Anker im geplanten Gewerbegebiet

Strabag will Autobahnmeisterei für die A 49 bei Treysa bauen

Baustslle A49 bei Schwalmstadt Frankenhain. Bagger lädt Erde auf einen Lkw.
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Direkt an der A 49 bei Schwalmstadt, südlich des Tunnels, soll die Autobahnmeisterei entstehen. Unser Foto zeigt einen Teil des Straßenabschnitts im Bau zwischen Rommershausen und Frankenhain. 

Zwischen Treysa und Florshain soll eine mit Autobahnmeisterei samt Büro- und Betriebsgebäuden entstehen. Der Beschluss wurde vom Stadtparlament untermauert.

Schwalmstadt – Eine Autobahnmeisterei mit Büro- und Betriebsgebäuden wird das wohl erste Projekt im künftigen Gewerbegebiet an der A49 zwischen Treysa und Florshain sein. Nachdem der Magistrat Schwalmstadt bereits vor knapp einem Jahr mit dem Bauunternehmen Strabag eine Absichtserklärung mit zahlreichen Details unterschrieben hatte, wurde der Beschluss jetzt vom Stadtparlament mit deutlicher Mehrheit untermauert. Aus den Fraktionen von Grünen und Linken kamen fünf Neinstimmen.

Die Autobahnmeisterei wird für die A49 von Fritzlar bis zum geplanten Anschluss am Ohmtaldreieck/A5 zuständig sein. Die Strabag, die von der Bundesprojektgesellschaft Deges mit dem Bau der beiden letzten A49-Abschnitte beauftragt ist, benötigt kurzfristig Baurecht. Deshalb wird ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt, der Flächennutzungsplan muss zudem parallel geändert werden. Derzeit liegt die Fläche noch im Flurbereinigungsverfahren der Autobahn.

Für Bürgermeister Stefan Pinhard ist es der optimale Standort, wie er vor dem Stadtparlament sagte. Er geht davon aus, dass dort 20 bis 30 Menschen arbeiten werden.

Gegen das Vorhaben sprach sich Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Linke) aus, gegen die A49 im Grundsatz wie auch gegen die Betriebsart: öffentliche Aufgaben gehörten in öffentliche Hände, alles andere werde meistens viel teurer. Hintergrund: Bau und Betrieb werden in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) umgesetzt. Scheuch-Paschkewitz warnte weiter vor Flächenversiegelung, wenn schon, solle die aufgelassene Kippe in der Nähe genutzt werden.

Auf die hohe Bodengüte in dem Bereich verwies auch Grünensprecher Dr. Jochen Riege, außerdem auf den fortschreitenden Klimawandel. Wenn dort ein Gebiet für Gewerbe entstehe, müsse es eine ökologische Ausrichtung haben, das sei sehr wohl möglich. Dem pflichtete Marcus Theis (CDU) bei, wobei er das Bekenntnis zu Autobahn und Investitionen erneuerte. Weitere Sprecher begrüßten das Projekt mit seinen Arbeitsplätzen. Thomas Kölle (Freie Wähler) fügte die Sorge an, dass das Gewerbegebiet noch immer nicht Realität sein könne, wenn die A49 in wenigen Jahren an der A5 angekommen ist, danach wäre es dann wohl zu spät.

Auf HNA-Anfrage unterstrich Hessen Mobil, dass die Autobahnwartung zwar von der Meisterei in Gudensberg abgezogen werde. Dort würden aber alle rund 30 Arbeitsplätze erhalten, da Gudensberg zahlreiche Aufgaben für Bundes-, Land- und Kreisstraßen behalte, so Marco Lingemann. Er verwies auf die längst bekannte Reform für alle Autobahnen. (Anne Quehl)

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