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Mann aus der Schwalm wegen wiederholten Diebstahls in Marburg vor Gericht

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Das Strafgesetzbuch im Gericht (Symbolbild)
Gericht (Symbolbild) © Oliver Berg / dpa

Die Marburger Staatsanwaltschaft erhebt eine ganze Reihe an Vorwürfen gegen einen 28-jährigen Mann. Dieser wohnte im Jahr 2020 in Schwalmstadt. Er soll zu der Zeit mehrfach in einem Supermarkt Spirituosen, in einer Drogerie und einer Parfümerie Parfums, sowie in einem Baumarkt eine Lampe und zwei Akkubohrschrauber gestohlen haben.

Marburg/Schwalmstadt. Zunächst blieb beim Auftaktprozesstag vor dem Marburger Landgericht die Frage im Raum stehen, ob der Angeklagte aufgrund seiner Drogensucht ein kranker, schuldunfähiger Mann ist.

„Ich wollte die Sachen verkaufen“, gab der Angeklagte als Grund an. In einem weiteren Fall soll er auf dem Hinterhof einer Bäckerei einen Berliner aus einer Mülltonne genommen haben. Als ihn eine Mitarbeiterin auf frischer Tat ertappte, soll der 28-Jährige sie mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Die Frau trug ein blaues Auge davon.

Schließlich hat der Mann laut Anklage die Haustür seines Nachbarn durch einen Tritt beschädigt – und einen Sachschaden von etwas mehr als 700 Euro hinterlassen. Der Angeklagte räumte vor dem Gericht alle Vorwürfe im Wesentlichen ein.

Er konsumiere seit seinem 17. Lebensjahr Drogen, erzählte er auf Nachfrage. Angefangen mit Cannabis kamen mit den Jahren Heroin, Koks, Amphetamine, Methadon, Crack und mehr dazu.

Im Auftrag der Freunde auf Diebestour

Seine Freunde hätten ihn immer zuvor beauftragt, die Spirituosen, Parfums, Akkubohrer und die Lampe zu stehlen. Durch den anschließenden Verkauf wollte er auch seinen Drogenkonsum finanzieren.

Als dann die Vorsitzende Richterin Beate Mengel den Angeklagten nach seinen persönlichen Verhältnissen befragte, ergab sich: Der 28-Jährige hat kein eigenes Einkommen und in letzter Zeit auch keinen festen Wohnsitz mehr gehabt. Seit einigen Monaten sitzt er in Untersuchungshaft. Die Bäckerei-Mitarbeiterin und ein Mann, der den Schlag gesehen haben will, waren Zeugen bei Gericht.

Auf die Frau habe der Angeklagte bei dem Gebäck-Diebstahl „sehr abwesend und desorientiert“ gewirkt. Der Passant bezeugte, dass der 28-Jährige „wirres, unzusammenhängendes Zeug“ geredet habe. „Seine Freunde nutzen ihn nur aus“, will der 57-jährige Zeuge aus dem Ort mitbekommen haben.

Amtsgericht gibt Fall an Landgericht ab

Das Amtsgericht Schwalmstadt hatte diesen Fall an das Marburger Landgericht übergeben. Denn nach Einschätzung des Gerichts in Schwalmstadt war der Mann bei den Taten krankheitsbedingt möglicherweise schuldunfähig. Demzufolge sei es zu erwarten, dass der Mann mindestens vergleichbare Straftaten begehen werde.

Das Gericht in Marburg hielt das Verhängen einer Maßregel für sehr wahrscheinlich. Das bedeute im Strafrecht etwa eine Unterbringung – zum Beispiel in einem Psychiatrischen Krankenhaus. Das Gutachten der sachverständigen Psychologin sollte abgewartet und der Prozess fortgesetzt werden. (Beatrix Achinger)

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