Unwetter

Flut-Katastrophe: THW Schwalmstadt in Ahrweiler im Einsatz – Schlamm wird zum Problem

Wasser und Schlamm haben in Ahrweiler deutliche Spuren hinterlassen: Die Einsatzkräfte des THW Schwalmstadt unterstützen die Menschen in dem Ort bei den Aufräumarbeiten.
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Wasser und Schlamm haben in Ahrweiler deutliche Spuren hinterlassen: Die Einsatzkräfte des THW Schwalmstadt unterstützen die Menschen in dem Ort bei den Aufräumarbeiten.

Seit Sonntag ist auch das THW Schwalmstadt im Hochwassereinsatz in Nordrhein-Westfalen. Die Helfer aus der Schwalm sind in Ahrweiler eingesetzt.

Schwalmstadt/Ahrweiler – Wasser, Schlamm, Zerstörung – Bilder aus dem Fernsehen würden das Ausmaß der Flut-Katastrophe naturgemäß nur zu einem kleinen Teil widerspiegeln, berichtet der Ortsbeauftragte des THW Schwalmstadt, Thomas Dickel. Er steht in engem Kontakt mit den vor Ort eingesetzten Kräften.

Die Schwalmstädter sind mit einer Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung im Hilfseinsatz. Direkt nach der Katastrophe stand auch die Fachgruppe Ortung bereit, musste dann aber nicht ausrücken. Das habe aber System, erklärt der Ortsbeauftragte. Zunächst greift die Einsatzleitung auf Kräfte zurück, die schneller verfügbar sind.

Einsatz im Hochwassergebiet Ahrweiler: Dank Allrad problemlos durch verschlammte Straßen

In Gruppenstärke fuhren die Helfer am Sonntag zunächst zu dem großen Bereitstellungsplatz am Nürburgring. Von dort sei es dann nach Ahrweiler gegangen. Mit dabei ein Mannschafstransportwagen und ein MzKW, ein Mehrzweckkraftwagen. Gerade dieses Fahrzeug leistet im Katastrophengebiet gute Dienste, da es dank Allrad problemlos durch verschlammte Straßen fahren kann. Zusätzlich haben die Helfer einen großen Stromerzeuger dabei. Man stelle Strom zur Verfügung, wo Bedarf ist, erklärt Thomas Dickel: „Damit die Menschen einfach auch mal ihr Handy laden können.“

Ihr Lager haben die Helfer direkt in Ahrweiler aufgeschlagen. Man sei komplett autark, erklärt Thomas Dickel. Zur Aufgabe des THW zählt das Auspumpen von Häusern. „Der Schlammanteil ist sehr hoch, da tun sich auch unsere Pumpen schwer“, gibt Thomas Dickel die Erfahrungen der eingesetzten Kräfte wieder. Beeindruckend sei die große Hilfsbereitschaft der Menschen, betont der THW-Mann.

Kampf gegen Wasser und Schlamm: Jan Siebert (von links), Steffen Papsch, Thomas Oehler und Manuel Koß pumpen eine Garage aus.

Einsatz im Hochwasser-Gebiet Ahrweiler: Körperliche und seelische Belastung

Da ein solcher Einsatz nicht nur mit körperlichen, sondern auch seelischen Belastungen verbunden ist, gibt es vor Ort Einsatznachsorgeteams. Auf psychosoziale Notfallversorgung lege das THW großen Wert, erklärt Thomas Dickel.

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Nach der bei Großschadenslagen üblichen Chaosphase laufe die übergeordnete Organisation mittlerweile recht gut, berichtet der Ortsbeauftragte. Es wird wohl ein längerer Einsatz. Mit Stand Dienstag soll am Sonntag eine neue Gruppe nach Ahrweiler fahren. Er sei dann auch dabei, so Dickel, der sich in dem Zusammenhang bei den Arbeitgebern bedankt, die die Ehrenamtlichen freistellen. (Matthias Haass)

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