Telefonterror aus enttäuschter Liebe: 37-Jähriger drohte und verleumdete

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Schwalmstadt-Treysa. Gleich wegen dreier Fälle musste sich ein 37-jähriger Mann aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Alle Delikte resultierten vermutlich aus nicht erwiderter Liebe. Wie an einem roten Faden zogen sich die Probleme des arbeitslosen Handwerkers mit Frauen durch die Verhandlung.

Im ersten Fall warf die Staatsanwaltschaft dem 37-Jährigen vor, im Winter 2013 pornografische Bilder seiner Ex-Freundin der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu haben. Nachdem die Beziehung in die Brüche gegangen war, habe der Mann die ursprünglich in beiderseitigem Einvernehmen entstandenen eindeutigen Bilder aus Rache bei Facebook gepostet und an die Haustür der Ex-Freundin geheftet. Der Mutter der Frau überreichte er einen Satz manipuliertet Fotos, auf dem seine ehemalige Lebensgefährtin als Prostituierte dargestellt wurde. Da der Angeklagte alles zugab, wurde auf Zeugenaussagen verzichtet.

Im zweiten Fall musste sich der Angeklagte wegen Nötigung und Beleidigung verantworten. Im März 2014 passte der Mann laut Staatsanwalt eine Frau auf dem Nachhauseweg ab. Als die 32-Jährige ihren Wagen geparkt hatte, fuhr er sein Auto dicht neben ihres, hinderte sie am Aussteigen und beschimpfte sie unflätig.

Der Angeklagte widersprach energisch, es sei alles ganz anders gewesen. Er habe doch nur einen Halsanhänger wieder zurückhaben wollen: „Ich war ganz zufällig in der Gegend.“

Die 32-jährige Zeugin schilderte den Vorfall sachlich und bestätigte im Wesentlichen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, „er scheint sich wohl in mich verliebt zu haben. Ich habe ihm aber einen Korb gegeben.“ Nach der Abfuhr habe er sie regelrecht verfolgt: „Stalking, Telefonterror. Ich habe mich in meiner eigenen Wohnung nicht mehr sicher gefühlt.“

Am Tattag sei es dann eskaliert, schilderte die 32-Jährige: „Mein Sohn hatte Angst. Ich wusste mir nicht mehr zu helfen und habe sein Auto dann mit meinem Auto weggerammt.“

Auch im dritten Fall schien der Angeklagte mehr in eine Beziehung hinein interpretiert zu haben, als tatsächlich vorhanden war. Laut Staatsanwalt hatte der Mann im Frühjahr 2014 versucht, bei einer Bekannten Geld einzutreiben. Im Hausflur kam es zu einem heftigen Wortwechsel, der 37-Jährige und der Angeklagte habe mit einer Messerattacke und Sprengstoff gedroht. Auch diesen Vorwurf wies der 37-Jährige weit von sich, wohingegen die beiden Zeugen den Sachverhalt bestätigten. „Er stand bei uns in der Tür und ist dann ausgerastet. Er fing an, meine Freundin zu beleidigen. Sie solle sich doch an eine Laterne stellen, wenn sie kein Geld hat. Mich hat er gefragt, ob ich wüsste, wie sich 17 Messerstiche anfühlen“, sagte der Zeuge.

Acht Monate auf Bewährung lautete das Urteil. „Ich habe keine Zweifel an der Aussage der Zeugen. Das sind so blöde Sprüche, dass man davon ausgehen kann, dass Sie es wirklich gesagt haben“, sagte der Richter.

Von Matthias Haaß

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