwalmstadt die bessere Bilanzsumme und die höhere Kundeneinlagen habe.

Dass Schwalmstadt die „aufnehmende Sparkasse“ ist und die Schwälmer somit ihre Kontonummern behalten können, während die Borkener die Bankleitzahlen von Schwalmstadt annehmen müssen, interessiere bald niemanden mehr, meinte Schenk. Schenk forderte, Schwalmstadt als die größte Stadt im Schwalm-Eder-Kreis müsse hier „mit breiter Brust“ auftreten.

CDU-Änderungsantrag war ohne Erfolg

Dem entsprechenden CDU-Änderungsantrag schloss sich die große Mehrheit allerdings nicht an. Die Christdemokraten hatten sogar namentliche Abstimmung verlangt, doch 23 Stadtparlamentarier lehnten eine Umkehrung beziehungsweise Verzögerung durch die Sitz- und Namensfrage ab, vier enthielten sich.

Den ursprünglichen Vorschlag unterstützten danach 24 von 32 Stadtverordneten. Mit Nein stimmten neben der CDU auch Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Linke) und der fraktionslose Thomas Kölle.

Applaus für die Fusion

Viele quittierten die schließlich eindeutige Zustimmung mit Klopfen, aus dem Publikum kam vernehmlicher Applaus – allen voran von Sparkassenvorstand Wilhelm Bechtel. Er und viele Stadtsparkassen-Mitarbeiter verfolgten die Sitzung offensichtlich voller banger Spannung.

Das Foto zeigt Wilhelm Bechtel.
Wilhelm Bechtel, SSK-Vorstand © Privat

Dass der Vorstoß der CDU kaum Anhänger fand, kann auch am Beitrag von Freie-Wähler-Fraktionschef Engin Eroglu gelegen haben. Der einst bei der Kreissparkasse ausgebildete Banker leitete her, wie nach der 2008 durch die Lehman-Pleite ausgelöste Weltfinanzkrise die Regulatorik auf dem Bankensektor radikal verschärft wurde. Das habe die Bedingungen für die Kleinen vermiest, die Politik habe sie vergessen.

Eroglu appellierte energisch „an alle, heute der Fusion zuzustimmen“. Nur dann werde Schwalmstadt zwei Sparkassen behalten, die Stadt- und die Kreissparkasse, „besser kann es nicht sein“.

Bürgermeister Pinhard unterstützt Fusion

Auch Bürgermeister Pinhard hatte sich entschieden pro ausgesprochen, auch wenn es nicht leicht falle, „die Zeit ist reif dafür“. So sähen das auch alle Gremien und die 45 Schwalmstädter Mitarbeiter. Welcher Name vorn steht, sei unwichtig, für die 7000 Kunden sei es aber wichtig, dass Schwalmstadt die aufnehmende Sparkasse ist, sagte er. (Anne Quehl)

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