Neues Lager auf Gelände der Firma Heidelmann

Tafeln: Lebensmittel für ganz Nordhessen werden ab sofort in Ziegenhain verteilt

Bei der Tafel in Ziegenhain: Jafari M. aus Afghanistan versorgt sich im Tafelladen mit Lebensmitteln. Archivfoto: Quehl

Ziegenhain. Verwerten statt wegschmeißen – das ist das Motto der Tafeln. Doch mitunter sind die Wege für die Abholung der Lebensmittel weit. Deshalb baut der Landesverband Hessen seine Logistik aus.

In Ziegenhain, auf dem Gelände der Firma Heidelmann, entsteht ein Lager für die nordhessischen Tafeln.

Drei Jahre lang hat der Landesverband nach einem geeigneten Standort gesucht. Bislang gibt es in Hessen zwei Zentrallager: In Wetzlar und in Frankfurt, ein weiteres ist für Südhessen geplant.

Von den Tafeln im Schwalm-Eder-Kreis wurden die bisherigen Lager kaum genutzt. „Die Wege waren einfach viel zu weit“, sagt Erika Unger von der Schwälmer Tafel.

Hintergrund für den Ausbau der Logistik ist laut Unger die Zunahme von Großspenden. Mit Heidelmann habe man ein Unternehmen gefunden, das Lebensmittel lagern darf. In Nordhessen gibt es aktuell 16 Tafeln, 14 werden künftig auch mit dem Pilotprojekt Logistikstandort Schwalmstadt zusammenarbeiten. Erich Lindner, beim Landesverband zuständig für die Logistik, erklärt, dass in der Anfangsphase ein Lagerplatz für 15 bis 20 Paletten zur Verfügung gestellt wird. Er erwarte aber in Zukunft bis zu 30 Paletten im Monat. Der Bundesverband hat 40.000 Euro für den Ausbau der vier Zentrallagern vorgesehen.

Zusätzliche Waren erreichen die Tafelläden

Die am Projekt teilnehmenden Tafeln verpflichten sich, die Waren innerhalb von fünf Werktagen abzuholen. Über die Artikel werden sie per Email informiert. Das Pilotprojekt soll nach einem Jahr ausgewertet werden: „Dann muss man schauen ob wir eventuell auch Kühlwaren in das Programm aufnehmen“, sagt Lindner. Das Unternehmen stellt den Lagerplatz kostenlos zur Verfügung, für das Abladen wird eine Gebühr fällig. 

Durch das neue Lager in Ziegenhain erreichen zusätzliche Waren die Tafelläden. „Wir sind sehr froh über das neue Lager. Es bringt uns nicht nur Zeitersparnis, sondern auch ein enormes Zusatzangebot an Waren“, sagt Unger. Aktuell verteilen die vier Tafeln im Kreis – Fritzlar, Homberg, Ziegenhain und Melsungen – 880 Kisten Lebensmittel in der Woche an bedürftige Menschen, 3500 Kisten im Monat, über 42 000 Kisten im Jahr. Dabei ist die neue Fläche als Zwischenlager gedacht, erläutert Erich Lindner. „Auch weiterhin werden alle sortenreinen Wareneingänge in Wetzlar gemischt und kommissioniert." Damit hätten die Tafeln bei ihrer Abholung stets verschiedene Waren auf der Palette. 

Ziegenhain bleibt ein reines Lager für Lebensmittel. Dabei erhalten die Tafeln auch immer wieder Großspenden von beispielsweise Kosmetikherstellern. „Für Parfümerieartikel suchen wir noch nach einer Lagerlösung“, erklärt der Logistiker. Was der Ausbau der Logistik tatsächlich kostet, vermag Lindner indes noch nicht zu sagen. „Wo wir stehen, wird erst nach Abschluss der Projektphase in einem Jahr klar sein.“ 

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